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Rassismus-Vorfall in 3. Liga - Münsteraner Fans sorgen für Festnahme

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Ein Fan von Preußen Münster beleidigt einen Spieler des Gegners rassistisch. Das Besondere: Andere Fans schreiten ein. Ein Thema heute Abend im aktuellen sportstudio.

Der Fanblock von Preußen Münster im Spiel gegen Würzburger Kickers
Der Fanblock von Preußen Münster im Spiel gegen Würzburger Kickers
Quelle: imago

Mit einer bemerkenswerten Aktion und lautstarken "Nazis raus"-Rufen haben Fans des Bundesliga-Gründungsmitglieds Preußen Münster auf einen Rassismusvorfall reagiert. In der Schlussphase des Drittliga-Spiels gegen die Würzburger Kickers am Freitagabend (0:0) hatte ein Mann auf der Tribüne den Gäste-Profi Leroy Kwadwo beleidigt und Affenlaute in dessen Richtung gemacht. Nach Vereinsgaben zeigten daraufhin andere Fans auf den Zuschauer, damit dieser von Ordnungskräften ausfindig gemacht werden konnte.

So abstoßend die getätigten Affenlaute gegen den Spieler waren, so beeindruckend war die anschließende Reaktionen der übrigen Zuschauer, die nicht nur auf den Täter zeigten und ihn so für die Ordnungskräfte erkennbar machten, sondern mit unüberhörbaren Nazis-raus-Rufen die starke antirassistische Haltung der Preußenfans und der Münsteraner deutlich machten.
Mitteilung des Vereins Preußen Münster

Ein Sprecher der Polizei bestätigte dem "Spiegel" die Beleidigungen. Der Mann sei vor dem Stadion in Gewahrsam genommen und auf das Präsidium gebracht worden. Demnach soll gegen den Mann eine Anzeige wegen Volksverhetzung gestellt werden. Wie der "Spiegel" weiter schreibt, soll der Mann nach Informationen der Polizei Kwadwo auch zugerufen haben: "Geh zurück in dein Loch."

Betroffener Spieler bedankt sich bei Preußen-Fans

In Münster entschuldigten sich die Gastgeber bei Kwadwo und den Gästen aus Würzburg. "Das ist nichts, was auf den Fußballplatz und schon gar nicht in unser Stadion gehört. Solche Leute wollen und brauchen wir hier nicht. Wir distanzieren uns ganz klar von solchen Äußerungen", sagte Vereinspräsident Christoph Strässer.

"Sowas gehört nicht ins Stadion. Ich habe nicht gedacht, dass mir so etwas mal passieren würde", wurde der 23 Jahre alte Kwado von den "Westfälischen Nachrichten" zitiert und bedankte sich für die Reaktion der Fans.

Würzburger loben Reaktion der Zuschauer

Die Würzburger hoben die Reaktion von Zuschauern und Klub hervor. "Das hat nirgendwo etwas verloren, das tolerieren wir als Verein nicht und niemand in Deutschland sollte so etwas tolerieren. Wir sagen Danke an die Zuschauer, wie die Reaktion darauf war", sagte Kickers-Trainer Michael Schiele.

Zuletzt hatte es auch im DFB-Pokalspiel zwischen dem FC Schalke 04 und Hertha BSC einen Rassismus-Vorfall gegeben. Am 4. Februar hatten Schalker Fans Hertha-Profi Jordan Torunarigha beleidigt. Schalke wurde zu einer Geldstrafe von 50.000 Euro verurteilt.

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