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Hubert Aiwanger im ZDF-Interview - "Werden der CSU auf die Finger schauen"

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Er ist einer der Wahlsieger: Hubert Aiwanger erreichte mit den Freien Wählern ein Rekordergebnis und liebäugelt nun mit der CSU. "Wir streben diese Koalition an", sagte er im ZDF.

Hubert Aiwanger, Spitzenkandidat der Freien Wähler in Bayern, sagt zu möglichen Koalitionsverhandlungen mit der CSU: „Wir haben die Themen der Mitte“. Er wolle sich, wie angekündigt, stärker um „Alltagsthemen“ kümmern.

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ZDF: Herzlichen Glückwunsch, Herr Minister in spe, oder?

Hubert Aiwanger: Vielen Dank, darum geht's jetzt nicht, ob ich Minister werde oder nicht. Aber es ist jetzt ein ordentliches Ergebnis für uns mit irgendwo 11,5 Prozent. Wir sind wohl dabei. Es wird wohl für eine bürgerliche Mehrheit reichen, das war mein Ziel und damit zunächst mal: Mission erfolgreich beendet.

ZDF: Herr Söder hat ja die Wahl zwischen den Grünen und Ihnen - und scheint Ihnen zuzuneigen. Sind Sie handzahm?

Aiwanger: Nein, wir sind vielleicht etwas vernünftiger als die Grünen und wir haben die Themen der Mitte. Die Grünen haben vielleicht einige ideologische Themen, haben sich bei der Migrationspolitik vielleicht zuweilen auch links aus dem Fenster gelehnt, das ist der Mehrheit der Bayern wohl nicht zu vermitteln. Wir wollen bürgerlich-wertkonservativ in der Mitte weiterregieren und da wird eine CSU-Freie-Wähler-Koalition die richtigen Antworten auch auf die Herausforderungen finden.

ZDF: Setzen Sie andere Nuancen oder einen anderen Ton als die CSU in der Migrationsfrage?

Aiwanger: In der Migrationsfrage sind wir Pragmatiker, wir sagen ganz klar, wir müssen geltendes Recht umsetzen. Hier ist ja in den letzten Monaten und Jahren nicht viel passiert außer großen Sprüchen und vielen Schlagzeilen. Von einem Transitzentrum bis sonst noch was - und passiert ist nichts. Weiterhin haben wir Leute, wo vielleicht die Fingerabdrücke nicht ordentlich erfasst sind und dergleichen mehr. Wir müssen das vernünftig abarbeiten. Dann bringen wir wieder Vernunft und Ruhe rein.

ZDF: Das heißt, Sie werden liefern, was die CSU versprochen hat?

Aiwanger: Genau, wir werden der CSU auf die Finger schauen und werden hier gute Ideen einbringen und wollen sie hier weiterhin mit Themen vorantreiben. Wir wollen die Kostenfreiheit der Kitas einführen, wir wollen keine weiteren Krankenhäuser schließen, wir wollen im Bereich der Inneren Sicherheit liefern, wir wollen mehr Polizei, wir fordern mehr Asylrichter, um die Verfahren zu beschleunigen, damit hier nicht komische Parteien Stimmung machen und Stimmen gewinnen.

Ohne ihren Landesvorsitzenden Hubert Aiwanger wäre die FWG in Bayern nicht so erfolgreich, sie sehen sich bürgerlich-konservativ und gewinnen dort, wo die CSU an Boden verliert – vor allem im ländlichen Raum.

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ZDF: Das klingt jetzt nach einem ganzen Katalog. Gibt es denn ein, zwei Punkte, wo Sie sagen, da wird sich eine Regierung mit Freien Wählern grundsätzlich unterscheiden von einer CSU-Regierung ohne Freie Wähler?

Aiwanger: Indem wir mehr auf die Themen der kleinen Leute zugehen. Indem wir uns mehr um die Alltagsthemen kümmern: mehr gesunder Menschenverstand statt Größenwahn, das ist unsere große Überschrift. Söder hatte ja zuletzt sein Weltraumprogramm "Bavaria One" verkündet. Wir sagen: Kümmere dich erstmal um die Hebammen, um die Lehrer, um die Landwirte - und dann heben wir erst in den Weltraum ab.

ZDF: Trotzdem: An einem Tag, an dem ganz viele Wähler von der CSU weggelaufen sind, laufen Sie zur CSU hin. Was ist denn so verlockend?

Aiwanger: Wir laufen nicht dorthin, sondern wir versuchen einfach für dieses Land so schnell wieder eine regierungsfähige Mehrheit hinzubekommen. In Bayern muss man ja nach vier Wochen die Regierung stehen haben, sechs Monate Diskussion wie in Berlin funktioniert hier nicht. Wir müssen schnell liefern. Wir sind eine Partei der Verantwortung und nicht irgendeine Stimmungspartei. Und deshalb sagen wir: es geht momentan nur mit der CSU vernünftig und deshalb strebe ich diese Koalition an.

Das Interview führte ZDF-heute-journal-Moderator Claus Kleber.

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