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US-Präsident trifft Flutopfer - Trump, der Kümmerer

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In Houston geht die Flut nach Hurrikan "Harvey" zurück, in anderen Teilen von Texas steht das Wasser noch meterhoch. Das volle Ausmaß der Zerstörung wird erst langsam klar. US-Präsident Trump bat den Kongress um Milliardenhilfen und reiste wieder ins Flutgebiet. Dieses Mal traf er die Menschen.

Nach dem Hurrikan in Texas hat Donald Trump versprochen, eine Million Dollar aus eigener Tasche zu spenden. Viel wichtiger sei aber, "wie die Regierung den Wiederaufbau unterstützen will", sagt ZDF-Korrespondent Daniel Pontzen.

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Im NRG-Stadion schüttelte US-Präsident Trump am Samstag Hände, legte Betroffenen den Arm um die Schultern, plauderte mit Kindern, strich ihnen über die Haare und drückte einem kleinen Mädchen einen Kuss auf die Wange. Dann halfen er und seine Frau Melania bei der Ausgabe von Essen. Die Hilfsoperationen in Texas lobte Trump als ausgezeichnet und effizient. "Ich bin wirklich glücklich darüber, wie es läuft", sagte er.

Es war Trumps zweite Reise nach Texas, wo durch Wirbelsturm "Harvey" so viel Regen niedergegangen war wie noch nie zuvor auf dem US-Festland. Am Dienstag war er in den Städten Corpus Christi und Austin mit den Verantwortlichen für die Rettungseinsätze zusammengetroffen, war aber nicht in die direkt betroffenen Gebiete gereist, um die Einsätze nicht zu behindern.

"Trump liefert Symbolbilder"

"Dieses Mal hat Trump die Menschen getroffen, was er bei seinem ersten Besuch nicht getan hatte. Er sorgte für Symbolbilder", sagt ZDF-Korrespondent Daniel Pontzen. Trump hatte sich nach seinem ersten Besuch im Katastrophengebiet Kritik anhören müssen, dass er nicht genug Mitgefühl gezeigt habe. In Houston hätten die Menschen nun erwartet, dass er sich als "Kümmerer" gibt.

Am Samstag führte ihn denn auch sein erster Weg in die Notunterkunft, das NRG-Center in Houston. Später reiste er  weiter nach Louisiana. Vor seiner Abreise hatte der Präsident den Opfern in seiner wöchentlichen Radioansprache Hilfe zugesagt. "Wir werden euch helfen, euch zu erholen. Wir werden euch helfen, wieder aufzubauen. Wir werden euch unterstützen, heute, morgen und am Tag danach."

Wesentlicher Teil dieser Unterstützung ist ein Hilfspaket in Höhe von 7,9 Milliarden Dollar (6,7 Milliarden Euro), das der Präsident beim Kongress beantragte. Es wird damit gerechnet, dass es von den Republikanern rasch durchgewinkt wird, wenn sie am Dienstag ihre Arbeit nach der Sommerpause wieder aufnehmen. Einige wollen es aber auch dazu nutzen, um gleichzeitig die Schuldengrenze anzuheben. Passiert das nicht bis zum 29. September, droht der US-Regierung die Zahlungsunfähigkeit. Eine solche Koppelung von Hilfsgeldern an umstrittene politische Entscheidungen stößt aber bei Politikern beider Parteien auf Widerstand.

Lagerstätten für Giftstoffe überflutet

Im Hochwassergebiet selbst bereitete eine vom Hochwasser beschädigte Chemiefabrik bei Houston den Einsatzkräften nach wie vor Sorge. Weil dort gelagerte chemische Substanzen wegen eines Ausfalls der Kühlung zu warm werden, ist es bereits zu mehreren Explosionen und Bränden gekommen. In Beaumont, einer 120.000-Einwohner-Stadt weiter östlich, arbeiteten Techniker fieberhaft daran, die dortige überflutete Wasseraufbereitungsanlage wieder zum Laufen zu bringen.

Langfristige Folgen könnte auch die Überflutung von Lagerstätten für Giftstoffe haben. Die Nachrichtenagentur AP besuchte fünf dieser sogenannten Superfund-Lager im Großraum Houston, viele von ihnen waren überflutet, es drohten gefährliche und potenziell giftige Stoffe freigesetzt zu werden.

Die für diese Lagerstätten zuständige Umweltschutzbehörde EPA war nicht vor Ort. Auf Anfrage der AP sagte eine Sprecherin, sie könne noch nicht sagen, wann dort erste Proben entnommen werden können. Man müsse erst darauf warten, dass das Wasser zurückgehe.

Wirbelsturm "Irma" zieht auf

"Harvey" könnte nach ersten Schätzungen zur teuersten Naturkatastrophe in der Geschichte der USA werden. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, erwartet allein weit mehr als 100 Milliarden Dollar an Kosten für die Nothilfe der Regierung in Washington.

Derweil hat sich über dem Atlantik der nächste potenziell hochgefährliche Wirbelsturm zusammengebraut. "Irma" setzte nach Angaben des Hurrikan-Zentrums am Samstag ihren Weg in Richtung Kleine Antillen fort und könnte Anfang nächster Woche als mächtiger Hurrikan der vierthöchsten von fünf Stufen über sie hinwegfegen. Ob der Sturm danach Kurs auf die US-Küste nehmen wird, war aber noch völlig unklar. Erste konkretere Aufschlüsse darüber erwarten Meteorologen Mitte kommender Woche.

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