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Nach Messerattacke - Täter von Hamburg war Behörden als Islamist bekannt

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Der Messerstecher von Hamburg war den Behörden als Islamist bekannt. Warum er in einem Edeka-Markt mehrere Menschen angegriffen und einen von ihnen getötet hat, ist aber noch unklar. Neben religiösen Beweggründen gebe es auch Hinweise auf eine psychische Labilität des Mannes, sagte Innensenator Grote.

Im Stadtteil Barmbek hat ein Mann mehrere Menschen mit einem Messer angegriffen und dabei eine Person getötet und mehrere verletzt. Der Tatverdächtige wurde festgenommen.

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Die Ermittler gingen im Moment davon aus, dass beides eine Rolle spielte, sagte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) auf einer Pressekonferenz. Ob der Täter vor allem aus islamistischen Motiven oder wegen einer psychischen Störung gehandelt habe, müsse nun geklärt werden. Vermutlich habe der Angreifer aber allein gehandelt. "Wir gehen momentan von einem psychisch labilen Einzeltäter aus", sagte Grote.

Der Mann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten war demnach den Sicherheitsbehörden bekannt. Es habe Hinweise auf eine mögliche Radikalisierung gegeben. Das Landeskriminalamt habe zudem Gespräche mit dem Täter geführt. Man sei dabei aber nicht zu der Einschätzung gekommen, dass er unmittelbar gefährlich sei. Er sei als Islamist in die entsprechenden Systeme eingetragen worden, nicht als Dschihadist.

Täter war ausreisepflichtig

Bereits zuvor war bekannt geworden, dass der Täter ausreisepflichtig war. Er habe aber nicht abgeschoben werden können, weil er keine Papiere hatte, hatte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) am Freitagabend gesagt. Dass der Mann allem Anschein nach "Schutz bei uns in Deutschland beansprucht und dann seinen Hass gegen uns gerichtet", mache ihn "wütend", fügte Scholz hinzu.

Innensenator Grote will jetzt überprüfen, ob die Behörden allen Hinweisen zu dem Täter immer in angemessener Weise nachgegangen waren. Er wolle die Tat selbst sowie alle Hintergründe zum Täter schnellstmöglich aufklären.

Anschläge dieser Art seien unberechenbar - sie würden mit primitivsten Mitteln begangen und könnten fast an jedem beliebigen Ort geschehen, so Grote. "Es hätte jeden von uns treffen können. " Grote sprach von einer "erbärmlichen, verachtenswerten Tat".

Eingreifen von Passanten "sehr mutig"

Der Angreifer war am Freitag um kurz nach 15 Uhr in einen Edeka-Markt gegangen. Dort habe er ein Messer genommen, es aus der Verpackung gerissen und auf Anwesende eingestochen, schilderte Kathrin Hennings von der Hamburger Polizei. Dabei habe er einen Menschen getötet und sieben weitere verletzt, einige von ihnen schwer. Alle Verletzten seien aber außer Lebensgefahr, sagte Innensenator Grote.

Passanten hatten den flüchtenden Mann anschließend verfolgt und noch vor dem Eintreffen der Polizei überwältigt. "Das war sehr mutig, sehr entschlossen", sagte Grote, der allen dankte, die zur schnellen Ergreifung beigetragen hatten.

"Eine solche Tat ist immer geeignet, die Menschen in unserer Stadt zu verunsichern", sagte der Innensenator. Er bat die Hamburger zusammenzustehen und "dem Hass, der sich in dieser Tat bahngebrochen hat, die Stirn zu bieten, nicht zuzulassen, dass Angst unser tägliches Leben bestimmt". Die Hamburger, die mutig und entschlossen den Täter verfolgt, ergriffen und festgehalten hätten, sollten als Vorbild dienen.

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