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Nach der Wahl - Argentinien wählt den Wechsel

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In Buenos Aires steht ein Regierungswechsel an: Auf den neuen Präsident Alberto Fernandez warten nach den Jubelfeiern große Herausforderungen.

Alberto Fernandez gewann die Wahl in Argentinien.
Alberto Fernandez gewann die Wahl in Argentinien.
Quelle: Daniel Jayo/AP/dpa

Bis tief in die Nacht feierten die Anhänger von Alberto Fernandez am weltberühmten Obelisken in Buenos Aires. Der linksgerichtete Politiker wird in den kommenden vier Jahren das krisengeschüttelte Land regieren. Nach Auszählung von rund 96,65 Prozent der Stimmen kam Fernandez auf 48,11 Prozent, der konservative Amtsinhaber Mauricio Macri auf 40,36 Prozent. Vor einigen Wochen bei den Vorwahlen war die Differenz noch deutlich größer gewesen, dennoch war es ein klarer Wählerauftrag für Fernandez.

"Wir wollen unser Land zurück"

Trommeln für die Siegesfeier am Obelisken
Bis tief in die Nacht feierten die Fernandez-Anhänger in Buenos Aires.
Quelle: ZDF

"Sie sind weg, sie sind weg", riefen die Fernandez-Anhänger in der Nacht zum Montag im Herzen von Buenos Aires. "Wir wollen unser Land zurück", hieß es in Sprechchören. "Fernandez wird das wieder aufbauen, was Macri eingerissen hat", sagte Angela Rossini im Gespräch mit heute.de. Sie gehört zu jenem Teil der Argentinier, die große Hoffnungen in den neuen starken Mann im "Casa Rosada" stecken und in der Nacht feierte. Fernandez hat versprochen die Armut und den Hunger effektiv zu bekämpfen. Er will ein neues Land und eine bessere Regierung. Daran wird er sich messen lassen müssen.

Für die Probleme von morgen hatten die Wahlsieger in der Nacht aber noch keine Zeit. Stattdessen wurde getrommelt, gefeiert, getanzt und auch das ein oder andere Spottlied auf den Verlierer angestimmt. Rund um den Obelisken ging lange nichts mehr. Vorbeifahrende Autofahrer wurden in argentinische Fahnen gehüllt. Es waren nicht die Reichen und Gutverdienenden, die hier feierten, sondern die, die von Fernandez tatsächliche Hilfe erwarten und das schon bald.

Fernandez kündigt Sozialplan an

Wir sind wieder da und wir werden besser sein"
Wahlsieger Alberto Fernandez

Fernandez kündigte einen Plan gegen den Hunger und einen Sozialplan an. Wie genau das aussehen soll, ist noch offen. Zu neuen wirtschaftspolitischen Maßnahmen schwieg Fernandez bislang, seine künftige Vizepräsidentin Cristina Kirchner, die das Land von 2007 bis 2015 als Staatspräsidentin regierte, kündigte im Wahlkampf an, die Wirtschaft demokratisieren zu wollen. Der linke Ex-Wirtschaftsminister Axel Kicillof, der die Wahl um den Gouverneursposten in der bevölkerungsreichen Provinz Buenos Aires gewann, kündigte ein "Ende des Neoliberalismus" an. "Wir sind wieder da und wir werden besser sein", rief Fernandez am Abend seinen Anhängern zu.

Die Feier blieb friedlich, das lag auch daran, dass sich Macri als fairer und verantwortungsvoller Verlierer präsentierte. "Ich habe Fernandez zu seiner Wahl gratuliert", sagte Macri am Abend. Am Montagvormittag (Ortszeit) soll es ein erstes Übergabegespräch zwischen Macri und Fernandez geben. Und ein Foto, das demokratische Stabilität und Seriösität ausstrahlen soll. In einer Zeit, in der im Nachbarland Bolivien heftige Auseinandersetzungen um einen umstrittenen Wahlsieg von Präsident Evo Morales toben, ist das ein bemerkenswerter Unterschied.

Viel Zeit wird Fernandez nicht haben

Danach beginnt für den künftigen Präsidenten die Zeit der ersten Entscheidungen. Beobachter erwarten mit großem Interesse wer bei der Transition der Macht die entscheidenden Rollen der Regierung spielen soll. Das wird einen ersten Aufschluss darüber geben, wohin die politische Reise gehen wird. Viel Zeit wird Fernandez nicht haben. Auch Macri holte die Realität vor vier Jahren schnell ein. Schon in der Nacht gab die Zentralbank erste Entscheidungen bekannt, darunter eine Beschränkung des monatlichen Kaufs von 200 US Dollar für Privatpersonen.

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