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Die Schweiz könnte grüner werden

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Parlamentswahlen - Die Schweiz könnte grüner werden

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Die Schweizer wählen heute ein neues Parlament. Nach den Umfragen können die Grünen kräftige Stimmengewinne erwarten. Die rechte SVP dürfte Prozentpunkte verlieren.

Archiv: Schweizer Nationalrat, aufgenommen am 25.09.2019 in Bern
Umfragen unter den Eidgenossen deuten auf eine "grüne Welle" bei der Parlamentswahl in der Schweiz hin. (Archivbild)
Quelle: Reuters

Einen kleinen Aufruhr gab es dann doch. Die Strategie der Schweizerischen Volkspartei (SVP), mit einem Wahlplakat zu provozieren, ist längst zum Ritual geworden. Waren zur vergangenen Wahl noch Zuwanderer die schwarzen Schafe, sind es diesmal die "Linken und Netten", die den Schweizer Apfel vermeintlich durchwurmen. Der Kommentar vieler Schweizer dazu: "Bieereweich" - "weich in der Birne".

Konservative dürften Stimmen einbüßen

Genutzt hat es den Konservativen, die wieder Wahlkampf gegen Zuwanderer gemacht haben, nichts: Den Umfragen zufolge werden sie Stimmen verlieren und nicht dazu gewinnen. Zumal die Arbeitslosigkeit in der Schweiz so niedrig ist, dass allerorten händeringend Fachkräfte gesucht werden. Völlig verzweifelt zeigen sich viele Unternehmen, Hotels und Krankenhäuser auf der Suche nach Personal. Das Thema Jobangst zieht bei den Schweizern nicht mehr.

Umstrittenes Wahlplakat der Schweizer Volkspartei (SVP), aufgenommen am 31.08.2019
Umstrittenes Wahlplakat der Schweizer Volkspartei (SVP)
Quelle: imago

Ihre harte Haltung zu den neuen Rahmenverhandlungen mit der EU haben ihnen zudem den Vorwurf des Isolationismus eingetragen. Insgesamt rechnen die Wahlexperten damit, dass die SVP, die besonders im Bauernverband engagiert ist, bei dieser Wahl Stimmen verlieren wird.

Altersvorsorge, Klimawandel - das bewegt die Schweizer 

Die größten Sorgen bereitet den Schweizern aktuell die Altersvorsorge. Ähnlich wie in Deutschland stellen sich viele die Frage, ob das Schweizer Versorgungssystem auch in 30 Jahren noch so Bestand hat wie heute. Ebenfalls besorgt sind viele über den Zustand des Gesundheitssystems - es gehört weltweit zu den teuersten.

Das bestimmende Thema dieser Wahl ist aber der Klimawandel. Das ehrgeizige Ziel der Schweiz: Bis 2030 wollen die Eidgenossen CO2-frei werden. Das ist auch die thematische DNA der Grünen, und sie werden Umfragen zufolge als Gewinner aus dieser Wahl hervorgehen. Vor allem in den Städten, so die Experten, wird die Partei damit Stimmen gewinnen. Sie rechnen sich immerhin drei Prozentpunkte Zuwachs aus.

Sozialdemokraten stehen besser da als anderswo in Europa

Die Mehrheit teilen sich nach wie vor die bürgerlichen Parteien in der Schweiz. Auch wenn sie Verluste hinnehmen muss, am Ende wird die SVP den Umfragen zufolge wieder die meisten Stimmen auf sich vereinen, gefolgt von der bürgerlichen CVP und der freiheitlichen FDP.

Ungemein stabil im Gegensatz zum restlichen Europa ist in der Schweiz die SP, die Sozialdemokratische Partei der Schweiz. Ihre Wähler sind standesgemäß Arbeiter und Menschen mit geringeren Einkommen. Dort hat zwar auch die SP in den vergangenen Jahren Wähler an die rechtskonservative  SVP verloren. Aber längst nicht so viele wie die Schwesterpartei in Deutschland und anderen EU-Ländern.

Die SP ist auch die Partei, die schon lange Frauen in ihren Reihen fördert. Andere haben da Nachholbedarf - und so gründete sich zu dieser Wahl die Kampagne "Helvetia ruft". Sie fordert die Parteien explizit auf, ihre Wahllisten durchzusehen und besonders Frauen aufzustellen. Die Grünen liegen darin immerhin bei 55 Prozent Frauen auf ihren Wahllisten, gefolgt von der SP mit 51 Prozent. Das Schlusslicht bildet die rechtskonservative SVP - mit gerade einmal 23 Prozent.

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