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Entwicklungsminister in Ghana - Müller: "Weckruf" für deutsche Wirtschaft

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Entwicklungsminister Müller will Unterstützung für afrikanische Länder künftig stärker an Reformen knüpfen. Zugleich ruft er im ZDF deutsche Firmen zu stärkeren Investitionen auf.

Ghana brauche "Rechtssicherheit und Korruptionsbekämpfung", dann könne man bevorzugt investieren und unterstützen, sagt Bundesentwicklungsminister Gerd Müller. Er und Kanzlerin Angela Merkel sind heute in dem westafrikanischen Land.

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Der CSU-Minister ermutigt deutsche Unternehmen, Chancen für lukrative Investitionen in Afrika wahrzunehmen. Der Minister, der derzeit den Kontinent bereist, verwies im ZDF morgenmagazin auf Wachstumsmärkte des Kontinentes. "In vielen afrikanischen Staaten wird in den nächsten zehn Jahren mehr gebaut als in Deutschland und in Europa in den letzten hundert Jahren", sagte Gerd Müller. In Mosambik etwa werde in den nächsten Tagen eine Brücke eingeweiht, ähnlich der Golden Gate Bridge in San Francisco. Vieles laufe bislang allerdings ohne deutsche Investoren. Auch im Rohstoff- und Energiebereich gebe es Investitionschancen.

Rahmenbedingungen absichern

In der Automobilindustrie etwa wolle man den Umstieg auf Elektro. Dazu sei Lithium notwendig. Die Vorräte hätte sich China längst gesichert, um Batterien zu entwickeln, so Müller. Es gehe jetzt um einen Weckruf an die deutsche Wirtschaft.

Müller sicherte den deutschen Unternehmen zu, dass sich die Bundesregierung für gute Rahmenbedingungen einsetzen und Investitionen in Afrika absichern werde. Mit ihrem Engagement in Afrika könnten deutsche Firmen auch in Deutschland Arbeitsplätze sichern. Dies sei eine "Win-win-Situation", betonte er.

Hilfen stärker an Reformen knüpfen

Der Entwicklungsminister hob hervor, dass es in Afrika große Problemzonen gebe, in denen Not und Dürre herrsche. Müller sprach auch über die Flüchtlingsthematik: "90 Prozent der Flüchtlinge Afrikas, die vor Bürgerkrieg, Not, Hunger und Elend flüchten, gehen in die Nachbarstaaten und werden dort aufgenommen", betonte er. Der Tschad etwa, das zu den allerärmsten Ländern der Welt zähle, habe 700.000 Flüchtlinge aufgenommen.

Müller betonte, gleichzeitig gebe es "Aufsteigerländer" wie Botsuana und Ghana, die sich wirtschaftlich gut entwickelten. In Ghana betrage das Wirtschaftswachstum acht Prozent. "Die Afrikaner müssen ihren eigenen Weg gehen und selber mehr leisten", erklärte Müller.

Unterstützung wolle er stärker an Reformen knüpfen. "Wir fordern von Staaten wie Ghana Rechtssicherheit, Vertragstreue und Korruptionsbekämpfung, um dann in solchen Staaten ganz bevorzugt zu investieren", so der Minister.

Müller bereiste seit der vergangenen Woche unter anderem Eritrea, Äthiopien, Simbabwe, und Tschad. Am Donnerstag ist er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im westafrikanischen Ghana. Nach ihrer Ankunft in der Hauptstadt Accra wird die Kanzlerin von Staatspräsident Nana Akufu-Addo empfangen. Auf dem Programm in Accra stehen Gespräche mit Vertretern von in Ghana tätigen deutschen Unternehmen und der Besuch eines Zentrums für Jungunternehmer. Die Wirtschaftsbeziehungen zählen zu den zentralen Themen der Reise Merkels nach Westafrika, die Kanzlerin wird von einer Wirtschaftsdelegation begleitet.

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