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Nach Grenfell-Brandkatastrophe - Regierung: 27 Hochhäuser brandgefährdet

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Nach der verheerenden Brandkatastrophe in London sollten die Hochhäuser in Großbritannien auf Brandgefahr untersucht werden. Jetzt hat die Regierung bekannt gegeben, dass bereits an 27 Hochhäusern entflammbare Außenfassaden entdeckt wurden. Kurz zuvor waren fünf Hochhäuser evakuiert worden.

Nach dem Feuer im Londoner Grenfell Tower mit mindestens 79 Toten sind 4 andere Hochhäuser geräumt worden. Bei Brandschutzüberprüfungen wurde bemerkt, dass die Außenverkleidungen aus ähnlich leicht entflammbarem Material bestehen.

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Anderthalb Wochen nach der Feuerkatastrophe im Grenfell Tower sind bereits an 27 Hochhäusern in Großbritannien leicht entflammbare Außenfassaden entdeckt worden. Das teilte die britische Regierung am Samstag in London mit. Premierministerin Theresa May hatte angekündigt, dass täglich etwa 100 Hochhäuser überprüft werden.

Fünf Hochhäuser geräumt

Kurz zuvor waren fünf Hochhäuser in der britischen Hauptstadt wegen Brandgefahr geräumt worden. Der Grund seien "dringende Arbeiten zur Brandsicherheit", teilten die Behörden am späten Freitagabend mit. Die Entscheidung sei nach einer Inspektion der Londoner Feuerwehr getroffen worden. Die Feuerwehrleute sagten demnach, sie könnten die Sicherheit der Bewohner nicht garantieren. Die Gebäude sollen dieselbe Verkleidung haben wie der Grenfell Tower. Es gebe darüber hinaus Bedenken wegen der Isolierung der Gasleitungen.

"Wir können kein Risiko eingehen", begründete Georgia Gould von der Verwaltung des Bezirks Camden die nächtliche Evakuierung der Wohnanlage. Die Bewohner würden zu ihrer eigenen Sicherheit vorerst in Hotels untergebracht: "Um die Kosten kümmern wir uns später." Die Entfernung der Fassadenverkleidung wird voraussichtlich bis zu vier Wochen dauern.

Am Samstagmorgen erhielten die Bewohner eines der fünf in der Nacht geräumten Hochhäuser überraschend die Erlaubnis, in ihre Wohnungen zurückzukehren. Die Feuerwehr habe das Gebäude für sicher erklärt, sagte Verwaltungschefin Gould. Insgesamt wurden nach ihren Worten 650 Wohnungen geräumt. 83 Bewohner weigerten sich, ihre Apartments zu verlassen.

Bürgermeister spricht von Vorsichtsmaßnahme

Die Arbeiten an den nun geräumten Gebäuden im nördlichen Stadtbezirk Camden sollen drei bis vier Wochen dauern, wie Georgia Gould vom Bezirksrat sagte. Grenfell habe alles geändert. Man dürfe keinerlei Risiko mehr eingehen. Londons Bürgermeister Sadiq Khan schrieb auf Facebook von einer "Vorsichtsmaßnahme" und bezeichnete die Räumung als den besten Weg, um die Bewohner zu schützen. Eine "Reihe bestimmter Umstände" mache das in diesem Fall notwendig.

Premierministerin Theresa May twitterte, ihre Gedanken seien bei den in Sicherheit gebrachten Einwohnern. "Wir werden mit den Rettungsdiensten und den zuständigen Behörden arbeiten und sie unterstützen, um die Öffentlichkeit zu schützen." Der Rat von Camden teilte mit, allen Bewohnern werde am Wochenende erlaubt, in Begleitung von Feuerwehrleuten ihre Habseligkeiten aus den Wohnungen zu holen.

Defekter Kühlschrank löste Feuerkatastrophe aus

Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte ein defekter Kühlschrank die Feuerkatastrophe ausgelöst. Zudem hätten die Fassadenverkleidung und die Isolierung des Grenfell Towers die Sicherheitstests nach dem Unglück nicht bestanden, sagte Fiona McCormack von Scotland Yard. Es sei keine Brandstiftung gewesen. Die Ermittler erwägen demnach eine
Anklage wegen fahrlässiger Tötung. Man sehe sich alle Unternehmen an, die am Bau und an der Sanierung des Hochhauses beteiligt gewesen seien, hieß es weiter.

Berichten zufolge hatte die brennbare Gebäudeverkleidung erheblich zur schnellen Ausbreitung des Feuers beigetragen. Das Hochhaus war erst vor kurzem renoviert worden. Die Behörden untersuchen allgemeine Sicherheitsverstöße und Verstöße gegen den Brandschutz, berichtete die Polizei weiter.

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