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Nach Spahns Prognose - Experten dämpfen Hoffnung auf Sieg über Krebs

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In zehn bis 20 Jahren will Gesundheitsminister Spahn die Krankheit Krebs besiegen und sieht dafür gute Chancen. Mediziner halten dies für mehr als unrealistisch.

Archiv: Tumor-Metastasierung am 22.10.2013 in Rostock
Tumor-Metastasierung
Quelle: dpa

Nach den optimistischen Äußerungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Krebsbekämpfung gehen führende Krebsmediziner auf Abstand.

Kein Beleg für Spahns Aussagen

"Das ist eine sehr allgemeine Hoffnung, die so einfach nicht funktioniert", sagte der Leiter des Comprehensive Cancer Center der Berliner Charité, Ulrich Keilholz, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Bereits in den 1960er Jahren habe es in den USA die Aussage gegeben, dass Krebs in den nächsten Jahren besiegt werden könne. "Aber diese Aussagen waren eher politisch motiviert als wissenschaftlich fundiert."

Archiv: Jens Spahn am 17.01.2019 in Berlin
Jens Spahn will den Krebs zeitnah besiegen, Mediziner sind weniger optimistisch.
Quelle: dpa

Spahn hatte in einem Zeitungsinterview gesagt, er sehe "gute Chancen, dass wir in zehn bis 20 Jahren den Krebs besiegt haben". Der medizinische Fortschritt sei immens, die Forschung vielversprechend. Keil erklärte, trotz der wichtigen Bestrebungen, Krebs zu heilen, sei es sehr wichtig, eine zweite Richtung der Forschung nicht außer Acht zu lassen: "Das Beherrschen der Krankheit, sodass daraus eine chronische Erkrankung werden kann, mit der Patienten, begleitet durch eine entsprechende Therapie, sehr lange gut leben können." Das klappe heute zum Teil schon sehr gut.

Krebs: "Geißel der Menschheit"

Auch Carsten Bokemeyer, Direktor des Universitären Cancer Centers des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), sagte den Funke-Zeitungen, zwar werde es in den kommenden zehn Jahren enorme Fortschritte bei der Therapie geben. Aber Krebs sei auch eine "Geißel der Menschheit", die in den Zellen angelegt sei. "Damit wir heute 80 oder 90 Jahre lang leben können, müssen sich Zellen sehr oft teilen", erläuterte Bokemeyer. Passiere dabei ein Fehler, könne das Immunsystem das meistens ausbügeln. "Aber manchmal rutscht ein Fehler durch und etwas Bösartiges entwickelt sich." Bei der Behandlung von Krebs liege das Problem häufig in der Resistenz der Krebszellen, die mit jeder neuen Therapie Gegenmechanismen entwickelten.

500.000 Menschen erkranken jährlich an Krebs, die Hälfte davon stirbt. Aber die Diagnose muss kein Todesurteil sein. Die "plan-b"-Dokumentation "Gewonnene Jahre" zeigt zukunftsweisende Behandlungsmethoden und welche Chancen die Naturheilkunde bietet. Sehen sie die Dokumentation jetzt schon hier oder heute um 17:35 Uhr im ZDF:

Die Diagnose Krebs könnte ihren Schrecken verlieren und von einer oft tödlichen zur chronischen Krankheit werden: nicht heilbar, aber in Schach zu halten. Neue Therapien wecken Hoffnung.

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29 min
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