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Nach Nordkoreas Raketentest - US-Bomber überfliegen koreanische Halbinsel

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Nach dem jüngsten Raketentest Nordkoreas demonstrieren die USA Stärke: Zwei Bomber der US-Luftwaffe überflogen die koreanische Halbinsel. Zudem testeten die Amerikaner ihr Raketenabwehrsystem THAAD in Alaska. US-Präsident Trump äußerte sich enttäuscht über die Reaktion aus China.

Thae Yong-ho war Vizebotschafter Nordkoreas in London. 2016 flüchtete er mit seiner Familie nach Südkorea. Seitdem berichtet er über die Zustände im Land und die Motive hinter Kim Jong Uns Handeln.

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Den US-Bombern, die über die koreanische Halbinsel flogen, schlossen sich Kampfflugzeuge aus Japan und Südkorea an. Die Flüge der Bomber vom Typ B-1B seien eine direkte Antwort auf den Raketentest, erklärte die US-Luftwaffe. Nordkorea sei nach wie vor die größte Bedrohung für die Stabilität in der Region.

"Schnell, tödlich, mit überwältigender Schlagkraft"

Der zuständige US-Befehlshaber General Terrence J. O'Shaughnessy erklärte: "Wenn wir gerufen werden, sind wir bereit, schnell, tödlich und mit überwältigender Schlagkraft zu reagieren."

Die Führung in Pjöngjang hatte am Freitag eine Interkontinentalrakete getestet, die Experten zufolge auch Städte an der US-Westküste wie Los Angeles erreichen könnte. Die Aktion stieß international auf Kritik. Die nordkoreanische Führung hatte am Samstag den Abschuss der Rakete vom Typ Hwasong-14 bestätigt. Der Test sei erfolgreich verlaufen.

Staatschef Kim Jong Un sprach laut staatlicher Nachrichtenagentur KCNA von einer "ernsten Warnung" an die USA. Der Test habe die Fähigkeiten Nordkoreas demonstriert, überall und jederzeit zuschlagen zu können, sagte Staatchef Kim. Das gesamte Gebiet der USA könne erreicht werden, sollten die USA versuchen, Nordkorea anzugreifen.

Die Rakete erreichte dem KCNA-Bericht zufolge eine Höhe von mehr als 3.700 Kilometern. Der Flug habe gut 47 Minuten gedauert, dann sei das Geschoss in knapp 1.000 Kilometer Entfernung vor der Ostküste der koreanischen Halbinsel ins Meer gestürzt.

USA testen THAAD-Raketenabwehr in Alaska

Die USA erprobten unterdessen ein weiteres Mal ihr Raketenabwehrsystem THAAD (Terminal High Altitude Area Defense) in Alaska. Eine über dem Pazifik abgefeuerte Mittelstreckenrakete sei von dem Abwehrsystem erfolgreich abgefangen worden, teilten die US-Behörden mit. Das System ist darauf ausgelegt, Kurz- und Mittelstreckenraketen in der letzten Flugphase zu zerstören. Interkontinentalraketen sollen durch ein anderes System abgefangen werden.

Den US-Angaben zufolge verliefen alle bisherigen 15 Tests des THAAD erfolgreich. Die USA hatten in diesem Jahr begonnen, das System auch in Südkorea aufzubauen. Präsident Moon Jae In setzte die Stationierung aus,um die Umweltfolgen prüfen zu lassen. Jetzt kündigte Südkorea an, die Installation von THAAD fortzusetzen.

Trump über Chinas Reaktion "enttäuscht"

Nordkoreas einzig wichtiger Verbündeter China distanzierte sich von dem Vorgehen der Regierung in Pjöngjang. Das chinesische Außenministerium sprach von "Aktivitäten, die gegen Resolutionen der Vereinten Nationen und den gemeinsamen Wunsch der Völkergemeinschaft verstoßen". Nordkorea wurde zur Zurückhaltung aufgefordert. Aber auch andere Staaten sollten Vorsicht walten lassen, um eine Eskalation zu verhindern.

US-Präsident Donald Trump zeigte sich enttäuscht über die Reaktion aus Peking. "China könnte das Problem leicht lösen", schrieb er auf Twitter. Seine Amtsvorgänger hätten Handel mit der Volksrepublik im Volumen von Hunderten Milliarden Dollar jährlich erlaubt. Dennoch hätten die Chinesen mit Blick auf Nordkorea nichts für die USA getan. "Das werden wir nicht länger zulassen." Die nordkoreanischen Waffen stellten eine Bedrohung der Welt dar, hatte Trump bereits am Vortag erklärt. Zugleich schwächten sie die Wirtschaft des asiatischen Landes und gingen auf Kosten der dortigen Bevölkerung.

Die Außenminister Südkoreas, Japans und der USA vereinbarten telefonisch, sich für schärfere UN-Sanktionen gegen Nordkorea einzusetzen.

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