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Nach dem Tod Al-Bagdadis - Weitere Operationen gegen den IS

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Nach dem Tod von IS-Chef Al-Bagdadi geht der Kampf gegen die Terrormiliz weiter. Kurdischen Angaben zufolge wurde auch der IS-Sprecher getötet - er hatte zu Anschlägen aufgerufen.

Abu Bakr Al-Baghdadi
Abu Bakr al-Bagdadi war einer der meistgesuchten Terroristen der Welt.
Quelle: ap

Nach dem Tod von IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi läuft der Einsatz in Syrien gegen hochrangige Vertreter der Terrormiliz weiter. Der Kommandeur der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Maslum Abdi, sprach auf Twitter von "andauernden Operationen, um IS-Anführer zu jagen". Ziel eines Einsatzes nach dem Tod Al-Bagdadis sei Abu al-Hassan al-Muhadschir gewesen, der Sprecher der Terrormiliz.

Kurdenmiliz: IS-Sprecher Al-Muhadschir getötet

Die Kurdenmiliz YPG, die die SDF dominiert, teilte mit, Al-Muhadschir sei getötet worden. Abdi schrieb, die SDF habe dem US-Militär Informationen für die Operation geliefert. SDF-Sprecher Mustafa Bali teilte mit, die beiden US-geführten Operationen gegen Al-Bagdadi und Al-Muhadschir hätten die oberste Führungsebene des IS in Nordwest-Syrien "faktisch ausgeschaltet".

Weitere IS-Anführer versteckten sich aber noch in der Gegend. Über die Identität Al-Muhadschirs ist wenig bekannt. In Fotos und Videos des IS soll er bisher nicht aufgetaucht sein, er gilt aber als einer von dessen wichtigsten Figuren. Al-Muhadschir hatte Anhänger und Sympathisanten im Westen in mehreren Audiobotschaften dazu aufgerufen, Anschläge zu verüben.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg lobte den Einsatz. Dieser sei ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Die Nato bleibe dem Kampf gegen den gemeinsamen Feind verpflichtet.

Trump beschreibt Details

US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag den Tod von Al-Bagdadi verkündet. Al-Bagdadi sei bei einer Operation von US-Spezialkräften in Nordwest-Syrien vor den Soldaten in einen Tunnel geflüchtet und habe eine Sprengstoffweste gezündet, sagte Trump im Weißen Haus. Er habe dabei auch drei Kinder mit in den Tod gerissen. Bei der Operation in der Nacht zu Sonntag seien auch zahlreiche IS-Kämpfer getötet worden. US-Soldaten hätten keine Verluste erlitten.

Trump sagte, Al-Bagdadi sei in einen Tunnel geflüchtet, der keinen Ausgang gehabt habe. Er sei "winselnd und weinend und schreiend" gestorben. Experten hätten vor Ort mit DNA-Analysen die Identität Al-Bagdadis bestätigt.

US-Verteidigungsminister Mark Esper sagte dem Sender CNN, die US-Soldaten hätten Al-Bagdadi aufgefordert, sich zu ergeben. Der IS-Chef habe das verweigert. Die Kommandoaktion erfolgte nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte im Ort Barischa in der Provinz Idlib, dem letzten großen Rebellengebiet in Syrien. Der Ort liegt wenige Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Die US-Streitkräfte haben in der Region keine Präsenz.

Außenpolitischer Erfolg für Trump

Mit dem von den USA ausgesetzten Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (rund 22 Millionen Euro) war Al-Bagdadi einer der meistgesuchten Terroristen der Welt. Zuletzt hatte der IS im April ein Video verbreitet, in dem Al-Bagdadi dem Westen mit Angriffen drohte.

Mit dem Tod Al-Bagdadis ist Trump ein seltener außenpolitischer Erfolg gelungen. Trump steht seit Wochen in der Kritik, weil er die US-Truppen aus dem nordsyrischen Grenzgebiet zur Türkei abgezogen hat. Damit ebnete er den Weg für eine türkische Offensive gegen die YPG in der Region. Trump wurde auch aus seiner eigenen Republikanischen Partei vorgeworfen, die mit den USA verbündete Kurdenmiliz im Stich gelassen zu haben.

Trump: Ölförderung in Syrien durch US-amerikanischen Konzern

Wir wollen nicht für die nächsten 200 Jahre Soldaten zwischen Syrien und der Türkei behalten.
Donald Trump

Trump betonte jedoch, er halte an seinem Ziel fest, die US-Truppen aus Syrien abzuziehen. "Wir wollen nicht für die nächsten 200 Jahre Soldaten zwischen Syrien und der Türkei behalten." Zunächst würden die US-Truppen aber die Ölfelder im Osten Syriens sichern.

Der Vorschlag des US-Präsidenten Donald Trump, Exxon Mobil oder ein anderer amerikanischer Ölkonzern solle die Ölförderung in Syrien übernehmen, stieß bei Rechts- und Energieexperten auf Kritik. "Was ich vielleicht vorhabe, ist, mit Exxon Mobil oder einem unserer großen Unternehmen einen Deal abzuschließen, um das richtig anzugehen und den Reichtum zu verteilen", sagte Trump während einer Pressekonferenz über die Operation, die zum Tod des IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdad geführt hat.

Es ist nicht nur ein rechtlich zweifelhafter Schritt, es sendet auch eine Botschaft an die ganze Region und die Welt, dass Amerika das Öl stehlen will.
Bruce Riedel, ehemaliger nationaler Sicherheitsberater

"Das Völkerrecht soll genau vor dieser Art von Ausbeutung schützen", erklärt Laurie Blank, Professorin an der Emory Law School und Direktorin des Zentrums für internationale und vergleichende Rechtswissenschaft. Auch Bruce Riedel, ehemaliger nationaler Sicherheitsberater übt Kritik: "Es ist nicht nur ein rechtlich zweifelhafter Schritt, es sendet auch eine Botschaft an die ganze Region und die Welt, dass Amerika das Öl stehlen will." Exxon Mobil Corp und Chevron Corp, die beiden größten im Nahen Osten tätigen US-Ölgesellschaften, lehnten einen Kommentar zunächst ab.

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