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Nach Hurrikan "Irma" - Florida: "Haben viel Arbeit vor uns"

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Hurrikan "Irma" ist unerbittlich über den US-Staat Florida hinweggezogen. Nach und nach werden die Schäden sichtbar, erste Flughäfen öffnen wieder, Menschen kehren in ihre Häuser und Wohnungen zurück.

Die Schäden in Florida sind gewaltig, jedoch geringer als befürchtet. Mittlerweile hat Hurrikan Irma deutlich an Kraft verloren und ist zum „Tropensturm“ herabgestuft worden. Doch im Norden Floridas droht noch immer Gefahr.

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Nach dem Durchzug des Hurrikans "Irma" hat sich den zurückgekehrten Bewohnern der Inselkette Florida Keys ein Bild der Verwüstung geboten. 90 Prozent der Häuser auf den Keys seien zerstört oder schwer beschädigt, sagte der Chef der US-Katastrophenschutzbehörde, Brock Long, am Dienstag. Nach Behördenangaben starben im gesamten Bundesstaat Florida mindestens zwölf Menschen durch "Irma". US-Präsident Donald Trump reist am Donnerstag nach Florida.

"Uns ist nicht viel übrig geblieben"

Nähere Angaben zu den einzelnen Opfern machte ein Sprecher des Katastrophenschutzes in Florida nicht. Damit kamen durch den Wirbelsturm in der Karibik und den USA mindestens 50 Menschen ums Leben.

"Im Grunde ist jedes Haus auf den Keys betroffen", sagte Long. Der Wirbelsturm hatte zunächst in der Karibik gewütet und war dann am Sonntag als Hurrikan der zweitstärksten Kategorie 4 und mit Windgeschwindigkeiten von rund 210 Stundenkilometern auf die Keys getroffen. Die meisten Bewohner und Touristen hatten die beliebten Urlauberinseln zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen. Noch immer sind weite Teile der Inselkette für den Verkehr gesperrt.

"Es ist uns nicht viel übrig geblieben", sagt die 55-jährige Kellnerin Patty Purdo mit Tränen in den Augen, als sie die Reste ihrer Unterkunft in einem Trailerpark auf der Insel Islamorada besichtigt.

In den meisten Gebieten der Keys gebe es weder Strom noch Wasser, teilten die Behörden des Bezirks Monroe mit. Auch die meisten Tankstellen seien weiter geschlossen. In ganz Florida waren 15 Millionen Menschen ohne Strom, eine Million im benachbarten Bundesstaat Georgia sowie rund 20.000 Menschen in South Carolina.

Flughäfen nehmen Betrieb teils wieder auf

Unterdessen nahmen die meisten Flughäfen in Florida am Dienstag wieder beschränkt ihren Betrieb auf. Hunderte Flüge waren verspätet oder wurden gestrichen. Die Fluggesellschaft American Airlines hatte nach eigenen Angaben während der Tage, an welchen "Irma" in Florida wütete, mehr als 5.000 Flüge ausfallen lassen müssen. Der stark getroffene Flughafen in Key West blieb weiterhin geschlossen, er sollte nach Angaben der US-Bundesluftfahrbehörde am Freitag wieder öffnen.

Wegen des Rückreiseverkehrs in die Städte Floridas bildeten sich auf den Straßen lange Staus. Gouverneur Rick Scott rief die Menschen dazu auf, sich bei der Rückkehr Zeit zu lassen, vor allem Bewohner der besonders stark getroffenen Gegenden an der Südwestküste. "Wir haben viel Arbeit vor uns", sagte Scott. "Aber wir werden diesen Staat wieder aufbauen."

Auf seinem Weg durch Florida schwächte sich der Hurrikan immer weiter ab. Als Tropensturm und schließlich als Tiefdruckgebiet zog "Irma" nach Georgia, Alabama und Tennessee weiter, Mittwochabend dürfte sich "Irma" nach Angaben des US-Hurrikanzentrums (NHC) gänzlich aufgelöst haben.

Macron und Willem Alexander besuchten Überseegebiete

Trumps Frau Melania gab bekannt, dass sie ihren Mann auf der Reise nach Florida am Donnerstag begleiten werde. "Meine Sorge gilt weiter all denjenigen, die von den Hurrikanen betroffen sind", schrieb sie im Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Trump hatte nach dem verheerenden Wirbelsturm "Harvey" bereits zwei Mal die betroffenen Gebiete in Texas besucht, auch im benachbarten Bundesstaat Louisiana machte er Station. Das Weiße Haus hebt immer wieder hervor, dass Trump federführend an der Bewältigung der Sturmkatastrophen beteiligt sei. "Die Taten des Präsidenten in diesen Zeiten demonstrieren, warum er ein echter Führer ist", sagte Präsidentensprecherin Huckabee Sanders am Dienstag.

Unterdessen besuchten auch Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und der niederländische König Willem-Alexander von "Irma" betroffene Überseegebiete ihrer Länder. Macron wies bei einem Besuch auf der französischen Karibikinsel Guadeloupe Vorwürfe zurück, seine Regierung habe zu spät auf die Gefahr durch "Irma" reagiert. Die Regierung habe Maßnahmen ergriffen, "sobald die Information vorlag", sagte er. Später reiste der französische Präsident zur Insel Saint-Martin weiter.

Der britische Außenminister Boris Johnson besuchte seinerseits die betroffenen britischen Karibik-Gebiete. Auf Barbados sagte er, fast tausend Soldaten seien im Einsatz, um für Sicherheit zu sorgen und Hilfseinsätze zu unterstützen.

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