Sie sind hier:

Nach Atomtest - Nordkorea: Putin warnt vor globaler Katastrophe

Datum:

Im eskalierenden Atomstreit mit Nordkorea mahnt Russlands Präsident Putin eine Verhandlungslösung an. Die militärische Hysterie könne nichts Gutes bringen, vielmehr drohe eine globale Katastrophe mit vielen Opfern.

Nordkorea hat Peking bei früheren Atomtests vorab informiert - diesmal gab es keine Vorwarnung. Auch der politische Einfluss Chinas auf Nordkorea ist abgestürzt, seit Peking wirtschaftlichen Druck auf Pjöngjang ausübt.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Der russische Wladimir Präsident Putin hat sich dagegen ausgesprochen, mit schärferen Sanktionen den Druck auf Nordkorea zu erhöhen. Dies sei sinnlos, sagte Putin auf dem BRICS-Gipfeltreffen der Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Schärfere Sanktionen hätten keinen Einfluss auf die Regierung in Pjöngjang, könnten stattdessen aber das Leiden der Bevölkerung deutlich vergrößern. Zugleich forderte der russische Präsident alle Beteiligten dazu auf, im Atomkonflikt mit Nordkorea die Ruhe zu bewahren.

Nordkorea werde sein Atomprogramm nicht aufgeben, solange es sich nicht sicher fühle, sagte Putin der Agentur Tass zufolge. "Es gibt keinen anderen Weg als Verhandlungen, um das nordkoreanische Atomproblem zu lösen." Kritik äußerte er an den USA: Washington setze China und Russland erst auf die Sanktionsliste, erwarte dann aber Hilfe bei Strafmaßnahmen gegen Nordkorea. "Das ist ungeschickt, um das Mindeste zu sagen."

Haley: Zeit für halbe Sachen vorbei

Zuvor hatte US-Botschafterin Nikki Haley bei den Vereinten Nationen in New York gesagt, dass direkte oder mehrseitige Gespräche mit Nordkorea nicht funktioniert hätten. Während einer Dringlichkeitssitzung forderte sie, dass der Weltsicherheitsrat die härtesten Maßnahmen gegen das Land ergreift.

Der Missbrauch von Raketen und die Atomdrohung von Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un zeigten, dass er "um Krieg bettelt". Die Forderungen nach einem Dialog mit Pjöngjang sehen die USA inzwischen kritisch. Immer wieder sei mit Nordkorea verhandelt worden, was aber nicht funktioniert habe, so Haley. "Die Zeit für halbe Sachen im UN-Sicherheitsrat ist vorbei." Sie kündigte einen Katalog mit härteren Maßnahmen an, über den der Rat kommenden Montag abstimmen solle. Den USA geht es besonders um eine Aussetzung der Öllieferungen aus China nach Nordkorea.

Trump für Waffendeal mit Südkorea

US-Präsident Donald Trump indes demonstriert Einigkeit mit seinem Seouler Amtskollegen Moon Jae In. Das Weiße Haus erklärte, Trump habe Moon gesagt, dass er den südkoreanischen Vorstoß für ein Ende der Nutzlastbegrenzung unterstützte. Trump habe "konzeptionell" zugestimmt, dass Südkorea US-Waffen und -Militärausrüstung im Wert von Milliarden von Dollar kauft. Er sei bereit, Rüstungsverkäufe im Wert von "vielen Milliarden Dollar" zu genehmigen. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.

Trump und Moon seien übereingekommen, den Druck auf Nordkorea mit allen verfügbaren Mitteln zu erhöhen. Dazu zähle die Zusage, ihre gemeinsamen militärischen Kapazitäten zu verstärken, so das Weiße Haus. Das etwa 40-minütige Telefonat war das erste Gespräch zwischen den beiden Präsidenten seit Nordkoreas jüngstem Atombombentest. Trump und Moon seien sich einig gewesen, dass der Test eine bedenkliche Provokation sei, die "beispiellos" sei, berichtete Moons Büro.

"Krieg ist nie etwas, was USA anstreben"

Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja sagte: "Wir müssen unbedingt einen kühlen Kopf bewahren und ein Vorgehen vermeiden, das zu weiteren Spannungen führen kann." Haley sagte: "Krieg ist nie etwas, was die USA anstreben", aber die Geduld unseres Landes ist nicht grenzenlos." Kim Jong Un wolle, dass Nordkorea als Atommacht anerkannt werde, aber Nuklearmächte würden stets verantwortungsvoll handeln.

"Wenn ein Schurkenstaat eine Atombombe hat und mit einer Langstreckenrakete auf dich zielt, dann nimmt man nicht die Deckung herunter", sagte Haley. Der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft erinnerte daran, dass der Sicherheitsrat bereits mehrfach Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt habe, ohne ein Einlenken zu erreichen.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.