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Verwüstungen in Texas - Houston: "Es fehlt an Essen, es fehlt an Trinken"

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"2.000 Menschen treffen auf eine handvoll Helfer in 24 Stunden." Sie können sich nicht ausreichend kümmern. "Es fehlt an Essen, es fehlt an Trinken", so beschreibt ZDF-Reporter Alexander Gebhardt die Situation in einer Notunterkunft in Houston. Sturm "Harvey" hat die Stadt zum Katastrophengebiet gemacht.

Eindrücke aus einer Notunterkunft in Houston in Texas: Während die Stadt im Regen versinkt, sammeln sich Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, in einer Halle im Norden der Stadt. Es gibt kaum Essen, keine Decken und zu wenig Trinkwasser.

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Es ist nicht einfach für die Helfer, mit den vielen Leuten, die vor den Wassermassen flüchten müssen, zu Recht zu kommen. Es sei zwar klar gewesen, dass ein katastrophaler Sturm auf die US-Küste zusteuert, aber das Ausmaß habe die Menschen überrascht, so ZDF-Reporter Alexander Gebhardt. Die Menge an Regen habe alle überrascht, sowohl die Einwohner als auch diejenigen die ihnen helfen wollen." Daher stellten sich auch Fragen, ob die Behörden ausreichend vorbereitet waren.

Sie schätzen dass Tropensturm "Harvey" bis zu 30.000 Menschen in Texas vorübergehend obdachlos gemacht habe. Die Millionenmetropole Houston, in deren Großraum insgesamt 6,5 Millionen Menschen leben ist besonders betroffen. Die US-Katastrophenschutzbehörde FEMA rief die gesamte Bevölkerung auf, sich an den Hilfsarbeiten zu beteiligen. "Ich bitte alle Einwohner, zu helfen", sagte der Leiter der Behörde, Brock Long.

Banger Blick in die Zukunft

Schnelle Besserung ist nicht in Sicht: "Wir sehen katastrophale Überflutungen, die wahrscheinlich noch schlimmer werden, weil das Wasser nur langsam abfließt", sagte der Leiter des Nationalen Wetterdienstes, Louis Uccellini. Der Sturm sog über dem am Ende des Sommers sehr warmen Golf von Mexiko extrem viel Feuchtigkeit auf, die er nun als Regen wieder abgibt.

Der heftige Regen ließ in der Nacht zum Montag etwas nach, sollte aber nach Angaben Uccellinis bis zum Nachmittag (Ortszeit) wieder stärker werden. In den nächsten Tagen könnten weitere 50 Zentimeter Regen pro Quadratmeter zu den ohnehin extremen Wassermengen hinzukommen. "Wir erwarten den Höhepunkt erst am Donnerstag oder Freitag", betonte der Wetterexperte.

Flächendeckender Stromausfall

Hunderttausende waren am Montag ohne Strom, weil die oft über Holzmasten verlegten Leitungen der Gewalt von Wind und Wasser nicht standhalten konnten. Mindestens zwei Menschen starben. Die Behörden gehen von weiteren Todesopfern aus. Die Bergung stehe aber bisher nicht im Vordergrund.

Die Rettungsmannschaften konzentrierten sich darauf, in Gefahr geratene Menschen in Sicherheit zu bringen. Die Teams gingen mit Booten und Hubschraubern vor. Die Infrastruktur in und um Houston ist weitgehend zusammengebrochen. Der Internationale Flughafen der Stadt ist bis auf Weiteres geschlossen. Viele Straßen und Autobahnen sind unpassierbar, der Unterricht in den Schulen wurde abgesagt.

Ölindustrie stark betroffen

Auch außerhalb Houstons machte der Sturm viele Häuser dem Erdboden gleich. Verschmutztes Trinkwasser wurde mehr und mehr zum Problem. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, Trinkwasser abzukochen. Die Fernsehsender zeigten Bilder aus Altenheimen, aus denen Menschen in Rollstühlen gerettet werden mussten. Senioren wurden in Schlauchboote gehievt, Eltern wateten mit weinenden Kindern durch den nächtlichen Regen. Kirchen öffneten ihre Tore als Herbergen für Flutopfer. Die Stadt Dallas stellte ihr Kongresszentrum bereit.

"Harvey" bedeute auch für die in der Region von Houston vorherrschende Ölindustrie einen schweren Schlag. Viele Raffinerien sind geschlossen, teilten unter anderem die Ölkonzerne Shell und Exxon mit. Experten gehen davon aus, dass derzeit 22 Prozent der Ölförderung im Golf von Mexiko stillstehen und täglich eine Million Barrel (je 159 Liter) Öl nicht verarbeitet werden. Houston ist durch einen rund 100 Kilometer langen Kanal mit dem offenen Meer bei der Küstenstadt Galveston verbunden. Die Raffinerien und anderen Anlagen entlang der Wasserstraße sind weitgehend dicht.

Herausforderung für Trump

Der Bürgermeister von Houston, Sylvester Turner, verteidigte seine Entscheidung, die Millionenstadt trotz des heraufziehenden Wirbelsturms nicht vorbeugend zu evakuieren. Stattdessen riet die Stadtregierung den Bewohnern, sich innerhalb der Stadt in Sicherheit zu bringen. "Wir haben das Beste für die Einwohner von Houston und deren Sicherheit getan", sagte Turner. Auch FEMA-Chef Long rechtfertigte die Entscheidung. Eine Evakuierung der Großstadt hätte mehrere Tage in Anspruch genommen, sagte er.

Für den US-Präsidenten Donald Trump ist es die erste große Naturkatastrophe, mit der er in seiner rund siebenmonatigen Amtszeit konfrontiert ist. Auf Ersuchen des texanischen Gouverneurs Greg Abbott hatte Trump bereits am Freitag für Teile von Südtexas den Notstand ausgerufen. Damit können rascher Bundeshilfen ins Katastrophengebiet fließen. Trump lobte am Wochenende auch wiederholt auf Twitter die Arbeit der Rettungsmannschaften und beschwor den Zusammenhalt der Amerikaner.

Nationalgarde im Einsatz

Abbott, der Gouverneur von Texas, erklärte 50 Bezirke zu Notstandsgebieten. Ihm zufolge sind 3.000 Angehörige der Nationalgarde im Einsatz und 250 Fernstraßen geschlossen worden, seit "Harvey" am Freitagabend (Ortszeit) bei Rockport als mächtiger Hurrikan auf die texanische Küste getroffen war.

Das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) stufte "Harvey" - zunächst in der zweithöchsten Kategorie vier geführt - zwar immer weiter herunter, sodass er nun nicht mehr als Hurrikan gilt, der sintflutartige Regen hält aber an: von der Stadt Corpus Christi im Osten bis Houston im Westen. Auch Teile des angrenzenden Bundesstaats Louisiana könnten in den nächsten Tagen betroffen sein.

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