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Krawalle bei "Gelbwesten"-Demos - Macron um Dialog mit Protestbewegung bemüht

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Kein Ausnahmezustand, sondern ein Gesprächsangebot: Nach den Krawallen der "Gelbwesten" geht die französische Regierung auf die Demonstranten zu - doch sie bleibt hart.

Die sogenannten „Gelbwesten“-Proteste in Paris sind außer Kontrolle geraten. Frankreichs Präsident Macron hat mit seiner Regierung über Konsequenzen beraten.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
  • Schwerste Krawalle in Paris seit Jahrzehnten
  • Verhandlungen mit Demonstranten geplant
  • Macron zeigt sich am Arc de Triomphe
  • Sicherheitskräfte bereiten sich vor
  • Mehr als 400 Menschen festgenommen, 133 verletzt

Die französische Regierung will nach den schwersten Krawallen seit Jahrzehnten auf die Demonstranten zugehen und nicht den Ausnahmezustand verhängen. Präsident Emmanuel Macron habe den Innenminister angewiesen, trotzdem die Sicherheitskräfte auf weitere Proteste vorzubereiten, teilte der Elysee-Palast am Sonntag mit. Der Ministerpräsident solle zudem Gespräche mit den Parteichefs und Vertretern der Protestbewegung aufnehmen.

Ausnahmezustand war offenbar kein Thema

In Macrons Umfeld hieß es, über den Ausnahmezustand sei nicht diskutiert worden. Ein Regierungssprecher hatte zuvor gesagt, es würden alle Optionen geprüft, um erneute Ausschreitungen zu verhindern. In Paris wurden am Wochenende mehr als 400 Menschen festgenommen und 133 verletzt. Macron eilte nach seiner Rückkehr vom G20-Gipfel in Buenos Aires am Sonntag sofort zum Arc de Triomphe in der Pariser Innenstadt. Das Denkmal wurde von Demonstranten beschädigt und mit Parolen beschmiert.

Ausgebrannte Autos stehen am Morgen nach Ausschreitungen bei Protesten gegen höhere Dieselsteuern auf einer Straße in Paris
Ausgebrannte Autos stehen am Morgen nach Ausschreitungen bei Protesten gegen höhere Dieselsteuern auf einer Straße in Paris
Quelle: reuters

Bei den Protesten, die sich gegen die Reformpolitik des wirtschaftsliberalen Präsidenten wenden, wurden in der Hauptstadt mehr als 400 Menschen festgenommen und 133 verletzt. Viele Einzelhändler spüren Einbußen im Weihnachtsgeschäft, auch weil Touristen von der Gewalt abgeschreckt werden.

An friedliche Demonstranten appellierte die Regierung, sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Änderungen an den Vorhaben Macrons wurden allerdings bereits ausgeschlossen. "Die Regierung ist offen für einen Dialog, wird ihren Kurs aber nicht ändern", sagte Sprecher Benjamin Griveaux dem Radio "Europe 1". Vermummte Personen hatten am Samstag erneut randaliert, zum Teil mit Metallstangen und Äxten, Autos und Gebäude wurden in Brand gesetzt, Geschäfte geplündert. Insgesamt wurden in Paris 10.000 Demonstranten gezählt. Die Proteste richten sich gegen höhere Spritpreise und generell hohe Lebenshaltungskosten.

Parolen gegen Macron

Seit Mitte November wird im ganzen Land protestiert - Straßen, Einkaufszentren und Fabriken blockiert. Gelbe Westen, wie sie Franzosen im Auto mit sich führen müssen, sind dabei zum Symbol des Widerstands geworden. Macron will erreichen, dass Autofahrer schneller auf klimafreundlichere Fahrzeuge umsteigen.

Der seit 18 Monaten amtierende Präsident zeigte sich unter starkem Sicherheitseinsatz am Triumpfbogen aus dem 19. Jahrhundert. Dieser wurde mit anti-kapitalistischen Parolen und Forderungen nach einem Rücktritt Macrons beschmiert. Der 40-Jährige sprach mit Polizisten und Feuerwehrleuten. Unter den Verletzten waren 23 Sicherheitskräfte. Die Polizei hatte am Wochenende Blendgranaten, Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt, unter anderem auf dem Prachtboulevard Champs-Elysees und in der Nähe des Louvre-Museums. Unter den Demonstranten in Paris waren nach Angaben der Behörden gewaltbereite Gruppen aus dem extrem linken und rechten Politikspektrum.

Beschädigte Skulptur der Marianne am Arc de Triomphe
Beschädigte Skulptur der Marianne am Arc de Triomphe
Quelle: dpa

Aber auch in anderen Städten wie Nantes im Westen oder Marseille im Süden wurde protestiert. Ein Autofahrer kam bei einem Unfall an einer Straßenblockade der "Gelbwesten" im Südosten des Landes ums Leben, wie die Polizei mitteilte. Es ist der dritte Tote seit Beginn der Proteste. Hotels und Geschäfte verlieren mitten im wichtigen Weihnachtsgeschäft wegen der Gewalt Millionen. Anwohner der noblen Stadtteile in Paris äußerten sich verstört: "Der Staat verliert die Kontrolle", sagte ein Frau zu Reuters. Das dürfe nicht zugelassen werden. "Vielleicht sollte die Armee einschreiten."

Die "Gelbwesten" protestieren gegen steigende Benzinpreise und zu hohe Lebenshaltungskosten. Es sind die heftigsten Proteste seit Beginn der Amtszeit von Präsident Macron, wie das Video zeigt:

Es sind die heftigsten Proteste seit Beginn der Amtszeit von Präsident Macron.

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