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Neuer Mobilfunkstandard - Netzagentur fordert 5G an Bundesstraßen

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Netzbetreiber wie die Telekom müssen künftig Funklöcher an großen Bundesstraßen schließen. Der neue Mobilfunk 5G muss bis 2022 ausgebaut werden, fordert die Bundesnetzagentur.

Archiv: Die Aufschrift "Kein Netz" ist auf dem Bildschirm eines Mobiltelefons zu sehen
Politik und Wirtschaft streiten seit Wochen heftig darüber, unter welchen Bedingungen die Frequenzen für die fünfte Mobilfunkgeneration versteigert werden sollten.
Quelle: dpa

Funklöcher auf dem Land sollen bald der Vergangenheit angehören - das zumindest verspricht die Bundesregierung schon seit längerem. Um dieses Versprechen einzulösen, müssen Netzbetreiber wie Telekom oder Vodafone künftig Funklöcher auch entlang großer Bundesstraßen schließen. So steht es in den überarbeiteten Kriterien der 5G-Frequenzversteigerung, die die zuständige Bundesnetzagentur am Freitag an ihren Beirat verschickt hat.

Wer Anfang kommenden Jahres eine 5G-Frequenz ersteigern will, muss sogenannte Versorgungsauflagen erfüllen - also bis 2022 5G-fähige Handymasten entlang den Autobahnen in Deutschland bauen. Neu im Vergleich zu früheren Auflagen der Bundesnetzagentur ist, dass auch die meisten Bundesstraßen bis 2022 5G bekommen sollen, mindestens aber den bisherigen Mobilfunkstandard 4G, also LTE. Diese Forderung war in den vergangenen Tagen vor allem von der Bundesregierung gekommen. Innenminister Horst Seehofer (CSU) hatte zum Beispiel vor einer Abkopplung ländlicher Regionen gewarnt.

Funklöcher auf Bahnstrecken sollen geschlossen werden

In dem neuen Entwurf, den die Bundesnetzagentur in ihrer Sitzung am 26. November verabschieden dürfte, steht auch eine bessere Versorgung von Landstraßen. Bis Ende 2024 sollen auch Funklöcher an Landstraßen geschlossen werden - wenn auch nicht mit 5G. Hier wird künftig wohl auch eine Versorgung mit dem bisherigen Standard 4G, also LTE, ausreichen. "Das ist eine Verbesserung", sagt Anke Domscheit-Berg, netzpolitische Sprecherin der Linken und Mitglied des Beirats der Bundesnetzagentur zu heute.de. Der Netzausbau solle auch entlang von Bahnstrecken geschehen. "Künftig werden Bahnfahrende nicht mehr diskriminiert im Vergleich zu Autofahrern, das ist ein Erfolg."

In dem Entwurf der Bundesnetzagentur heißt es, bis Ende 2022 sollten auch "die Schienenwege mit mehr als 2.000 Fahrgästen pro Tag mit mindestens 100 Mbit pro Sekunde" versorgt werden. Bis Ende 2024 müssten Netzbetzbetreiber auch alle übrigen Schienenwege mit mindestens 50 Mbit pro Sekunde versorgen. Im Klartext: Wer künftig mit dem ICE von Berlin nach Hannover fährt, dessen Handy könnte künftig also mit 5G versorgt werden. Aber auch, wer ab 2024 mit dem Regionalexpress von Potsdam nach Nauen fährt, darf nicht mehr im Funkloch stecken. Mit welcher Technik die Netzbetreiber Funklöcher schließen, bleibt ihnen überlassen. 4G muss es aber mindestens sein.

Streitpunkt "Nationales Roaming" bleibt schwammig

Schwammig sind die überarbeiteten Kriterein beim Thema "Nationales Roaming". Damit ist gemeint, dass die Netzbetreiber ihre Handymasten untereinander teilen können. Die Telekom etwa könnte einen Handymast bei Neubrandenburg auf dem Land bauen und diesen mit anderen Betreibern wie etwa Vodafone teilen. Dann müssten nicht mehr alle Anbieter jeweils ihre eigenen Masten bauen. Das wäre auch für neue Anbieter wie etwa 1&1 wichtig, da sie bisher kein eigenes Netz haben. 1&1 hatte gefordert, die Netze bestehender Anbieter wie der Telekom gegen Gebühr künftig mitnutzen zu dürfen.

In den Kriterien der Bundesnetzagentur heißt es aber lediglich, Netzbetreiber müssten in dieser Frage verhandeln, die Rede ist von einem "Verhandlungsgebot". "Ein Gebot - das ist zu wenig und Wischi Waschi", sagt Domscheit-Berg. Es sei überhaupt nicht klar, was das bedeute. Auch ein Rechtsanspruch auf "Nationales Roaming" sei das nicht. Sie kritisiert außerdem, dass die Netzbetreiber künftig gerade einmal 1.000 neue 5G-Handymasten bauen müssten. Zwar stand im alten Entwurf noch die Zahl 500. "Dennoch: 1.000 Masten sind viel zu wenig."

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