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Krisenregion - NATO: Mehr Soldaten für Afghanistan

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Die Sicherheitslage ist kritisch und die Taliban werden immer stärker: Afghanistan kommt nicht zur Ruhe. Jetzt reagiert die NATO und will die Truppen in dem Krisenland aufstocken. Die zusätzlichen Soldaten sollen die Ausbildungsmission unterstützen - in einen Kampfeinsatz ziehen die Soldaten nicht.

Streit zwischen Bund und einigen Bundesländern: Erlaubt es die Sicherheitslage in Afghanistan, abgelehnte Asylbewerber dorthin zurückzuschicken? Wir haben Afghanistan-Experte Thomas Ruttig befragt.

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Angesichts der desaströsen Sicherheitslage schickt die NATO Tausende weitere Soldaten nach Afghanistan. "Ich kann heute bestätigen, dass wir unsere Präsenz in Afghanistan erhöhen werden", sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg beim Verteidigungsministertreffen in Brüssel. 15 Länder hätten bereits eine Verstärkung der aktuellen Ausbildungsmission zugesagt. Der britische Verteidigungsminister Michael Fallon sagte, Großbritannien wolle seine bisherige Truppenstärke von bislang 500 Soldaten um knapp 100 Mann aufstocken.

Hintergrund ist das Wiedererstarken der radikalislamischen Taliban in Afghanistan. Nach Angaben aus Kreisen des Verteidigungsbündnisses sollen sich künftig rund 15.800 Soldaten an dem Einsatz zur Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte beteiligen. Zuletzt standen etwas mehr als 12.000 Soldaten zur Verfügung.

Stoltenberg: Ausbildungsmission stärken

"Wir zielen nicht darauf ab, zu einer Kampfoperation zurückzukehren, sondern die existierende Ausbildungsmission anzupassen, zu stärken", sagte Stoltenberg. "Es ist sehr viel nachhaltiger, die Afghanen in die Lage zu versetzen, selbst für ihre Sicherheit zu sorgen (...), als eine große Zahl von Soldaten der NATO-Länder in Afghanistan kämpfen zu lassen."

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich seit dem Ende des internationalen Kampfeinsatzes Ende 2014 drastisch verschlechtert. Dieser hatte begonnen, nachdem am 11. September 2001 Al-Kaida-Terroristen die USA angegriffen hatten. Stoltenberg verteidigte sein Ende als "richtige Entscheidung" und fügte hinzu: "Wenn, dann hätten wir das schon früher machen sollen." An einen schnellen Frieden für Afghanistan glaube er allerdings nicht: "Wir denken nicht, dass das Umfeld in diesem Jahr, im nächsten oder in der nahen Zukunft friedlich sein wird", sagte Stoltenberg. "So lange die Taliban glauben, dass sie den Krieg gewinnen können, werden sie nicht verhandeln." Man müsse deshalb die Pattsituation aufheben und die Afghanen in die Lage versetzen, Gebiete zurückzugewinnen.

Merkel: Nicht mehr deutsche Soldaten

Deutschland stellt nach den USA und Italien die meisten Soldaten in Afghanistan und hatte sein Engagement bereits im vergangenen Jahr verstärkt. Deswegen und vermutlich auch wegen der bevorstehenden Bundestagswahl hat Kanzlerin Angela Merkel angekündigt, dass sie vorerst keine Erhöhung der vom Bundestag genehmigten Obergrenze prüfen will, die derzeit eine Entsendung von bis zu 980 Soldaten ermöglicht. Möglich wäre demnach lediglich, das Mandat besser auszunutzen. Es ist aber schon weitgehend ausgeschöpft.

Bei der Truppenaufstockung für den NATO-Einsatz wird vor allem auf ein zusätzliches Engagement der USA gesetzt. Sie könnten nach Angaben aus Bündniskreisen 2.000 bis 3.000 zusätzliche Soldaten schicken. Von anderen Staaten lagen demnach zuletzt Zusagen über 600 bis 700 zusätzliche Kräfte vor - vor der offiziellen britischen Ankündigung.

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