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Wetterdienst verspricht bessere Prognosen

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Nach dem Dürresommer - Wetterdienst verspricht bessere Prognosen

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Es war ein Rekordsommer mit Rekordschäden. Hitze und Trockenheit bescherten den Landwirten 2018 massive Ernteverluste. Der Deutsche Wetterdienst will nun bessere Daten bieten.

Professor Paul Becker kennt die Schwierigkeiten bei der genauen Wettervorhersage. Gerade Niederschläge seien für die Meteorologen des Deutschen Wetterdiensts (DWD) schwierig vorherzusagen, vor allem über einen längeren Zeitraum. Doch nach dem Dürresommer 2018 verlangen die Landwirte genauere Daten von den Meteorologen.

Wir können also feststellen, ob die Böden weiter austrocknen oder ob die vorausgesagten Niederschlagsmengen ausreichen, um die Pflanzen zu versorgen.
Professor Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes

Auch deshalb hat der DWD in Offenbach ein neues Landzeitvorhersagemodell entwickelt. "Dabei koppeln wir unser atmosphärisches Vorhersagesystem mit dem Modell der Bodenfeuchte. Die Feuchte der Böden lässt sich über einen längeren Zeitraum besser messen. Wir können also feststellen, ob die Böden weiter austrocknen oder ob die vorausgesagten Niederschlagsmengen ausreichen, um die Pflanzen zu versorgen. Damit haben wir eine Chance etwas weiter in Zukunft zu schauen", hofft Professor Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes.

Ein verkümmerter Maiskolben liegt auf einem geschädigten Maisfeld in Niedersachsen am 22.08.2018
Ein verkümmerter Maiskolben im Sommer 2018 auf einem geschädigten Maisfeld in Niedersachsen
Quelle: dpa

Mit der "Wetter-App" auf dem Feld

Wenn solche Dürrevorhersagen vom Deutschen Wetterdienst kommen, dann ist das für unsere Planungssicherheit sehr gut. Die Betriebe können entsprechend vorher reagieren und müssen nicht auf die Dürre agieren.
Michael Hahn, Landwirt

Entwicklungen früher vorhersagen zu können, das würde Michael Hahn helfen. Der Dürresommer brachte dem Landwirt aus Hessen 30 Prozent Ernteverlust - allein bei den Zuckerrüben. Schon jetzt schaut er täglich auf seine Wetter-App, informiert sich über Sonnenstunden und Niederschläge. "Wenn solche Dürrevorhersagen vom Deutschen Wetterdienst kommen, dann ist das für unsere Planungssicherheit sehr gut. Die Betriebe können entsprechend vorher reagieren und müssen nicht auf die Dürre agieren", hofft Landwirt Michael Hahn. Konkret könnten Landwirte in der Trockenperiode zum Beispiel weniger Schädlingsbekämpfungsmittel einsetzen, denn viele Pflanzen werden vor allem bei Regen befallen. Außerdem könnten Bauern, die Futtermittel für Nutztiere anbauen, die Ernte früher einfahren oder frühzeitig zusätzliches Futter im Ausland einkaufen.  

Klimawandel in Deutschland

Wenn wir aber eine Dürrephase haben, dann hält diese länger an. Und genauso verhält es sich mit den Niederschlägen. Große Mengen fallen auf einen kleinen Raum. Solche Situationen wird es häufiger geben.
Professor Paul Becker

Das Jahr 2018 wird mit großer Sicherheit das wärmste Jahr seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland werden. Wie der DWD ermittelt hat, lag die Temperatur im Mittel bei 10,4 Grad und damit 0,1 Grad über der des bisherigen Rekordjahres 2014.  Die Landwirtschaft muss sich immer mehr auf Extremwetterlagen einstellen. "Der Klimawandel ist real", sagt Professor Paul Becker. "Das heißt nicht, dass wir jedes Jahr eine Dürre haben werden. Wenn wir aber eine Dürrephase haben, dann hält diese länger an. Und genauso verhält es sich mit den Niederschlägen. Große Mengen fallen auf einen kleinen Raum. Solche Situationen wird es häufiger geben", sagt der Vizepräsident des Deutschen Wetterdiensts vorher.

"Das normale Jahr wird die Ausnahme" glaubt auch Landwirt Michael Hahn. Dabei habe er mit seinem Betrieb in der Wetterau im vergangenen Jahr noch Glück gehabt. Die Schäden hielten sich in Grenzen, viele andere Betriebe in Deutschland hatten größere Ernteschäden zu verzeichnen. Mit genaueren Wettervorhersagen sollen die Landwirte in Zukunft besser reagieren können. Auch wenn sich dadurch Ernteschäden nicht komplett verhindern lassen können.  

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