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Nach Anschlägen in Sri Lanka - Regierung macht Islamisten verantwortlich

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Eine einheimische Islamistengruppe ist nach Angaben von Sri Lankas Regierung für die Anschläge verantwortlich. In Colombo detonierte ein weiterer Sprengsatz.

In Colombo gab es eine weitere Explosion, als Polizisten eine Bombe in der Nähe einer Kirche entschärften. Die Regierung vermutet eine einheimische, islamistische Gruppe hinter den Taten.

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Sri Lankas Regierung hat eine einheimische radikal-islamische Gruppe für die Anschläge vom Ostersonntag verantwortlich gemacht. Die Regierung sei fest davon überzeugt, dass die Gruppe "National Thowheeth Jama'ath" die Selbstmordattentate verübt habe, sagte Kabinettssprecher Rajitha Senaratne. "Wir glauben nicht, dass diese Angriffe von einer Gruppe von Menschen verübt wurden, die auf dieses Land begrenzt waren", sagte Senaratne weiter. "Es gab ein internationales Netzwerk, ohne das diese Angriffe nicht gelungen wären."

Mehrere Bombenzünder entdeckt

Polizeichef Pujuth Jayasundara hatte bereits vor zehn Tagen nach Hinweisen ausländischer Geheimdienste vor Anschlägen auf Kirchen gewarnt. Als potenzielle Täter nannte der höchste Polizist Sri Lankas eben diese Gruppe, die nun von der Regierung für die Anschläge verantwortlich gemacht wird. Die Organisation muslimischer Tamilen hatte 2018 mit der Zerstörung von Buddha-Statuen für Schlagzeilen gesorgt.

Am Montag gab es eine weitere Explosion in Colombo, als Polizisten eine Bombe in der Nähe einer der Kirchen entschärften. Die Polizei entdeckte zudem 87 Bombenzünder, von denen zwölf an einem Busbahnhof auf dem Boden lagen.

In Sri Lanka hat sich eine neue Explosion ereignet. Entgegen einiger Berichte handelte es sich nicht um eine kontrollierte Sprengung, berichtet ZDF-Korrespondent Normen Odenthal.

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Ein Deutsch-Amerikaner unter den Opfern

Am Sonntag hatte es mindestens acht Detonationen gegeben, darunter drei in Kirchen und drei weitere in Luxushotels. Die Explosionen in den Kirchen, in denen Ostergottesdienste gefeiert wurden, und Hotels fanden fast zeitgleich statt und sind nach Angaben eines Forensikers des Verteidigungsministeriums von Sri Lanka von Selbstmordattentätern ausgeführt worden. Mittlerweile seien 290 Tote und mehr als 500 Verletzte registriert worden, sagte ein Polizeisprecher. Unter den Opfern sollen mindestens 35 Ausländer sein, unter ihnen US-Bürger, Briten, Inder und türkische Staatsbürger.

Unter den Toten sei nach derzeitigen Erkenntnissen auch "ein deutsch-amerikanischer Doppelstaatler", teilte das Auswärtige Amt am Montag in Berlin mit. "Soweit bisher bekannt sind keine weiteren Deutschen unter den Opfern", fügte eine Ministeriumssprecherin hinzu. Sie drückte den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus und wünschte den Verletzten rasche Genesung.

24 Festnahmen, doch noch bekennt sich niemand zu den Angriffen

Am Sonntagabend wurde in der Nähe des größten Flughafens der Insel, rund 30 Kilometer von Colombo entfernt, ein Sprengsatz gefunden und entschärft, wie ein Sprecher der Luftwaffe mitteilte. Nach Polizeiangaben vom Montagmorgen (MESZ) gab es 24 Festnahmen, es bekannte sich jedoch zunächst niemand zu den Angriffen.

Wie Premierminister Ranil Wickremesinghe in einer Fernsehansprache sagte, stammten die Festgenommenen offenbar alle aus Sri Lanka. Er wolle aber im Ausland um Unterstützung bitten, um herauszufinden, ob die Angreifer Verbindungen zum internationalen Terrorismus hätten. "Wir werden nicht zulassen, dass der Terrorismus in Sri Lanka seinen Kopf erhebt. Alle Maßnahmen werden ergriffen, um den Terrorismus auszulöschen", sagte Wickremesinghe.

Mehrheit der Einwohner sind Buddhisten

Der südasiatische Inselstaat mit seinen tropischen Stränden ist ein beliebtes Touristenziel, auch für Deutsche und andere Europäer. Dort hat es seit Jahren keinen größeren Anschlag gegeben. 2009 war ein 26 Jahre dauernder Bürgerkrieg zu Ende gegangen.

Die Tropeninsel mit ihren knapp 21 Millionen Einwohnern ist mehrheitlich buddhistisch. Rund 12,6 Prozent der Bevölkerung sind Hindus, 9,7 Prozent Muslime und 7,4 Prozent Christen.

26 Jahre lang wurde ein blutiger Bürgerkrieg zwischen buddhistischen Singhalesen und hinduistischen Tamilen geführt. Seit dem Ende des Bürgerkrieges wurden nach Angaben des Auswärtigen Amtes keine Terroranschläge mehr verübt. Bis heute.

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Explosionen sorgen für Entsetzen

Die Anschlagsserie hatte international für Entsetzen gesorgt. Papst Franziskus gedachte der Opfer vor Zehntausenden Gläubigen in Rom. UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich "schockiert über die terroristischen Attacken auf Kirchen und Hotels an Ostersonntag, einem heiligen Tag für Christen überall auf der Welt". Staats- und Regierungschefs, darunter US-Präsident Donald Trump, Russlands Präsident Wladimir Putin, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilten die Angriffe scharf.

Karte: Sri Lanka - Colombo
Karte: Sri Lanka mit der Hauptstadt Colombo
Quelle: ZDF

Aus Solidarität mit Sri Lanka leuchtete das Rathaus von Tel Aviv in den Farben des Inselstaates. Der Eiffelturm in Paris wollte auf die traditionelle Nachtbeleuchtung verzichten, um der Opfer in Sri Lanka zu gedenken.

Das Auswärtige Amt aktualisierte kurz nach den Attacken seine Reisehinweise und bat Reisende, die Anschlagsorte weiträumig zu meiden, die lokalen Medien zu verfolgen, engen Kontakt zu Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften zu halten und Anweisungen von Sicherheitskräften Folge zu leisten. Das Auswärtige Amt hat einen Krisenstab eingerichtet, Angehörige können sich unter der Telefonnummer 030-50000 melden.

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