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Frankfurt: Kind vor Zug gestoßen - Verdächtiger kommt in die Psychiatrie

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Der Fall hat Deutschland geschockt: Ein Mann stößt in Frankfurt einen Achtjährigen und die Mutter vor den Zug, das Kind stirbt. Jetzt muss der mutmaßliche Täter in die Psychiatrie.

Trauer und Ratlosigkeit nach Frankfurter Gleisstoß
Der Tod des Kindes am Frankfurter Hauptbahnhof hat viele Menschen geschockt aber auch eine politische Diskussion ausgelöst.
Quelle: Reuters

Der Mann, der am Frankfurter Hauptbahnhof einen achtjährigen Jungen vor einen Zug gestoßen haben soll, kommt in ein psychiatrisches Krankenhaus. Der Haftrichter habe den Ende Juli erlassenen Haftbefehl in einen Unterbringungsbefehl umgewandelt, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Nach Angaben eines Gutachters leide der 40-Jährige an einer "Erkrankung aus dem schizophrenen Spektrum".

Erheblich verminderte Einsichts- und Steuerungsfähigkeit

Seine psychische Erkrankung könne einen Einfluss auf die Schuldfähigkeit des Verdächtigen haben, so die Staatsanwaltschaft, insbesondere weil seine Schizophrenie zur Tatzeit in akuter Form bestanden habe. Deshalb sei zumindest von einer "erheblich verminderten Einsichts- und Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten bei Tatbegehung auszugehen".

Der Beschuldigte, der aus der Schweiz eingereist war, hatte Ende Juli im Frankfurter Hauptbahnhof einen achtjährigen Jungen und seine Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen. Die Mutter konnte sich abrollen und überlebte, das Kind starb. Der Mann versuchte laut Ermittlern zudem, eine weitere Frau auf die Gleise zu stoßen, was ihm aber nicht gelang.

Asylantrag 2008 bewilligt

Der Mann aus Eritrea hatte nach Angaben des Präsidenten der Bundespolizei, Dieter Romann, im Kanton Zürich gelebt. Der dreifache Familienvater war 2006 illegal in die Schweiz eingereist, sein Asylantrag wurde dort 2008 bewilligt. Er war nun in Besitz einer Niederlassungsbewilligung.

Diese bekommen Ausländer in der Schweiz nach einem Aufenthalt von fünf oder zehn Jahren. Damit erhalten sie ein unbeschränktes Aufenthaltsrecht. Er hatte einen Job, galt laut Seehofer als "vorbildlich integriert". In einem Bericht einer Flüchtlingsorganisation wurde er als gutes Beispiel gelobt. Nach Angaben von Schweizer Medien arbeitete er in der Werkstatt der Zürcher Verkehrsbetriebe.

Diskussion über öffentliche Sicherheit

Der Fall hatte auch Diskussionen über die Nennung der Nationalität Tatverdächtiger ausgelöst. Außerdem wurde in Spitzengesprächen mit dem Bundesverkehrsministerium und der Bahn die Sicherheit an den rund 5.600 Bahnhöfen diskutiert. "Das ist unsere moralische Verantwortung", so Seehofer.

Unabhängig von der Tötung des Jungen in Frankfurt konstatierte Bundesinnenminister Seehofer ein "abnehmendes Sicherheitsgefühl" in der Bevölkerung, obwohl insgesamt die Kriminalität abnehme und die Aufklärungsquoten stiegen.

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