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"Nationaler Waldgipfel" - Julia Klöckner und die Nöte der Waldbesitzer

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Nach dem alarmierenden Waldzustandsbericht im Juli lädt Agrarmininsterin Klöckner heute zum Waldgipfel. 500 Millionen Euro will sie bereitstellen - das dürfte kaum reichen.

Der Klimawandel hat in deutschen Wäldern massive Schäden verursacht. Auf dem nationalen Waldgipfel hat die Bundesregierung nun gut 500 Millionen Euro Nothilfen in Aussicht gestellt.

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Im rheinland-pfälzischen Soonwald kämpfen die Waldbesitzer Jörg Winkler und sein Vater mit extremen Schäden in ihrem Wald. Knapp vier Prozent ihres Waldbestandes haben die Winklers in den letzten beiden Jahren verloren. "Wir sind von der Trockenheit stark betroffen. Die Schäden sind schon groß. Die Hoffnung, dass es die nächsten Jahre besser wird, habe ich nicht!", so Winkler.

Die beiden zählen zu den kleineren Waldbesitzern in Deutschland, sie besitzen ca. 80 Hektar Forstfläche. Herr Winkler Senior hat vieles von diesem Waldbestand vor 40 Jahren selbst gepflanzt. Er hatte die Hoffnung, den Wald an die nächsten Generationen weiterzugeben. Nun muss er zusehen, wie sein Wald zugrunde geht.

110.000 Hektar vertrocknete Waldwüste

So wie den beiden Waldeigentümern aus Rheinland-Pfalz geht es vielen anderen. 48 Prozent der Wälder in Deutschland befinden sich in Privatbesitz. Für manche ist es ein Hobby, für viele auch die Existenzgrundlage. Schäden haben fast alle zu beklagen. Die ersten Prognosen zeigen: 110.000 Hektar Waldfläche sind in den Jahren 2018/2019 in Deutschland vertrocknet.

Bis zum Ende des Jahres rechnet der Bund der deutschen Forstleute mit einem Anstieg bis zu 250.000 Hektar. Auch das abgestorbene Holz hat Dimensionen erreicht, die schwer vorstellbar sind - von bis zu 70 Millionen Festmeter abgestorbenem Holz spricht der Verband der deutschen Waldeigentümer (AGDW).

Die Waldplagen - Eichenprozessionsspinner, Borkenkäfer und Co. richten große Schäden an

Vater und Sohn Winkler, die Waldbesitzer im Soonwald, wünschen sich nun vor allem schnelle Lösungen und Beratung für die Zukunft. Diese Forderungen wurden auch von rund 500 anderen Waldeigentümern laut, die am Montag auf einer Mitgliederversammlung der Waldeigentümer in Boppard zusammenkamen. Der Wald braucht dringend Hilfe! In diesem Punkt sind sich alle einig - Waldbesitzer, Wissenschaftler und auch die Politik. Nur wie diese aussehen soll, ist vielen noch unklar.

Hunderttausende Bäume vertrocknen, gehen in Flammen auf oder fallen Borkenkäfern, Pilzen, Bakterien und Viren zum Opfer. Dabei ist gerade der intakte Wald einer der wichtigsten Gegenspieler des Klimawandels.

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Soforthilfen und CO2-Abgaben für die Wälder

Konkrete Forderungen kommen von Hans-Georg von der Marwitz, Präsident im Verband der Deutschen Waldeigentümer: "Es wird jetzt schnelle und unbürokratische Hilfen benötigt um die schweren Schäden zu bewältigen und die Wälder klimafit zu machen."

An erster Stelle stehe dabei die Schadensbeseitigung. Das abgestorbene Holz müsse aus dem Wald, bevor man sich an langfristige Aufgaben wie die Wiederbewaldung wage. Auch die Leistungen, die der Wald erbringt, gelte es zu honorieren. Der Wald leistet einen großen Beitrag zum Klimaschutz, binde beispielsweise CO2 aus der Atmosphäre - 127 Millionen Tonnen im Jahr. Seine dritte Forderung lautet deswegen: eine CO2-Abgabe von der die Wälder profitieren, so von der Marwitz.

Schadensbeseitigung und Wiederbewaldung in elf Schritten?

500 Millionen Euro stellte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner in Aussicht um den Wald zu retten. Laut dem Präsident der Waldeigentümer wird das nicht ausreichen. Er fordert 2,3 Milliarden Euro - für Soforthilfen, schnelle Beseitigung der Schäden und langfristige Maßnahmen. 

Die Antworten möchte Klöckner heute auf dem Nationalen Waldgipfel liefern. Ihre Maßnahmen für den Schutz des Waldes stützen sich auf zwei Säulen: die schnelle Schadensbeseitigung und anschließend eine Wiederbewaldung, die an das Klima angepasst ist. Mit einem 11-Punkte-Plan will das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf die Sorgen und Probleme reagieren.

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