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Nach "MeToo"-Vorwürfen - Opernstar Domingo verlässt Met

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Im Rahmen der "MeToo"-Debatte gegen sexuell übergriffiges Verhalten einflussreicher Männer sieht sich Opernstar Placido Domingo Vorwürfen ausgesetzt. Jetzt zieht er Konsequenzen.

Placido Domingo tritt nicht mehr in der Met-Oper auf. Archivbild.
Placido Domingo tritt nicht mehr in der Met-Oper auf. Archivbild.
Quelle: Laszlo Balogh/AP/dpa

Nachdem ihm mehrere Frauen sexuelle Belästigung vorgeworfen haben, hat Opernstar Placido Domingo die New Yorker Metropolitan Oper verlassen. Er habe die Opernleitung um Entbindung von seinen Pflichten gebeten und werde nicht mehr an der Met auftreten, sagte Domingo den "New York Times".

Eigentlich sollte Domingo heute Abend zum ersten Mal seit Bekanntwerden der Vorwürfe wieder auf der Met-Bühne stehen. Mehrere Sängerinnen hatten Domingo teils Jahrzehnte zurückliegende Übergriffe vorgeworfen.

Domingo weist Anschuldigungen zurück

Die Oper bestätigte seinen Rückzug. "Ich weise die Anschuldigungen gegen mich entschieden zurück und mache mir Sorgen um ein Klima, in dem Menschen ohne angemessene Untersuchungen verurteilt werden, aber nach einigem Nachdenken glaube ich, dass mein Auftritt in der "Macbeth"-Inszenierung von der harten Arbeit meiner Kollegen auf und hinter der Bühne ablenken würde", schrieb Domingo an die Zeitung. Deswegen habe er um Entbindung von seinen vertraglichen Pflichten gebeten. "Und ich danke der Führung der Met, dass sie meine Bitte freundlicherweise akzeptiert haben."

Domingo deutete an, dass er nicht mehr an die Met, die als eines der renommiertesten Opernhäuser der Welt gilt, zurückkehren werde. Die jüngste Kostümprobe zu "Macbeth" sehe er als seinen "letzten Auftritt auf der Bühne der Met" an, wo er mit 27 zum ersten Mal gestanden habe, sagte der spanische Opernsänger.

"Alle weitere Aufführungen"

An diesem Mittwochabend hätte Domingo zum ersten Mal seit Bekanntwerden der Vorwürfe wieder in einer "Macbeth"-Vorführung auf der Met-Bühne stehen sollen. Schon im Vorfeld hatte es deswegen hinter den Kulissen viel Wirbel gegeben. Die Oper gab eine Mitteilung heraus, in der sie den Rückzug Domingos "von allen weiteren Aufführungen" bestätigte. "Die Met und Herr Domingo stimmen darin überein, dass er abtreten musste."

Mehrere Sängerinnen hatten Domingo im Zuge der «MeToo»-Bewegung gegen sexistisches und sexuell übergriffiges Verhalten einflussreicher Männer teils Jahrzehnte zurückliegende Übergriffe vorgeworfen. Einige Opern und Orchester sagten daraufhin Auftritte Domingos ab. Andere halten jedoch weiter an dem Sänger fest. Bei seinem ersten Auftritt nach Bekanntwerden der Vorwürfe war der Künstler vom Publikum der Salzburger Festspiele demonstrativ gefeiert worden.

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