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Nach Grenfell-Brandkatastrophe - In England fallen viele Hochhäuser durch den Sicherheitstest

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Nach der Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower hatte die Regierung Brandschutz-Tests angeordnet. In mehreren Städten wurden bereits 34 Gebäude beanstandet.

Nach dem Feuer im Londoner Grenfell Tower mit mindestens 79 Toten sind 4 andere Hochhäuser geräumt worden. Bei Brandschutzüberprüfungen wurde bemerkt, dass die Außenverkleidungen aus ähnlich leicht entflammbarem Material bestehen.

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Auf das dramatische Feuer im Grenfell Tower könnte ein Bauskandal noch ungeahnten Ausmaßes folgen: Bis zum Samstag scheiterten nach Angaben der britischen Regierung 34 Hochhäuser mit Wohneinheiten in London an Brandsicherheitstests. Die Überprüfung zeige, dass die Außenverkleidung an den Wohntürmen leicht entzündlich sei, teilten die Behörden mit.

Hunderte Menschen mussten Hochhäuser verlassen

Zuvor hatten sie die Zahl noch auf 27 festgelegt, nachdem die Bausubstanzen Hunderter Gebäude Wohntürme analysiert worden waren. Anlass der eiligen Kontrollen ist das verheerende Feuer vor elf Tagen im Grenfell Tower, bei dem mindestens 79 Menschen ums Leben kamen. Dabei schien das Material der Gebäudefassade das rasend schnelle Hochsteigen der Flammen über mehrere Stockwerke hinweg begünstigt zu haben.

In der Nacht zum Samstag mussten Hunderte Menschen im Londoner Stadtteil Camden ihre Wohnungen Hals über Kopf verlassen - sie lebten in vier Hochhäusern die nach dem Grenfell-Feuer aus Sicherheitsgründen geräumt wurden. Die britische Regierung erklärte, die insgesamt mindestens 34 betroffenen Häuser seien auf 15 Regionen verteilt; darunter London, Manchester und Plymouth. Das Risiko und die Brandgefahr hielten Bewohner in Camden, etwa im Hochhauskomplex Chalcots Estate, indes nicht davon ab, wütend zu sein.

Probleme mit Gasleitungen und Brandschutztüren

Brandinspektoren hatten dort Probleme mit der Isolierung von Gasleitungen und Brandschutztüren festgestellt. Diese machten es zusammen mit einer entzündlichen Außenverkleidung zu gefährlich, dass die Bewohner dort noch eine weitere Nacht schliefen. Einige Bewohner protestierten und weigerten sich, ihre Wohnungen zu verlassen. Die britische Nachrichtenagentur PA zitierte einen 31-jährigen Bewohner, Carl McDowell, der in ein als Notunterkunft hergerichtetes Freizeitzentrum gebracht wurde.

Ein Blick auf das Durcheinander und die dort ausgelegten Luftmatratzen habe ihn bewogen, wieder heimzugehen. Andere sagten, sie hätten von der bevorstehenden Evakuierung zuerst aus dem Fernsehen erfahren. Die 90-jährige Renee Williams sagte PA: "Kein Offizieller ist zu uns gekommen und hat uns gesagt, was los ist. Ich habe es im Fernsehen gesehen und dann meine Tasche für die Nacht gepackt." Sie verstehe ja, dass es um ihre Sicherheit gehe, "aber man kann uns doch nicht mit so knapper Ansage evakuieren. Der Camden Council versuchte, die Lage zu beschwichtigen. Die Vorsitzende Georgia Gould sagte, der Schutz der Bewohner gehe vor. "Grenfell hat alles verändert, und als uns gesagt wurde, unsere Blöcke sind zu unsicher, um darin zu bleiben, haben wir gehandelt." Die Regierung hat alle Gebäudebesitzer - öffentliche wie private - aufgerufen, Proben ihrer Hausverkleidung für Tests einzusenden. Eine Hotelkette zog ebenfalls Experten zurate.

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