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Expertin klärt auf - Olivenöl: Die größten Mythen

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Braten oder nicht braten? Gesund oder Dickmacher? Um Olivenöl ranken sich viele Mythen. Feinkost-Expertin Ulrike Ohler erklärt ein für alle Mal, was an den Gerüchten dran ist.

Olivenölflaschen
Olivenöl findet sich in vielen deutschen Küchen. Doch wie man das Öl richtig lagert und einsetzt ist nicht ganz klar. Über die Jahre haben sich viele Gerüchte um das Öl aus dem Mittelmeerraum entwickelt.
Quelle: Reuters

Während im Öko-Test gerade noch die meisten Olivenöle aus dem Supermarkt durchgefallen sind, wissen hierzulande viele nicht, wie sie das Öl überhaupt einschätzen sollen. Ist es denn nun zum Braten geeignet oder nicht? Und wie steht es um seine Auswirkungen auf die Gesundheit? Feinkost-Expertin Ulrike Ohler hat die Fakten:

Mythos 1: "Ein Löffel täglich ist gesund"

Teller mit Olivenöl und Löffel
Täglich einen Löffel Olivenöl? So mancher schwört drauf.
Quelle: imageBROKER

Ulrike Ohler: "Ja, das stimmt. Olivenöl hat einen positiven Effekt auf die Blutfettwerte. Es senkt das schlechte Cholesterin, was die meisten als LDL kennen. Man sollte das Öl aber vielleicht nicht als Medizin einnehmen, sondern eher kulinarisch einsetzen. Und tendenziell sollten es vielleicht sogar eher zwei Esslöffel sein."

Dieser positive Effekt ist auf die Polyphenole, die Scharf- und Bitterstoffe im Öl, zurückzuführen. Sie wirken entzündungshemmend und krebsvorbeugend.

Mythos 2: "Zum Braten ungeeignet"

Öl in der Crepespfanne
Keine Sorge - Olivenöl darf nicht nur in den Salat, sondern auch in die Pfanne.
Quelle: imago images / imagebroker

Ohler: "Nein, das stimmt nicht. Mit Olivenöl kann man braten. Bis 180 Grad kann man das Öl erhitzen - für Fisch und für Fleisch. Ich frittiere sogar damit, zum Beispiel wenn wir selbst Pommes machen. Und ich backe auch mit Olivenöl."

Am besten sollte man beim Braten zu Olivenöl mit der Kennzeichnung 'extra nativ' greifen. Dieses hat einen geringeren Anteil an freier Säure als natives Öl. Es ist somit besser geeignet fürs Braten bei hohen Temperaturen. Im Vergleich dazu: Butter verträgt nur 100 Grad.

Mythos 3: "Olivenöl muss man im Kühlschrank lagern"

Olivenernte in Griechenland
Der Zeitpunkt der Olivenernte hat viel Auswirkung auf die Qualität des Öls.
Quelle: dpa

Ohler: "Olivenöl sollte auf jeden Fall griffbereit sein, damit man es einsetzt, es sollte aber möglichst nicht auf der Fensterbank stehen, weil es da Licht und Wärme ausgesetzt ist. Olivenöl muss man nämlich immer dunkel, also vor Wärme und vor Licht geschützt lagern."

Die beste Lagertemperatur für Olivenöl liegt zwischen 8 und 15 Grad. Im Kühlschrank dagegen kann es flocken, da die Wachse aus der Olivenschale fest werden. Dadurch ändert sich das Öl aber nur optisch und nicht im Geschmack.

Mythos 4: "Teurer ist besser"

Je besser ein Öl desto geringer der Anteil an freien Säuren. Während ein natives Olivenöl einen Anteil von zwei Prozent hat, liegen extra native Öle bei unter 0,8 Prozent. Entscheidend dafür ist der Reifegrad der Olive zum Erntezeitpunkt.

Ohler: "Teurere Öle sind häufig die Öle, die früher geerntet werden. Frühe Ernte bedeutet für den Ölproduzenten, dass er weniger Quantität hat, einen höheren Aufwand, die Oliven zu ernten, weil sie eben noch nicht runtergefallen sind - er muss sie eben aktiv ernten. Die Öle sind fruchtiger, haben mehr Schärfe und haben mehr Polyphenole. Aber auch bei den preiswerteren Ölen gibt es manchmal richtig tolle Öle, darum empfehle ich eigentlich jedem immer, ein Öl erstmal zu probieren."

Olivenöl in Zahlen:

  • 2,2 Millionen Tonnen Olivenöl hat die EU 2018 produziert. Weltweit waren es rund 3,1 Millionen Tonnen. Spanien ist der mit Abstand größte Hersteller von Olivenöl
  • 5 bis 10 Kilogramm Oliven braucht es, um einen Liter Olivenöl herzustellen
  • 90 Prozent der europäischen Olivenöle stammen aus dem Mittelmeerraum
  • 30,6 Millionen Liter Olivenöl haben die Deutschen 2017 gekauft. Damit ist Olivenöl das drittbeliebteste Öl - nach Raps- und Sonnenblumenöl.
Olivenölnflaschen in einer Restaurant in Frankreich

"Schmierige Geschäfte" - In jedem zweiten Olivenöl steckt Mineralöl

Egal ob Bio oder billig: Im neuen "Öko-Test" fallen fast alle Olivenöle durch: Jedes zweite der 20 getesteten Öle ist mit Mineralöl verunreingt. Nur zwei kriegen Note 'gut'.

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