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Münchner Amoklauf - Amoklauf: Lange Haft für Waffenhändler

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Fahrlässige Tötung in neun Fällen, Körperverletzung und illegaler Waffenhandel: Der Verkäufer der Waffe für den Münchner Amoklauf ist zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

Der Angeklagte Philipp K. im Landgericht München
Der Angeklagte Philipp K. im Landgericht München
Quelle: dpa

Das Landgericht München sprach den Angeklagten Philipp K. wegen fahrlässiger Tötung in neun Fällen, fahrlässiger Körperverletzung in fünf Fällen und Verstößen gegen das Waffengesetz schuldig. Der 33-Jährige aus Marburg (Hessen) hatte die Pistole an den jugendlichen Täter verkauft, der im Juli 2016 am Münchner Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) neun Menschen und dann sich selbst erschoss.

Erstmals wird damit ein illegaler Waffenhändler mit dem Verkauf einer Schusswaffe für eine Tat verantwortlich gemacht, an der er nicht selbst beteiligt war. Der 18-jährige Schütze David S. hatte die Pistole vom Typ Glock 17 und Hunderte Schuss Munition bei Händler Philipp K. in Marburg abgeholt. Über das Darknet, einen verborgenen Teil des Internets, hatten die beiden zusammengefunden. Dort hatte Philipp K. unter dem Decknamen "rico" seine Waffen angeboten.

Angeklagter spricht Beileid aus

Der Angeklagte sagte in seinem Schlusswort, er wolle den Angehörigen und Hinterbliebenen sein Beileid aussprechen. "Es tut mir wahnsinnig Leid, was passiert ist." Zu Prozessbeginn hatte der 33-Jährige zugegeben, dass er die Pistole und Munition an David S. verkauft hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre und zwei Monate Haft verlangt. Erst durch den Waffendeal sei die Tat am OEZ möglich geworden. Philipp K. habe wegen der Umstände des Waffenverkaufs davon ausgehen müssen, dass Menschen verletzt oder getötet werden sollen.

Die Verteidigung plädierte dagegen für dreieinhalb Jahre Haft wegen Verstößen gegen das Waffengesetz. Eine fahrlässige Tötung, wie von der Staatsanwaltschaft angeklagt, sei nicht gegeben. Philipp K. habe nicht absehen können, was mit der Waffe geschehen sollte.

Mutter eines Opfers: "Unser Leben hat ohne ihn keinen Sinn"

Die Angehörigen der Opfer hatten als Nebenkläger eine Verurteilung wegen Beihilfe zum Mord gefordert. Die Familien warfen Philipp K. vor, er habe gewusst, was David S. mit der Pistole vorhatte. Die beiden habe eine rechte Gesinnung geeint.

In einem letzten Plädoyer der Nebenkläger wandte sich die Mutter eines getöteten 17-Jährigen unter Tränen an das Gericht: "Wir haben keine Freude zu Hause. Wir haben unsere Gesundheit verloren. Unser Leben hat ohne ihn keinen Sinn. Ich hoffe, um dieses Leid etwas zu mildern, wird ein gerechtes Urteil gefällt werden." Und an die Anklagebehörde: "Ich möchte Herrn Staatsanwalt fragen: Wenn Sie so etwas erlebt hätten, würden Sie eine niedrige Strafe für angemessen halten?"

Dessen Opfer waren vorwiegend junge Menschen mit Migrationshintergrund. Dennoch gingen die polizeilichen Ermittler davon aus, dass David S. aus persönlicher Kränkung handelte, nicht etwa aus politischen Gründen. Seine Opfer glichen demnach den Altersgenossen, die ihn jahrelang gemobbt hatten.

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