Sie sind hier:

Israel und Iran - Nahostkonflikt in München

Datum:

Sicherheitskonferenz in München: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu attackiert offen Irans Außenminister Dschawad Sarif. Alles Kriegstreiberei, entgegnet dieser.

Die Münchner Sicherheitskonferenz ist zum Schauplatz eines offenen Streits zwischen Israel und dem Iran geworden. Israel drohte dem Iran mit einem Angriff. Dieser warf Israel Kriegstreiberei vor. In München herrschte vor allem eins: Verunsicherung.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Die Münchner Sicherheitskonferenz ist zum Schauplatz eines offenen Streits zwischen Israel und Iran geworden. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drohte Teheran unverhohlen mit einem Angriff, wenn die Sicherheit seines Landes dies erfordere. "Stellen Sie nicht Israels Entschlossenheit auf die Probe", warnte Netanjahu am Sonntag in München. "Israel wird es dem Regime in Iran niemals gestatten, eine Schlinge des Terrors um unseren Hals zu legen."

"Herr Sarif, erkennen Sie das?"

Seine Warnung illustrierte Netanjahu mit einem Requisit: Auf dem Rednerpult in München hielt er ein Metallteil in die Höhe - nach seinen Worten Teil einer Drohne, die in den israelischen Luftraum eingedrungen sei. Er wandte sich dabei direkt an Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif, der im Publikum saß: "Herr Sarif, erkennen Sie das?", fragte Netanjahu. "Sie sollten - es gehört Ihnen. Sie können eine Botschaft an die Tyrannen von Teheran mitnehmen: Stellen Sie nicht Israels Entschlossenheit auf die Probe." Netanjahu rief die Weltgemeinschaft auf, sich Iran entschlossen entgegenzustellen: Das Land sei "immer noch eine große Gefahr".

Hintergrund: Die israelische Regierung ist besorgt wegen des wachsenden Einflusses seines Erzfeindes Iran in den Nachbarländern Syrien und Libanon. Sie betrachtet eine iranische Präsenz gleich hinter den Landesgrenzen als akute Bedrohung. Israel werde es nicht zulassen, dass Iran eine "dauerhafte militärische Präsenz in Syrien" aufbaut, sagte Netanjahu. Man werde "wenn nötig" nicht nur die "Stellvertreter" des Iran bekämpfen, sondern "auch den Iran selbst angreifen".

Sarif: Komödiantischer Zirkus

Sarif zeigte sich davon unbeeindruckt: In seiner Erwiderung charakterisierte er Netanjahus Auftritt als "komödiantischen Zirkus, der keiner Antwort würdig" sei. Er warf dem israelischen Regierungschef Kriegstreiberei vor. Nicht sein Land trete in der Region als Aggressor auf. Vielmehr setze Israel auf "Aggression als Politik seinen Nachbarn gegenüber", sagte Sarif. Sein Land strebe keinesfalls die regionale Hegemonie an und beschränke seine außenpolitischen Interessen auf die Golfregion."Routine-Bombardierungen in Syrien"

Sarif bezeichnete Israel als Aggressor, der sich als Opfer stilisiere. Auf Israels Konto gingen "massenhafte Repressionen gegen seine Nachbarn, tägliche Übergriffe in Syrien und Libanon, beinahe schon Routine-Bombardierungen in Syrien", sagte Sarif. "Und wenn die Syrer mal den Mumm haben, einen seiner Kampfjets abzuschießen, dann wird das gleich als Katastrophe hingestellt."

Konflikt in Nachbarländern

Israel trägt die Rivalität mit Iran inzwischen auch militärisch im Bürgerkriegsland Syrien aus. Am vorangegangenen Wochenende flog die Luftwaffe eine Serie von Angriffen in Syrien und nahm dabei nach eigenen Angaben syrische und iranische Stellungen ins Visier. Auslöser der Luftangriffe war demnach eine iranische Drohne, die von Syrien aus eingedrungen sei. Ein israelischer Kampfjet wurde über Syrien beschossen und stürzte auf israelischem Territorium ab.

Netanjahu bezog in München auch das iranische Atomprogramm in seine Kritik ein. Trotz des internationalen Atomabkommens zu dessen Beschränkung sei Iran "noch eine große Gefahr", warnte er. Teheran arbeite weiter an der Entwicklung ballistischer Raketen. "Sobald Iran Atomwaffen zur Verfügung stehen, kann seine Aggression nicht mehr kontrolliert werden", sagte Netanjahu. Der "Countdown" habe schon "begonnen".

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.