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Nach Gleisabsenkung bei Tunnelbau - Rheintal: Zeitplan steht - Weiter Kritik an Bahn

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Immerhin der Zeitplan steht: In gut sechs Wochen sollen wieder Züge über die Rheintalstrecke bei Rastatt fahren. Doch die Deutsche Bahn steht nach dem Schaden an der europäischen Nord-Süd-Hauptachse im baden-württembergischen Rastatt weiter in der Kritik.

Sie ist normalerweise eine der wichtigsten Transitstrecken Europas. Doch bei Bauarbeiten in einem Tunnel hatten sich die Gleise abgesenkt. Die Rheintalbahn ist auf diesem Abschnitt voraussichtlich noch bis Oktober gesperrt.

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Der Ruf nach Aufklärung und Konsequenzen kommt aus Politik, Wirtschaft und vom Fahrgastverband Pro Bahn. Die Strecke, auf der täglich bis zu 200 Güterzüge sowie Fern- und Nahverkehr fahren, soll erst am 7. Oktober wieder eröffnet werden. Am 12. August waren Wasser und Erdreich in eine der beiden Tunnelröhren eingedrungen, die beiden Schienenstränge darüber sackten ab. Die Strecke wurde sofort gesperrt. Ihr Pünktlichkeitsziel für den Fernverkehr gibt die Bahn aber nicht auf.

Forderung #1: Schienennetz modernisieren und ausbauen

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) forderte, die künftige Bundesregierung müsse schnellstmöglich ein umfassendes Konzept entwickeln und umsetzen, um das Schienennetz in Deutschland zu sanieren, modernisieren und auszubauen. Er erwarte von der Bahn Antwort auf die Frage, ob sie angesichts der Bedeutung der Strecke nicht ein zu hohes Risiko eingegangen sei.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel warf Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) politisches Versagen vor. Den Kollaps des Bahnverkehrs in Südwestdeutschland hätten Dobrindt und seine Vorgänger wesentlich mitzuverantworten. "Geeignete Ausweichstrecken gibt es auf Grund der langjährigen autolastigen Politik nicht."

"Die Herausforderung beginnt, wenn die Sommerferien zu Ende sind"

Der Verband Spedition und Logistik (VSL) Baden-Württemberg warnte vor Problemen. "Noch ist Urlaubsphase und auf den Straßen nicht so viel los wie sonst", sagte Geschäftsführer Andrea Marongiu. "Die wirkliche Herausforderung beginnt Mitte September, wenn die Sommerferien zu Ende sind und der Zusatz-Güterverkehr auf den Normalbetrieb auf den Straßen trifft", sagte er. "Da könnte es richtig eng werden."

Der Fahrgastverband Pro Bahn bewertet die Dauer der Sperrung als Katastrophe für Bahnreisende. "Jetzt erwarten wir von der Bahn, dass sie den Ersatzverkehr so gut wie möglich organisiert und mit geschickten Fahrplänen Personen und Güter vernünftig transportiert", sagte der Sprecher des Verbandes, Karl-Peter Naumann.

Trotzdem: 81 Prozent der Züge sollen pünktlich sein

Die Bahn hält unterdessen trotz der langen Sperrung an ihrem Pünktlichkeitsziel für den Fernverkehr fest. Bei den ICE und Intercitys sollen demnach in diesem Jahr 81 Prozent der Züge pünktlich sein. "Die 81 Prozent stehen nicht in Frage", sagte ein Konzernsprecher in Berlin auf Anfrage.

Die Bahn baut seit Jahren die Rheintalbahn als Teil des europäischen Hochgeschwindigkeitsnetzes aus. Seit dem vergangenen Jahr werden zwei knapp 4300 Meter lange Tunnelröhren unter der Stadt Rastatt gebohrt.

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