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Raumkapsel "Starliner" gelandet

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Nach gescheitertem Testflug - Raumkapsel "Starliner" gelandet

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Die USA wollen sich bei bemannten Raumfahrtmissionen von russischen Sojus-Raketen unabhängig machen. Doch der erste Testflug scheitert. Nun gab es zumindest ein versöhnliches Ende.

Die "Starliner"-Kapsel landete in New Mexico.
Die "Starliner"-Kapsel landete in New Mexico.
Quelle: -/NASA/AP/dpa

Nach einem abgebrochenen Flug zur Internationalen Raumstation ISS ist eine mit einem Dummy ausgestattete Kapsel des US-Flugzeugbauers Boeing in der Wüste des US-Staats New Mexico gelandet. Die "Starliner" schlug am Sonntagmorgen (Ortszeit) bei Dunkelheit auf der White Sands Missile Range des US-Militärs auf. Zu sehen war ein sich ausfaltendes Trio von roten, weißen und blauen Fallschirmen sowie Airbags, die sich als Abfederung rund um die Kapsel öffneten. Die Bodenkontrolle bezeichnete die Landung als erfolgreich. "Wir haben sie zielgenau gelandet", sagte Nasa-Chef Jim Bridenstine im Anschluss. Die erfolgreiche Rückkehr auf die Erde schloss eine Mission ab, die eigentlich ein Andocken an die ISS beinhaltet hätte.

Am Freitag hatte der erste Trip der "Calypso" getauften Kapsel noch einen geschmeidigen Raketenstart von Cape Canaveral aus hingelegt. Aber nur knapp eine halbe Stunde später setzte sie ihre Triebwerke nicht in Gang, um es zur ISS zu schaffen. Sie landete in der falschen Erdumlaufbahn. Die Mission dauerte knapp 50 Stunden.

Probleme mit Uhr und Treibstoff

Das Problem des "Starliners" lag laut Jim Chilton von Boeing bei der inneren Uhr der Kapsel, die sich nicht mit der Trägerrakete synchronisiert hatte. Später konnten Ingenieure zwar das Problem beheben, dessen Ursache ist dem Flugzeugbauer zufolge aber noch nicht gefunden ist. Außerdem verfeuerte die Kapsel zu viel Treibstoff zur Orientierung in der Erdumlaufbahn, so dass für ein Rendezvous mit der ISS nicht mehr genug übrig war.

An Bord der Kapsel war ein Testdummy mit dem Namen Rosie the Rocketeer. Die Fracht bestand aus Weihnachtsgeschenken, Kleidung und Lebensmitteln, die zur Besatzung der ISS gebracht werden sollten. Dass der Flug abgebrochen wurde, könnte das Vorhaben von Boeing zum Scheitern bringen, nächstes Jahr Astronauten für die Nasa ins All zu fliegen. Es gebe einiges zu lernen, sagte Bridenstine mit Blick auf die Kapsel. "Aber wir haben genug Informationen und Daten, um damit auf sehr positiver Art und Weise weiter zu kommen."

ISS-Crew ohne Weihnachtsgeschenke

Chilton von Boeing erklärte, abgesehen von dem Uhrzeitfehler sei derzeit kein Problem bei der Kapsel zu entdecken. "Wir haben nicht alles geschafft, was wir wollten", sagte er und entschuldigte sich bei der ISS-Crew, ihnen keine Weihnachtsgeschenke geliefert zu haben. Boeings Flugdirektor Richard Jones lobte den Flug trotz allem als Erfolg. Ziel der Nasa ist, Astronauten mit den Privatunternehmen Boeing und SpaceX ins All zu bekommen. Seit neun Jahren sind keine Menschen mehr von Cape Canaveral in den Weltraum gestartet, stattdessen sind US-Amerikaner an Bord russischer Sojus-Kapseln zur ISS geflogen. Diese Flüge haben die Nasa jeweils bis zu 86 Millionen Dollar gekostet.

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