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Lappen weg nach dem Oktoberfest - Hunderte Betrunkene auf E-Scootern geschnappt

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In diesem Jahr hat die Polizei rund um das Oktoberfest so viele betrunkene Verkehrsteilnehmer gestoppt wie nie zuvor. Besonders im Fokus: Hunderte Alkoholfahrten auf E-Scootern.

Beim Oktoberfest hat es in diesem Jahr einen Rekord an Alkoholfahrten gegeben. Ein Grund waren E-Tretroller. Die Polizei stoppte in den beiden Festwochen 774 alkoholisierte Verkehrsteilnehmer. Davon waren 414 auf E-Scootern unterwegs, wie die Polizei am Sonntag zum Abschluss des Volksfestes berichtete.

Eher Lifestyleprodukt als Verkehrsmittel?

Eine Frau fährt mit einem E-Scooter in der Nähe des Oktoberfests am 25.09.2019 in München
E-Scooterer-Fahrerin in der Nähe des Oktoberfests
Quelle: DPA

Bei 469 Verkehrsteilnehmern wurde der Führerschein sofort sichergestellt - unter ihnen 254 E-Scooter-Fahrer. Die Regelungen für die E-Tretroller würden vermutlich auch deshalb nicht eingehalten, da die Fahrzeuge nicht als ernst zu nehmendes Verkehrsmittel betrachtet würden, sagte der Pressesprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins. Viele sähen in den Rollern ein Lifestyle-Produkt oder Spielzeug - und nutzten sie entsprechend.

E-Scooter auf dem Weg zum Oktoberfest am 21.09.2019 in München
Müssen draussen bleiben: E-Scooter auf dem Oktoberfest in München.
Quelle: DPA

Aber auch viele Autofahrer hätten noch nicht verstanden, dass die Polizei nicht nur auf der Wiesn selbst unterwegs sei, sagte da Gloria Martins. Denn auch bei den sonstigen Alkoholfahrten gab es eine Zunahme: 360 Autofahrer wurden alkoholisiert erwischt, im Vorjahr waren es 332 gewesen. Bei 215 wurde der Führerschein sofort sichergestellt (2018: 192).

Beamte und Sicherheitskräfte mussten zudem 1.100 Scooter-Fahrer an den Sperrzonen rund um das Festgelände abweisen - für die Roller galten dieselben weiträumigen Straßensperrungen rund um das Volksfest wie für Autos. Während der Wiesnzeit gab es im Münchner Stadtgebiet 21 Unfälle mit E-Scootern, dabei wurden 15 Menschen verletzt. Bei 13 Unfällen war Alkohol im Spiel.

Mehr Maßkrug-Schlägereien, weniger Taschendiebstähle

Laut vorläufigem Bericht des Polizeipräsidiums München ist die Zahl der Taschendiebstähle auf der Wiesn in diesem Jahr zurückgegangen. 2019 wurden 133 Taten erfasst, im Vorjahr waren es 174 gewesen.

Die Zahl der Sexualdelikte ist nach Angaben der Polizei gestiegen: Insgesamt seien 45 Sexualdelikte mit Bezug zum Oktoberfest registriert worden. 2018 waren es 42 gewesen. Insbesondere das "sexuell motivierte Berühren" vorwiegend von Frauen mache einen überwiegenden Teil der Fälle aus. Wie hoch der Anteil genau ist, lässt sich dem vorliegenden Bericht nicht entnehmen. Im Zusammenhang mit Sexualdelikten wurden 29 Personen festgenommen.

Die Zahl der Körperverletzungen ist laut Bericht der Polizei leicht gestiegen. 2018 wurden 256 Fälle verzeichnet, in diesem Jahr waren es 263. Die Polizei begründet das mit der Steigerung der gefährlichen Körperverletzungen (2019: 78; 2018: 70) und die darunter fallenden sogenannten Maßkrug-Schlägereien. 2018 hatte es 27 solcher Schlägereien gegeben, 2019 waren es 32.

Gäste tranken weniger Bier

Die Gäste kamen mit gutem Appetit und verzehrten wie im Vorjahr 124 Ochsen sowie 29 Kälber (2018: 27). Sie waren aber zurückhaltender beim Bier: 7,3 Millionen Maß rannen durch durstige Kehlen, 200.000 weniger als im Vorjahr.

In der Wiesn-Sanitätswache mussten die Helfer auch weniger "Bierleichen" behandeln: Die Aicher Ambulanz Union registrierte rund 600 Intoxikationen, fast 120 weniger als im Vorjahr.

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