Sie sind hier:

Berichte über neues Bewerberduo - Schwan und Stegner wollen SPD aufrichten

Datum:

Bei der SPD kommt Bewegung in die Suche nach der künftigen Spitze: Nach Medieninformationen bewirbt sich mit Gesine Schwan und Ralf Stegner nun das nächste Duo.

Archiv: Gesine Schwan und Ralf Stegner am 04.03.2009 in Kiel
Gesine Schwan und Ralf Stegner: Bewerberduo will sich Parteikreisen zufolge für die SPD-Spitze bewerben.
Quelle: dpa

Im Rennen um den künftigen SPD-Vorsitz wollen sich die Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission, Gesine Schwan, und Parteivize Ralf Stegner als Duo bewerben. Das verlautete am Mittwoch aus Parteikreisen in Berlin. Am Freitagmittag wollen sie sich in Berlin öffentlich erklären, wie es weiter hieß. Mit Stegner will der erste Vertreter der Parteispitze für den Vorsitz kandidieren.

Nach "Spiegel"-Informationen haben Stegner und Schwan ihre Kandidatur gegenüber den drei kommissarischen Vorsitzenden Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel angekündigt. Stegner wollte sich am Mittwoch auf Anfrage nicht dazu äußern. Schwan hatte sich schon vor Wochen bereit erklärt, ihren Hut in den Ring zu werfen.

Zahlreiche Duos wollen an SPD-Spitze

Um die Nachfolge der zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles haben sich bisher Europa-Staatsminister Michael Roth und die nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordnete Christina Kampmann beworben. Diese beiden erfüllen als einzige bisher die geforderte Mindestunterstützung von Parteigliederungen.

Neben diesem Duo wollen die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer antreten, ebenso wie die Oberbürgermeister von Flensburg und Bautzen, Simone Lange und Alexander Ahrens. Den Zweier-Teams gemeinsam ist, dass sie mehr oder weniger schnell aus der Großen Koalition austreten wollen oder ihr zumindest kritisch gegenüberstehen.

Zudem kündigte der Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, Robert Maier, seine Kandidatur an. Auch der frühere Bundestagsabgeordnete Hans Wallow hatte mitgeteilt, dass er sich bewerben wolle.

SPD in tiefer Krise - nur noch 13 Prozent bei Sonntagsfrage

Die SPD ist in einer tiefen Krise und erreicht im aktuellen ZDF-Politbarometer nur 13 Prozent. Seit Tagen wird gerätselt, ob sich noch SPD-Schwergewichte aus den Reihen der Minister oder Ministerpräsidenten um den Vorsitz bewerben. Unter der Hand hatte es aus diesen Kreisen geheißen, so ein Schritt werde erwartet.

Mehrere Spitzenpolitiker wie Finanzminister Olaf Scholz, die drei kommissarischen Vorsitzenden oder Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hatten deutlich gemacht, dass sie den Vorsitz nicht anstreben. Weil hatte dies zuletzt mit den Worten bekräftigt: "Das steht nicht an, ich erwarte das nicht. Ich gehe davon aus, dass ich nicht kandidieren werde." Als Anwärterin wird etwa Familienministerin Franziska Giffey gehandelt, deren Dissertation derzeit aber überprüft wird und die somit um ihren Doktortitel bangen muss.

Schwan: "Man sieht nicht mehr, wofür die SPD brennt"

Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan hatte bereits vor Wochen ihre Bereitschaft zu einer Kandidatur erklärt - und diese dann auch erneuert. "Allen, die mir vorwerfen, ich sei naiv, sage ich: Und wie weit habt ihr es gebracht mit eurer vermeintlichen Professionalität?", sagte die 76-Jährige Anfang August in einem Interview.

Von Oktober 1999 bis September 2008 war Schwan Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. "Man sieht nicht mehr, wofür die SPD brennt", sagte Schwan zur Motivation ihrer Kandidatur. Nötig sei jemand, der Politik handfest etwa in Berlin-Wedding verkaufen könne.

Bewerbungsfrist läuft am 1. September aus

Der Parteilinke Stegner ist für seine pointierten, polarisierenden Äußerungen in der Öffentlichkeit bekannt. Im Juni war der 59-Jährige als SPD-Fraktionschef im Landtag von Schleswig-Holstein bestätigt worden. Ende März hatte er nach zwölf Jahren den SPD-Landesvorsitz aufgegeben. Seit 2003 steht der Harvard-Absolvent in der ersten Reihe der Landespolitik - auch als Finanz- und Innenminister.

Die Bewerbungsfrist bei der SPD läuft noch bis 1. September. An diesem Tag muss die SPD zugleich herbe Verluste bei den Wahlen in Brandenburg und Sachsen fürchten. Die neue SPD-Spitze soll dann in einer Mitgliederbefragung faktisch bestimmt und auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden.

Ziemiak kommentiert Bewerbung von Schwan und Stegner "verächtlich"

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak kommentierte die Bewerbung von Schwan und Stegner auf Twitter: "Stegner hat nun doch eine Frau gefunden... Wenn beide noch den Kevin adoptieren, könnten wir eine Neuauflage von "Eine schrecklich nette Familie" aufführen." SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil nannte Ziemiaks Kommentar "halbstark". Es sei "verächtlich", so über Menschen zu reden, die sich engagierten. "Aber wenigstens hört man überhaupt mal wieder was von Dir!"

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.