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Minister in Addis Abeba - Bundesregierung will Äthiopien unterstützen

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Äthiopien ist ein bitterarmes Land, hat aber fast eine Million Flüchtlinge aufgenommen. Deutschland will helfen. Weil es sich sonst rächt, wie Bundesarbeitsminister Heil sagt.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil im Flüchtlingscamp Nguenyyiel in Äthiopien
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (links) und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller im Flüchtlingscamp Nguenyyiel in Äthiopien.
Quelle: imago

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) haben sich auf ihrer Äthiopien-Reise für faire Lieferketten und die Unterstützung von Flüchtlingen eingesetzt. Sie wollen gegen ausbeuterische Arbeit vorgehen und notfalls deutsche Firmen per Gesetz zu fairer Produktion im Ausland verpflichten.

Auf ihrer Reise trafen sich die beiden Minister mit dem äthiopischen Ministerpräsidenten und Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed Ali. Dieser hatte entscheidend zur Lösung des Grenzkonflikts zwischen Eritrea und Äthiopien beigetragen. Mit seinem Reformkurs gilt Abiy als Hoffnungsträger für die Bevölkerung. Deutschland möchte das ostafrikanische Land dabei unterstützen.

Faire Löhne in der Kaffeebranche gefordert

Heil betonte: "Wir dürfen unseren Wohlstand in Deutschland und in Europa nicht dauerhaft auf der Armut und der Ausbeutung von Menschen in anderen Teilen der Welt aufbauen." Das räche sich bitterlich und münde in großen Migrationsbewegungen. Als Beispiel nannten Heil und Müller die Kaffee-Produktion. Äthiopien sei Hauptexportland für Kaffee nach Deutschland - aber hier bekämen die Menschen nur 50 Cent pro Kilo, während es in deutschen Geschäften für acht Euro verkauft werde. Es brauche faire Preise vor Ort und faire Löhne, "damit die Menschen eine Zukunft haben".

Heil und Müller besuchen Flüchtlingslager

Im Westen von Äthiopien besuchten die Minister ein Flüchtlingslager in der Provinz Gambella an der Grenze zum Südsudan. Dort nahmen sie an der Grundsteinlegung für eine weiterführende Schule teil. Im Camp Nguenyyiel gibt es bislang nur Grundschulen, weshalb Kinder und Jugendliche ab dem Alter von zehn oder elf Jahren nicht mehr unterrichtet werden können. Die Schule soll in eineinhalb Jahren fertig sein und Unterricht für rund 1.000 Schüler anbieten.

Karte: Flüchtlingslager Nguenyyiel in der Region Gambella in Äthiopien.
Flüchtlingslager Nguenyyiel in der Region Gambella in Äthiopien.
Quelle: ZDF
Die Menschen brauchen hier eine Zukunft.
Gerd Müller, Bundesentwicklungsminister

"Die Welt ist miteinander vernetzt", sagte Arbeitsminister Heil. Das sei spätestens seit Sommer 2015 klar, als sich besonders viele Menschen auf den Weg nach Europa machten. Wenn man nicht mithelfe, räche sich das bitterlich, ist Heil überzeugt. Deshalb soll zukünftig ein Teil der Gelder in Regionen wie Gambella fließen. "Die Menschen brauchen hier eine Zukunft", sagte Müller.

Äthiopien: Vielvölkerstaat am Horn von Afrika

Äthiopien liegt in Ostafrika und ist mit rund 110 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Binnenstaat der Welt. Mehr als 100 verschiedenen Ethnien machen Äthiopien außerdem zum Vielvölkerstaat. Neben der Landessprache Amharisch gibt es mehr als 70 anerkannte Regionalsprachen. Die Hauptstadt Addis Abeba gehört zu den größten Metropolen Afrikas.

Anders als die meisten afrikanischen Länder ist Äthiopien seit alters her christlich geprägt. Etwa 43 Prozent der Bevölkerung sind äthiopisch-orthodoxe Christen, 33 Prozent Muslime, etwa 18 Prozent Protestanten. Die katholische Kirche ist mit 0,7 Prozent eine kleine Minderheit.

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