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Verteidigungsbündnis - Nato wappnet sich für Kriege im All

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Es klingt wie Science-Fiction, für die Nato soll es nun Realität werden: Das Bündnis wappnet sich für Kriege im Weltraum. Waffen will sie dort aber nicht stationieren.

Eine Illustration eines Teleskops mit Laserstrahl
Angriffe aus dem Weltall könnten künftig den Nato-Bündnisfall auslösen. (Illustration eines Teleskops mit Laserstrahl)
Quelle: picture alliance/ZUMA Press

Die Nato macht sich bereit dafür, in der Zukunft auch Kriege im Weltraum führen zu können. Das Militärbündnis wolle das All zu einem "eigenständigen Operationsgebiet" erklären, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bei einer Pressekonferenz. Die Entscheidung soll an diesem Mittwoch bei einem Außenministertreffen offiziell bekannt gegeben werden.

Konkret könnte der Beschluss der Nato bedeuten, dass mögliche Angriffe aus dem Weltraum künftig als Bündnisfall behandelt werden - also so wie bislang Angriffe am Boden oder im Luft-, See- oder Cyberraum.

Weltraum wichtig für Frühwarnung und Kommunikation

Die Nato hat nicht die Absicht, Waffen im Weltraum zu stationieren.
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

Das Bündnis soll zudem zu einem Schlüsselforum für den Austausch von Fähigkeiten und Informationen werden - ohne dabei allerdings selbst den Einsatz von Weltraumwaffen zu unterstützen oder diese sogar zu entwickeln.

"Die Nato hat nicht die Absicht, Waffen im Weltraum zu stationieren, aber wir müssen sicherstellen, dass unsere Missionen und Operationen die passende Unterstützung haben", sagte Generalsekretär Stoltenberg kurz vor dem Beschluss in Brüssel. Der Weltraum sei zum Beispiel für Frühwarnsysteme, die Kommunikation oder die Navigation von entscheidender Bedeutung.

Satelliten könnten Teile des öffentlichen Lebens stilllegen

Stoltenberg spielte damit darauf an, dass die Nato immer mehr von Technik im All abhängig ist. Über Satelliten läuft die Kommunikation bei Militäreinsätzen, sie werden zur Aufklärung und Spionage sowie für Navigationssysteme genutzt.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ein Angriff auf Satelliten der Nato-Staaten ihre Verteidigungsfähigkeit erheblich einschränken könnte. Hinzu kommt, dass Angriffe auf Satelliten im Fall eines Krieges genutzt werden könnten, um Teile des öffentlichen Lebens lahmzulegen.

So könnten zum Beispiel die Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und Navigationssysteme für den Straßen-, See- und Luftverkehr schwer beeinträchtigt werden.

Tests mit Laserattacken

Neben dem Nato-Land USA haben zuletzt vor allem Staaten wie Russland, China und Indien ihre Fähigkeiten im Weltraum erheblich ausgebaut. Indien testete zuletzt im Frühjahr durch das Abschießen eines eigenen Satelliten erfolgreich eine Anti-Satelliten-Rakete. Zudem werden zunehmend Fähigkeiten erprobt, Satelliten zum Beispiel durch Laser- oder Cyberattacken auszuschalten.

Erst im vergangenen Jahr hat US-Präsident Donald Trump die Bildung des "United States Space Command" angeordnet.

Ziel ist es, bis Ende 2020 eine "United States Space Force" als sechste US-Teilstreitkraft zu gründen. Als ersten Schritt hin zur Aufwertung des Weltalls hatte die Nato bereits im Juni erstmals eine Weltraum-Strategie beschlossen.

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