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Nach Festnahme in Spanien - Schriftsteller Dogan Akhanli kommt frei

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Der in Spanien festgenommene Schriftsteller Dogan Akhanli ist wieder frei. Das teilte sein Anwalt mit. Der Kölner Autor muss aber vorerst in Madrid bleiben. Außenminister Sigmar Gabriel begrüßte die Freilassung.

Der in Spanien verhaftete Schriftsteller Dogan Akhanli ist aus der Haft entlassen worden. Die Richter in Madrid entschieden, dass er die Stadt aber vorerst nicht verlassen dürfe. Er war am Samstag auf Gesuch der Türkei in Spanien festgenommen worden.

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"Der Kampf hat sich gelohnt", schrieb Akhanlis Anwalt Ilias Uyar auf Facebook. "Dogan Akhanli kommt frei. Die gerichtliche Anhörung ist gerade zu Ende. Dogan Akhanli wird jetzt aus der Haft mit der Auflage in Madrid zu bleiben entlassen!"

Das Auslieferungsverfahren läuft einstweilen weiter und liegt zunächst in den Händen der spanischen Justiz. Nur für den Fall, dass diese eine Auslieferung an die Türkei für zulässig hält, entscheidet die spanische Regierung über eine Auslieferung Akhanlis an die Türkei. Das Verfahren kann viele Wochen dauern. Akhanli darf Spanien für die Dauer des Verfahrens nicht verlassen.

Akhanli seit seiner Flucht Deutscher

Die spanische Polizei hatte Akhanli am Samstag auf Betreiben der Türkei festgenommen. Er hatte Urlaub in Granada gemacht. Was genau ihm vorgeworfen wird, war zunächst unklar. Der Schriftsteller lebt seit seiner Flucht aus der Türkei 1991 in Deutschland und hat nur die deutsche Staatsbürgerschaft.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte sich am Samstag persönlich eingeschaltet und mit seinem spanischen Kollegen Alfonso Dastis telefoniert, um eine Auslieferung des türkischstämmigen Schriftstellers an die Türkei zu verhindern. Er begrüßte die Freilassung. "Es wäre schlimm, wenn die Türkei auch am anderen Ende Europas erreichen könnte, dass Menschen, die ihre Stimme gegen Präsident Erdogan erheben, in Haft geraten würden", erklärte Gabriel. "Ich habe vollstes Vertrauen in die spanische Justiz und weiß, dass unsere Freunde und Partner in der spanischen Regierung wissen, um was es geht", sagte Gabriel

Kontroverser Autor

Akhanli war als Folge einer sogenannten Red Notice bei Interpol im Auftrag der Türkei festgenommen worden. Damit kann ein Staat die Festnahme eines Gesuchten mit dem Ziel der Auslieferung beantragen.

In seinen Werken befasst sich der 1957 geborene Schriftsteller auch mit der Verfolgung der Armenier in der Türkei - einem höchst kontroversen Thema, bei dem in Akhanlis alter Heimat regelmäßig die Emotionen hochkochen. Er selbst wurde nach dem Militärputsch als Mitglied der kommunistischen TDKP 1984 verhaftet. Von 1985 bis 1987 saß er in Istanbul in einem Militärgefängnis.

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