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Überflutungen in Texas - Houston: Angst vor dem Wasser und vor der Zukunft

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Die City von Houston ist eine Insel. Umgeben von überfluteten Straßen und Parks. Hierher flüchten alle, die flüchten konnten. Hier bekommen sie das Nötigste. Hier teilen die Menschen aber auch die Angst, dass das Wasser weiter steigen könnte.

In Houston haben die Fluten, die Harvey brachte, zehntausende Häuser zerstört oder beschädigt. Tausende Menschen sind in Notunterkünften untergebracht. Freiwillige aus dem ganzen Land sind in die texanische Metropole gekommen, um ihnen zu helfen.

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Der Wirbelsturm "Harvey" traf am Mittwoch mit starkem Regen westlich der Stadt Cameron in Louisiana zum zweiten Mal auf Land, teilte das Nationale Hurrikan-Zentrum mit. Von den neuen heftigen Regenfällen seien der Südwesten von Louisiana sowie der Südosten von Texas betroffen.

New Orleans wappnet sich

Groß war die Sorge in der Stadt New Orleans, die Hurrikan "Katrina" vor zwölf Jahren verwüstet hatte.  Bürgermeister Mitch Landrieu empfahl den Bewohnern, ihr Haus nicht zu verlassen und Lebensmittel für mindestens drei Tage vorrätig zu haben. Einem CNN-Bericht zufolge hat der US-Bundesstaat die Zahl seiner Rettungsboote und der einsatzbereiten Hubschrauber verdoppelt. Sorgen bereitete eine Großpumpe im Abwassersystem der Stadt - laut Behörden sei sie aber inzwischen repariert worden. Derzeit seien 107 der insgesamt 120 Pumpen in New Orleans im Einsatz.

In Texas blieb die Lage unübersichtlich. Über die genaue Zahl der Todesopfer herrschte Unklarheit. Die "New York Times" berichtete von etwa 30 Toten durch "Harvey". Nach Angaben von CNN wurden bisher elf Tote bestätigt. Unter ihnen sei ein Polizist aus Houston, der am Sonntag auf dem Weg zur Arbeit von den Fluten erfasst wurde.

Ausgangssperren verhängt

"Wenn die Straßen in Texas erst einmal wieder passierbar sind, erwarte ich einen signifikanten Anstieg der Todeszahlen", sagte ein Gerichtsmediziner der "New York Times". Klarheit dürfte aber erst herrschen, wenn die Fluten zurückgegangen sind und die Bergungstrupps Zugang zu den überfluteten Häusern bekommen. In Houston verhängte Bürgermeister Sylvester Turner am Dienstagabend eine Ausgangssperre von Mitternacht bis sieben Uhr morgens, um Plünderungen zu verhindern. Polizeichef Art Acevedo sagte, es gebe bewaffnete Diebe, die die Katastrophe ausnutzten. Auch in Brazoria County wurde eine Ausgangssperre für die Gegenden verhängt, wo eine Zwangsevakuierung angeordnet worden war.

US-Präsident Donald Trump hatte sich am Dienstag in der vom Hochwasser betroffenen Stadt Corpus Christi ein Bild von der Lage gemacht. Trump besuchte eine Feuerwache und lobte die Arbeit von Einsatzkräften und Behörden. "Texas kommt mit allem zurecht", sagte der Präsident. Zahlreiche Wirtschaftsführer und Prominente spendeten zum Teil große Summen für die Hochwasseropfer. Viele Menschen sind nicht gegen Flutschäden versichert.

Die sintflutartigen Regenfälle erreichten derweil einen Rekordwert: In der Stadt Pearland im Südosten von Houston wurden seit Freitag insgesamt Niederschlagsmengen von 125 Zentimetern gemessen, wie der Nationale Wetterdienst mitteilte. Das markiere einen Rekord bei einem Tropensturm auf dem US-Festland. Im Jahr 1978 waren demnach beim Sturm "Amelia" 124 Zentimeter gemessen worden.

Weitere Notquartiere in Houston

In Houston kündigte Bürgermeister Sylvester Turner an, weitere Notquartiere für Schutzsuchende zu öffnen. Nach Angaben des Roten Kreuzes suchten in Texas bereits in der Nacht zum Dienstag rund 17.000 Menschen Zuflucht in Notunterkünften. Die Infrastruktur in und um die Metropole ist weitgehend zusammengebrochen. Rettungskräfte kämpften sich mit Booten durch die braunen Wassermassen, um festsitzende Menschen aus ihren Häusern zu befreien.

Nach Angaben von Meteorologen ist "Harvey" der zweitstärkste Wirbelsturm seit "Katrina" vor zwölf Jahren in der Gegend um New Orleans. Der Sturm sog über dem sehr warmen Golf von Mexiko extrem viel Feuchtigkeit auf, die er nun als Regen abgibt.

Klimaforscher Mojib Latif sieht einen Zusammenhang zwischen "Harvey" mit seinen verheerenden Regenfällen und dem Klimawandel. Dieser habe schon eine gewisse Rolle gespielt, sagte Latif am Mittwoch im Deutschlandfunk: "Wir warnen schon lange genau vor solchen Situationen." Auf die Frage, ob sich US-Präsident Donald Trump irgendwann der Meinung anschließen werde, dass solche Katastrophen Teil des Klimawandels seien, sagte er: "Ich glaube es nicht." Trump sei aus seiner Sicht "absolut beratungsresistent". "Auch dieses Ereignis wird die Meinung des Präsidenten nicht verändern."

Melania Trump erntet Shitstorm

Einen Shitstorm in den sozialen Netzwerken erntete derweil Trumps Ehefrau Melania, die ihn nach Texas begleitete. Die First Lady war mit Pilotenbrille und auf Stilabsätzen in das Flugzeug in Washington gestiegen, wie Fotos zeigen. Bei der Ankunft in Corpus Christi trug sie weiße Turnschuhe und eine weiße Bluse. Auf Twitter wurde die Outfit-Wahl - insbesondere die High Heels - mit Spott kommentiert. Ein Nutzer bezeichnete Melania als "Katastrophenhilfe-Barbie mit schlechtem Geschmack".

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