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Nach Festnahme von Deutschem - Demirci bleibt in türkischer Haft

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Erneut wurde in der Türkei ein deutscher Staatsbürger festgenommen. Adil Demirci soll nun in Untersuchungshaft genommen worden sein.

Erneut sitzt ein Deutscher in einem türkischen Gefängnis. Symbol
Erneut sitzt ein Deutscher in einem türkischen Gefängnis. Symbol
Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

Der am Freitag in Istanbul festgenommene 33-jährige Deutsche Adil Demirci wird nach ZDF-Informationen in türkischer Haft bleiben. Er war heute einem Haftrichter vorgeführt worden, der darüber zu entscheiden hatte, ob Demirci frei kommt oder aber in Untersuchungshaft genommen wird. Dies ist offensichtlich nun der Fall.

Derya Okatan, die Chefredakteurin der linken Nachrichtenagentur ETHA, für die auch Demirci gelegentlich arbeitete, gab die Entscheidung über ihre sozialen Netzwerke bekannt.

„Der eigentliche Grund für seine Inhaftierung ist die Unterdrückung von Journalisten und einer freien Presse“, meint Okatan, „solche Maßnahmen werden nicht nur gegen ETHA ergriffen, sondern gegen viele andere Presseorgane auch.“ Außer Demirci waren am vergangenen Freitag zwei weitere Redakteurinnen der Agentur festgenommen worden.

Deutsche Botschaft organisiert konsularische Betreuung

Die deutschen Behörden hatten sich bislang zurück gehalten, da Demirci auch einen türkischen Pass besitzt und demnach in der Türkei als türkischer Staatsbürger behandelt wird. Ähnlich den Fällen des Journalisten Deniz Yücel und der Übersetzerin Mesale Tolu werden die deutsche Botschaft in Ankara und das Generalkonsulat in Istanbul nun jedoch auch für Demirci eine konsularische Betreuung organisieren müssen. Ein von der deutschen Vertretung beauftragter Rechtsanwalt soll bereits versucht haben, Kontakt zu dem Inhaftierten aufzunehmen.

Der zentrale Vorwurf der türkischen Behörden lautet auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Demirci soll Mitglied der Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei (MLKP) sein, die von der Türkei als Terrororganisation betrachtet wird. Mesale Tolu, die wie Demirci auch gelegentlich für die ETHA-Agentur gearbeitet hatte, war mehrere Monate lang inhaftiert. Deniz Yücel saß gar über ein Jahr in Untersuchungshaft. Beide waren nach teilweise erheblichem öffentlichen Druck auf freien Fuß gesetzt worden. Gegen beide laufen die Strafprozesse vor türkischen Gerichten weiter. Ein ähnliches Schicksal droht nun auch Adil Demirci.

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