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Nach Krankmeldungen - Air Berlin: Breite Kritik an Piloten

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Krankmeldungen bei Air Berlin - auch am Dienstag fielen bei der insolventen Fluglinie zahlreiche Verbindungen aus. Für Mittwoch hofft die insolvente Airline aber auf eine Rückkehr zum Normalbetrieb. An Verhalten der Piloten wurde breite Kritik laut.

Nach weiteren Krankmeldungen bei der insolventen Fluglinie Air Berlin, fallen erneut mindestens 30 Flüge aus. Die wartenden Passagiere sind sauer. Die Unternehmensführung hat an die Belegschaft appelliert, ihre Arbeit wieder aufzunehmen.

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Am Mittwoch hatte sich das Chaos um Flugausfälle bei Air Berlin wegen zahlreicher Krankmeldungen bei den Piloten allerdings erst einmal fortgesetzt. Ähnlich wie am Tag zuvor meldeten sich rund 150 Piloten krank und dutzende Flüge mussten gestrichen werden, wie das insolvente Unternehmen mitteilte. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) forderte die Piloten auf, an die Arbeit zurückzukehren. Auch Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) kritisierte die Krankmeldungen.

Zwar hätten sich laut Konzernchef Thomas Winkelmann seit Dienstagabend mehr als zwei Dutzend Piloten wieder "fit to fly" gemeldet. Dennoch habe man den Kunden wieder eine "unerträgliche Situation an den Flughäfen" anbieten müssen. "Wir müssen mindestens 32 Flüge bei uns streichen. Für Eurowings können wir 35 nicht durchführen." Man gehe davon aus, ab Donnerstag wieder einen "stabilisierten Flugbetrieb" anbieten zu können.

Air Berlin: Existenzbedrohend

Air Berlin bat die Kunden der Fluggesellschaft wiederholt, vor der Fahrt an den Flughafen ihren Flugstatus zu überprüfen. Von Flugstreichungen betroffenen Passagieren empfahl die Airline, "nicht zum Flughafen zu kommen". Air Berlin hatte die vielen Krankmeldungen der Piloten am Dienstag als "existenzbedrohend" kritisiert und auf die derzeit laufenden "finalen Gespräche mit möglichen Investoren" verwiesen.

Grund für das Fernbleiben vieler Piloten sollen geplatzte Verhandlungen zwischen Arbeitnehmervertretern und der Unternehmensführung über eine geordnete Übernahme der Mitarbeiter durch potenzielle neue Eigentümer sein. Der "Bild"-Zeitung zufolge fürchtet Air Berlin, dass durch einen Sozialplan "mögliche Investoren abgeschreckt" werden könnten.

"Hochgradig unsolidarisch"

Dobrindt sagte, die Insolvenz von Air Berlin sei "eine große Belastung für alle Mitarbeiter", vor allem in Bezug auf die Entwicklung der Arbeitsplätze. Gerade deswegen sei es aber "wichtig, den Flugbetrieb jetzt bestmöglich aufrecht zu erhalten", damit die Passagiere nicht in Mitleidenschaft gezogen würden. Was einige Piloten derzeit täten, sei ein "riskantes Manöver", sagte Dobrindt. Er appellierte an die "Vernunft" der Mitarbeiter - alles andere würde ein Weiterbestehen der Airline unter neuer Eigentümerschaft gefährden.

Auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und die Gewerkschaft ver.di riefen die Mitarbeiter der insolventen Fluggesellschaft bereits am Dienstag auf, den Betrieb der Airline sicherzustellen. Arbeitsministerin Nahles nannte das Verhalten der Piloten "hochgradig unsolidarisch". An dem Unternehmen hingen rund 8.000 Beschäftigte - "die sollten nicht jetzt in Mithaftung genommen werden für die Einzelinteressen von einigen Piloten".

Air Parchim statt Air Berlin?

Air-Berlin-Betriebsrat Wolfgang Fleischer wollte sich am Mittwoch nicht dazu äußern, ob es sich um eine koordinierte Aktion der Piloten handelte. Zugleich sagte er, es sei die Unternehmensführung gewesen, die Air Berlin in die aktuelle Lage gebracht habe, "nicht die Piloten" seien schuld.

Air Berlin hatte vor einem Monat Insolvenz angemeldet, noch bis Freitag läuft die Bieterfrist für Interessenten. Zu ihnen gesellte sich der "Bild"-Zeitung zufolge n2un die chinesische Betreibergesellschaft des Flughafens Parchim in Mecklenburg-Vorpommern, LinkGlobal. LinkGlobal plant demnach eine Verlegung der Airline nach Parchim und spricht von einer "Win-Win-Situation für Air Berlin und den Flughafen Parchim".

500-Millionen-Angebot auf dem Tisch

Zu den Interessenten gehört auch der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der die Fluggesellschaft als Ganzes erhalten und bis zu 500 Millionen Euro bieten will. Dem Magazin "Stern" sagte Wöhrl, er fürchte, keine faire Chance zu haben, weil es "bereits interne Zusagen gibt". Wöhrl zeigte sich überzeugt, dass es bereits im Vorfeld der Insolvenz Gespräche zwischen der Politik und der Kaufinteressentin Lufthansa gab. Der Bund stützt die insolvente Airline mit einem zugesagten Überbrückungskredit in Millionenhöhe.

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