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Nach Demo-Aufruf - Kremlkritiker Nawalny festgenommen

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Der russische Oppositionelle Alexey Nawalny ist bei einer Demonstration festgenommen worden. Er hatte zu landesweiten Protesten aufgerufen.

Knapp zwei Monate vor der Präsidentenwahl in Russland wird Kreml-Krtiker Alexej Nawalny erneut festgenommen.

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Der Kremlkritiker Alexey Nawalny ist bei einer nicht genehmigten Demonstration in Moskau in Gewahrsam genommen worden. Etwa zehn Polizisten ergriffen Nawalny kurz nach seinem Auftauchen in. "Schwindler und Diebe", rief er, bevor die Sicherheitskräfte ihn in einen Polizeibus mit getönten Fensterscheiben zerrten. Später schrieb der 41-Jährige auf Twitter: "Das bedeutet nichts." Der Blogger und Jurist ruft zum Boykott der russischen Präsidentschaftswahl am 18. März auf. Es wird erwartet, dass Putin wiedergewählt wird und dann bis zum Jahr 2024 an der Staatsspitze steht.

Nawalny wollte Putin bei der Wahl herausfordern, die Wahlkommission schloss ihn aber wegen einer Verurteilung zu einer fünfjährigen Bewährungsstrafe wegen Unterschlagung aus. Der Oppositionspolitiker bestreitet die ins Jahr 2009 zurückreichenden Vorwürfe und spricht von einem politisch motivierten Urteil.

"Das ist keine Wahl"

Nawalnys Aufruf folgend beteiligten sich in ganz Russland Tausende Menschen an den Kundgebungen gegen Putin. Die Proteste begannen im Osten des Landes. In der Stadt Jakutsk im Nordosten Sibiriens gingen die Demonstranten trotz Temperaturen von minus 45 Grad Celsius auf die Straße. Landesweit wurden mehr als 250 Menschen festgenommen, berichtete die unabhängige Bürgerrechtsorganisation OVD-Info. In Moskau und St. Petersburg waren die Demonstrationen nicht genehmigt worden. Trotzdem versammelten sich alleine in der Hauptstadt etwa 4.000 Menschen und riefen Parolen wie "Putin ist ein Dieb". Ein großes Sicherheitsaufgebot begleitete die Kundgebungen.

"Sie lasse sich nicht einschüchtern", sagte die Demonstrantin Elena Rushe in Moskau. "Das ist keine Wahl, denn wir kennen das Ergebnis schon", fügte sie mit Blick auf Putins absehbare Bestätigung im Amt hinzu. Die Demonstrantin Alexandra Federowa sagte, sie sehe keine Zukunft für Russland. "Es gibt niemanden, den ich wählen kann. Am Nachmittag löste sich die Demonstration in Moskau größtenteils auf.

Hohe Wahlbeteiligung wichtig für Putin

Am Sonntagmorgen war die Polizei in Nawalnys Moskauer Büro eingedrungen. Mitarbeiter berichteten, die Sicherheitskräfte hätten sich mit einer Säge Zugang verschafft. Die Polizei habe die Live-Berichterstattung über die Proteste im Osten des Landes unterbrechen wollen. Es seien auch mehrere Mitarbeiter von Nawalnys Anti-Korruptions-Stiftung festgenommen worden, teilte Nawalnys Team in den sozialen Medien mit. "Euer Leben steht auf dem Spiel", hatte Nawalny in einer Videobotschaft an seine Anhänger gesagt. "Wie viel länger wollt Ihr mit diesen Dieben, Fanatikern und Perverslingen an der Macht leben?", fragte er. "Früher oder später werden sie auch eure Tür aufschneiden."

Die Proteste am Sonntag sollten dabei helfen, einen "Wählerstreik" zu organisieren und die Russen im März von den Urnen fernzuhalten. Eine niedrige Wahlbeteiligung wäre ein Rückschlag für Putin, der sich ein starkes neues Mandat für die kommende Amtszeit erhofft. "Eine hohe Wahlbeteiligung ist sehr wichtig für Putin", bestätigte der Leiter des unabhängigen Umfrageinstituts Lewada, Lew Gudkow. Er erwartet bis März jedoch eine wachsende Wahlbereitschaft. "Die Propagandamaschine ist dabei, einen Gang höher zu schalten", sagte Gudkow.

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