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Schwaches Quartal - Thyssenkrupp: Weitere Sparten auf Prüfstand

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Der Stahlbereich litt in letzter Zeit unter einer schwächeren Nachfrage. Thyssenkrupp hat seine Jahresprognose entsprechend angepasst und stellt einige Sparten auf den Prüfstand.

Das Thyssenkrupp-Stahlwerk Schwelgern. Archivbild
Das Thyssenkrupp-Stahlwerk Schwelgern. Archivbild
Quelle: Marcel Kusch/dpa

Der Industriekonzern Thyssenkrupp treibt seinen Umbau voran, um profitabler zu werden. Die Essener stellen mehrere Geschäfte auf den Prüfstand, die sie aktuell für nicht wettbewerbsfähig halten. Dabei geht es etwa um das Geschäft mit Federn und Stabilisatoren für die Automobilindustrie sowie mit Grobblechen. Ebenfalls auf der Liste steht der Bau von Produktionsanlagen für die Automobilindustrie. Die drei Bereiche stünden für vier Prozent des Konzernumsatzes, aber für ein Viertel des im laufenden Geschäftsjahr zu erwartenden Kapitalabflusses, teilte Thyssenkrupp am Donnerstag mit.

Für die Geschäfte soll nun ein Sanierungskonzept erstellt werden. Sollte eine Restrukturierung nicht gelingen oder möglich sein, würden andere strategische Optionen geprüft. "Für eine Weiterentwicklung sehen wir durchaus Chancen, aber nicht notwendigerweise unter dem Dach von Thyssenkrupp", erklärte Konzernchef Guido Kerkhoff. "Dass Geschäfte ohne klare Perspektive dauerhaft Geld verbrennen und damit Wert vernichten, den andere Bereiche erwirtschaftet haben, wird es jedenfalls in Zukunft nicht mehr geben", fügte er hinzu.

Sorgenkind Stahl

Ein wichtiger Baustein beim Umbau ist der geplante Börsengang der Aufzugssparte, des wertvollsten Teils von Thyssenkrupp. Hier fährt das Management um Kerkhoff zweigleisig und prüft auch Kaufangebote von möglichen Interessenten. Nach der Sparte sollen früheren Medienberichten zufolge sowohl Konkurrenten als auch Finanzinvestoren ihre Fühler ausgestreckt haben.

Probleme bereitet Thyssenkrupp derzeit das Stahlgeschäft. Dieses schnitt im dritten Quartal besonders schwach ab und leidet unter Überkapazitäten, Preisdruck und hohen Rohstoffkosten. Nachdem die Fusion mit dem europäischen Geschäft von Tata Steel geplatzt ist, arbeitet das Management an einem Restrukturierungsplan, der auch den Abbau von 2.000 Stellen vorsieht. Insgesamt will Thyssenkrupp im Zuge des Umbaus 6.000 Stellen streichen. Details zum neuen Stahlkonzept, zum Stellenabbau sowie zu den Ergebnissen aus der Überprüfung der zur Disposition stehenden Bereiche will Thyssenkrupp bis Ende des Kalenderjahres veröffentlichen.

Nach einem schwachen dritten Quartal senkte Thyssenkrupp die Prognose für das Geschäftsjahr 2018/19 deutlich. Das Unternehmen erwartet für das am 30. September endende Geschäftsjahr nunmehr ein bereinigtes operatives Ergebnis von rund 800 Millionen Euro. Zuvor war der Konzern von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro ausgegangen. "Mit der Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten können wir insgesamt nicht zufrieden sein", kommentierte Kerkhoff. Unter dem Strich musste Thyssenkrupp von April bis Mai einen Fehlbetrag von 94 Millionen Euro hinnehmen.

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