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Nach Wirbelsturm "Idai" - Viele Mosambikaner harren auf Dächern aus

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Die verheerenden Folgen von Wirbelsturm "Idai" werden immer deutlicher: In Mosambik und Simbabwe sind etwa zwei Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Und es kommt mehr Regen.

Im Südosten Afrikas wird die Lage von hunderttausenden Menschen immer dramatischer. Weiterhin ist unklar, wie groß die Schäden sind, die Zyklon „Idai“ angerichtet hat.

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In Mosambik harren immer noch viele Menschen in den Überschwemmungsgebieten auf Bäumen und Dächern aus, berichtet das Welternährungsprogramm (WFP) . Die Helfer bräuchten dringend mehr Hubschrauber, um Lebensmittel und andere humanitäre Hilfsgüter zu den verzweifelten Menschen zu transportieren, sagte WFP-Sprecher Herve Verhoosel.

Eine Woche nach dem Durchzug des Tropensturms "Idai" im südlichen Afrika wird die Lage immer dramatischer. Wie Helfer am Donnerstag mitteilten, sind in Mosambik, Simbabwe und Malawi inzwischen mindestens 2,6 Millionen Menschen von den Folgen des Zyklons betroffen. Die Zahl der Toten wird auf rund 1.100 beziffert.

Mosambik am schwersten getroffen

Mosambik hatte der Zyklon am schlimmsten getroffen. Dort war "Idai" mit der Stärke vier von fünf in der Nacht zum Freitag in der Nähe von Beira auf Land getroffen. Die wichtige Hafenstadt ist nach Angaben der Vereinten Nationen sehr stark zerstört. Die Helfer hätten rund 100.000 Menschen bislang nicht erreichen können. In den Überschwemmungsgebieten säßen nach Regierungsangaben noch mindestens 15.000 Menschen fest, die dringend gerettet werden müssen.

Überschwemmte Landschaften in Mosambik am 20.03.2019
Überschwemmte Landschaften in Mosambik
Quelle: ap
Infokarte: Mosambik - Beira
Quelle: ZDF

Die Menschen müssten aus den unter Wasser stehenden Regionen in Sicherheit gebracht werden, sagte Umweltminister Celso Correia. Es handele sich um ein Rennen gegen die Zeit. "Jede Minute zählt", warnte der Minister. Wichtigste Aufgabe sei es zunächst, die auf von den Wassermassen umschlossenen Flecken Land festsitzenden Menschen mit Nahrung, Decken und Medikamenten zu versorgen. Das WFP habe nur einen Hubschrauber in Mosambik im Einsatz, sagte ein Sprecher. Südafrika und andere Länder hätten indes einige Helikopter nach Mosambik entsandt.

Wegen anhaltender Regenfälle könne sich die Lage weiter zuspitzen. Insgesamt haben nach UN-Schätzungen 400.000 Menschen in Mosambik ihre Unterkunft verloren, aber in der Schneise des Wirbelsturms hätten 1,7 Millionen Menschen gelebt.

Zerstörungen durch den Wirbelsturm "Idai" in Mosambik am 16.03.2019
Mit Windböen bis zu 160 Kilometern pro Stunde war "Idai" auf Land getroffen.
Quelle: dpa

In der Region Buzi nahe der schwer betroffenen Stadt Beira habe sich ein 125 Kilometer langer und elf Meter tiefer See gebildet, sagte der Nothilfekoordinator des Welternährungsprogramms (WFP) in Mosambik, Pedro Matos. In dem Gebiet lebten demnach zuvor Hunderttausende Menschen. "Entweder sie konnten fliehen, oder es gibt dort eine sehr hohe Opferzahl." Derzeit seien Helfer aber vor allem mit Rettungen beschäftigt.

Zerstörungen durch den Wirbelsturm "Idai" in Mosambik am 18.03.2019
Die Katastrophengebiete sind für Helfer kaum erreichbar.
Quelle: dpa

Auch Simbabwe und Malawi brauchen dringend Hilfe

Im Osten des Nachbarlands Simbabwe sind nach dem Wirbelsturm laut WFP rund 200.000 Kinder, Frauen und Männer in Grenznähe auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Rund 90 Prozent der Häuser und der Infrastruktur des Bezirks Chimanimani seien nach bisherigen Erkenntnissen stark beschädigt, betonte Sprecher Verhoosel. Andauernde heftige Niederschläge verursachten weitere massive Schäden. In Malawi leiden 920.000 Menschen unter dem Tropensturm und schweren Regenfällen.

Zerstörungen durch den Wirbelsturm "Idai" in Mosambik am 20.03.2019
Verkehrswege in Mosambik sind unterbrochen
Quelle: dpa

Das WFP rechnet zunächst mit einem Bedarf von rund 60 Millionen Dollar. Weitere 80 Millionen Dollar könnten aber nötig sein, wenn sich zeige, dass mehr Menschen auf Hilfe angewiesen seien.

So können Sie helfen:

Frauen waten durch den Schlamm. Sie tragen ihre Habseligkeiten, Chimanimani, 18.03.19

Spendenaufruf Wirbelstürme in Afrika

Wenige Wochen nach Wirbelsturm "Idai" hat Wirbelsturm "Kenneth" Südost-Afrika getroffen. Die beiden Stürme haben verheerende Folgen: Es gibt Hunderte Tote und zerstörte Gebiete.

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