Sie sind hier:

Messerattacke auf Bürgermeister - Hollstein: "Hass bringt uns nicht weiter"

Datum:

Bürgermeister Hollstein ist vor der Messerattacke für seine Politik beschimpft worden. "Sie lassen mich verdursten und holen 200 Flüchtlinge nach Altena", habe der Täter gesagt.

Der Bürgermeister von Altena ist am Abend Opfer einer Messerattacke geworden. Möglicher Hintergrund: freiwillige Aufnahme von Flüchtlingen durch die Stadtverwaltung.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Der Täter habe ihn in einem Imbiss zunächst fixiert, dann gefragt, ob er der Bürgermeister sei, erzählte der 54-jährige Andreas Hollstein im Rathaus von Altena. Der Mann habe ihm ein Messer an den Hals gehalten, das er selbst weggedrückt habe. Mithilfe von zwei Imbissbudenbesitzern sei der Täter dann bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten worden.

Nur leicht verletzt

Seine Schnittwunde habe nur geklebt werden müssen, berichtete Hollstein. Er sei glücklicherweise nur sehr leicht verletzt worden, werde aber zur Bewältigung des Vorfalls Hilfe suchen. Hollstein war am Montagabend in einem Döner-Grill in Altena von einem 56-jährigen Mann mit mutmaßlich fremdenfeindlicher Motivation angegriffen worden. Er kam ins Krankenhaus, wurde nach wenigen Stunden wieder entlassen. Nach einem Bericht der "WAZ" war der Täter offensichtlich alkoholisiert.

Die 18.000-Einwohner-Stadt Altena wurde bundesweit bekannt, weil sie mehr Flüchtlinge aufnimmt, als sie nach dem Verteilschlüssel aufnehmen müsste. Damit soll unter anderem der starke Bevölkerungsschwund gestoppt werden. Mit seiner auf eine schnelle Integration der Flüchtlinge ausgerichteten Politik hat sich Hollstein auch Feinde gemacht.

In Mails werde die Tat gelobt

Hollstein warnte auf der Pressekonferenz vor Hass in der politischen Auseinandersetzung. "Hass bringt uns nicht weiter, diese Botschaft rüberzubringen, ist mir wichtig", sagte er. Er beklagte eine Verrohung des gesellschaftlichen Klimas und berichtete, ihn hätten bereits Mails erreicht, in denen die Tat gelobt werde. Zugleich betonte Hollstein: "Ich werde mich weiter für Flüchtlinge und Bürger in Altena einsetzen." "Ich weiß, wofür ich's mache, und ich mach's auch weiter", erklärte er.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.