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Nach Atomtest Nordkoreas - Trump zu Waffendeal mit Südkorea bereit

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Im Atomkonflikt mit Nordkorea spielt Südkorea militärisch mit den Muskeln. Die USA drücken im UN-Sicherheitsrat aufs Tempo. Sie wollen härtere Sanktionen. Zugleich zeigt sich Präsident Trump offen für US-Waffenverkäufe an Seoul. China und Russland mahnen einen kühlen Kopf an.

Nordkorea hat Peking bei früheren Atomtests vorab informiert - diesmal gab es keine Vorwarnung. Auch der politische Einfluss Chinas auf Nordkorea ist abgestürzt, seit Peking wirtschaftlichen Druck auf Pjöngjang ausübt.

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Nach dem Atomtest Nordkoreas hat die südkoreanische Marine eine Militärübung vor der Küste der koreanischen Halbinsel abgehalten. Dabei waren eine Fregatte, ein Patrouillenschiff und mehrere Schiffe mit Raketenvorrichtungen zum Einsatz gekommen, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.

Zwischen Mittwoch und Samstag seien noch mehrere Marinemanöver geplant, hieß es aus Seoul. Das Land hob zudem in Absprache mit den USA die Größenbegrenzung seiner Raketen auf. Die USA wollten außerdem nun Nordkoreas Wirtschaftspartner ins Visier nehmen, um Pjöngjang zu isolieren.

Trump für Waffendeal mit Südkorea

US-Präsident Donald Trump telefonierte mit seinem Seouler Amtskollegen Moon Jae In und vereinbarte, dass die Nutzlast der südkoreanischen Raketen nicht mehr begrenzt sei, wie Moons Büro am Montag mitteilte. Das Weiße Haus erklärte, Trump habe Moon gesagt, dass er den südkoreanischen Vorstoß für ein Ende der Nutzlastbegrenzung unterstützte. Trump habe "konzeptionell" zugestimmt, dass Südkorea US-Waffen und -Militärausrüstung im Wert von Milliarden von Dollar kauft. Er sei bereit, Rüstungsverkäufe im Wert von "vielen Milliarden Dollar" zu genehmigen, sagte Trump nach Angaben des Weißen Hauses. Einzelheiten wurden nicht genannt.

Trump und Moon seien übereingekommen, den Druck auf Nordkorea mit allen verfügbaren Mitteln zu erhöhen. Dazu zähle die Zusage, ihre gemeinsamen militärischen Kapazitäten zu verstärken, so das Weiße Haus. Das etwa 40-minütige Telefonat war das erste Gespräch zwischen den beiden Präsidenten seit Nordkoreas jüngstem Atombombentest. Trump und Moon seien sich einig gewesen, dass der Test eine bedenkliche Provokation sei, die "beispiellos" sei, berichtete Moons Büro.

USA und Südkorea für härtere UN-Sanktionen

Trump und Moon vereinbarten nach Angaben des Weißen Hauses zudem, härtere UN-Sanktionen gegen Nordkorea anzustreben. "Die Vereinigten Staaten werden jedes Land, das mit Nordkorea Geschäfte betreibt, als Land betrachten, das deren rücksichtslosen und gefährlichen nuklearen Absichten Hilfe leistet", sagte die US-Botschafterin an die Vereinten Nationen, Nikki Haley. Es könne nicht mehr auf dem Spiel stehen. Ihr Land werde in dieser Woche eine entsprechende Resolution vorschlagen in der Hoffnung, dass diese nächste Woche verabschiedet werde. Machthaber Kim Jong Un "bettelt um Krieg", sagte Haley zudem im UN-Sicherheitsrat.

Australiens Premierminister Malcolm Turnbull appellierte an China, die Regierung in Pjöngjang "zur Vernunft zu bringen". Ein Krieg in der Region wäre eine Katastrophe, sagte Turnbull dem australischen Radiosender Nova 96.9 in Sydney. "Jeder, der Einfluss auf Nordkorea hat, sollten diesen nutzen, um sie zur Vernunft zu bringen", sagte Turnbull.

Kanzlerin Angela Merkel warb in einem Telefonat mit dem US-Präsidenten für eine friedliche Lösung. Laut Regierungssprecher Steffen Seibert sagte sie zu, sich in der EU für schärfere Sanktionen gegen Nordkorea einzusetzen. In dem Gespräch sagte Trump laut Weißem Haus, im Koreakonflikt lägen alle Optionen auf dem Tisch.

China und Russland setzen auf Verhandlungen

China und Russland riefen dazu auf, einen kühlen Kopf zu bewahren. Präsident Wladimir Putin, der zum Gipfel der Brics-Staaten Brasilien, Russland; Indien, China und Südafrika in der chinesischen Hafenstadt Xiamen ist, setzte sich einem Telefonat mit Moon für eine Aufnahme von Verhandlungen mit Pjöngjang ein. Alle politisch-diplomatischen Mittel müssten genutzt werden.

Chinas UN-Botschafter Liu Jieyi mahnte vor dem Sicherheitsrat eine friedliche Lösung des Konfliktes an: "Wir werden niemals Chaos und Krieg auf der koreanischen Halbinsel erlauben." Alle an dem Konflikt beteiligten Seiten müssten einer weiteren Eskalation entgegenwirken. Chinesische Experten diskutierten eine Drosselung der Öllieferungen nach Nordkorea, zeigten sich aber skeptisch, ob sich Kim Jong Un dadurch von neuen Provokationen abhalten lässt. Auch fürchtet Peking einen Kollaps des Nachbarlandes mit unkalkulierbaren Folgen.

"Krieg ist nie etwas, was die USA anstreben"

Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja sagte: "Wir müssen unbedingt einen kühlen Kopf bewahren und ein Vorgehen vermeiden, das zu weiteren Spannungen führen kann." Haley sagte: "Krieg ist nie etwas, was die USA anstreben", aber die Geduld unseres Landes ist nicht grenzenlos." Kim Jong Un wolle, dass Nordkorea als Atommacht anerkannt werde, aber Nuklearmächte würden stets verantwortungsvoll handeln.

"Wenn ein Schurkenstaat eine Atombombe hat und mit einer Langstreckenrakete auf dich zielt, dann nimmt man nicht die Deckung herunter", sagte Haley. Der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft erinnerte daran, dass der Sicherheitsrat bereits mehrfach Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt habe, ohne ein Einlenken zu erreichen.

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