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Journalist zündete sich an - Proteste in Tunesien nach Selbstverbrennung

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2010 wurde auch durch eine Selbstverbrennung der Aufstand in Tunesien mitausgelöst. In dem Land setzt sich nun wieder ein Mann selbst in Brand.

Ein Demonstrant steht mit Mundschutz vor brennenden Kartons in Kasserine, Tunesien, am 25.12.2018
Die Selbstverbrennung eines Journalisten hat in Kasserine Proteste ausgelöst
Quelle: reuters

Der tunesische Journalist Abderrak Zorgui hat sich aus Protest gegen die wirtschaftliche Lage in seinem Land selbst verbrannt. Dadurch wurden neue Proteste in dem nordafrikanischen Staat ausgelöst. Demonstranten blockierten in Kasserine, der Heimatstadt Zorguis, Straßen und warfen Steine auf Polizisten. Diese setzten Tränengas ein.

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, mehrere Personen seien verletzt und weitere festgenommen worden. Auch in der Hauptstadt Tunis ist eine Kundgebung geplant.

Zorgui steckte sich fast genau acht Jahre nach dem Straßenhändler Mohamed Bouazizi in Brand. Der hatte im Dezember 2010 durch seine Selbstverbrennung den Aufstand in Tunesien mitausgelöst, in der Folge griffen Protestbewegungen auf die gesamte Region über und stürzten langjährige Machthaber wie Husni Mubarak in Ägypten und Muammar al-Gaddafi in Libyen.

In einem Abschiedsvideo äußerte Journalist Zorgui seine Frustration darüber, dass Tunesien auch acht Jahre nach dem Sturz von Langzeitpräsident Zine el Abidine Ben Ali noch immer wirtschaftlich darnieder liege. Die Verheißungen des Arabischen Frühlings seien unerfüllt geblieben, sagte er. Zorgui starb am Montag, kurz nachdem er mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus in Kassérine eingeliefert worden war.

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