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Deutschland braucht 106.500 mehr Erzieher

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Neue Kita-Studie - Deutschland braucht 106.500 mehr Erzieher

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In Kitas fehlt Personal. Laut einer Studie ist das in mehrfacher Hinsicht problematisch: Die Zeit für die Kinder und ihre Förderung schrumpft, die Belastung der Erzieher wächst.

In Kitas herrscht akuter Personalmangel. Archivbild
In Kitas herrscht akuter Personalmangel. Archivbild
Quelle: Sebastian Kahnert/dpa

Der Personalmangel in Kitas wird einer Studie zufolge trotz aller Anstrengungen zunehmend zum Problem, belastet die Betreuungsqualität und Erzieher. Für eine kindgerechte Betreuung brauche es bundesweit 106.500 zusätzliche Fachkräfte-Vollzeitstellen in den Kindertagesstätten.

Zu dem Ergebnis kommt das "Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme" der Bertelsmann Stiftung. Unter den Bundesländern gibt es deutliche Unterschiede. Der Westen steht demnach deutlich besser da als der Osten.

Personalschlüssel entscheidend

Ein zentraler Faktor für die Kita-Qualität ist der Personalschlüssel: 2018 betreute laut Analyse eine Fachkraft zum Stichtag 1. März rechnerisch 8,9 Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Bei den Kleinsten unter drei Jahren kam eine Erzieherin - in der großen Mehrheit sind es Frauen - auf 4,2 Kinder. Schon dieser statistische, eher theoretische Wert reiche nicht aus, sagte Studienautorin Kathrin Bock-Famulla. Empfehlenswert sei eine Erzieherin für 7,5 Jungen und Mädchen in Kindergartengruppen (drei bis sechs Jahre) und eine Kraft für drei Krippenkinder (bis zwei Jahre).

Im Alltag sei die Betreuungsrelation aber noch wesentlich schlechter, als der Personalschlüssel ausweise. Denn: Rund ein Drittel der Arbeitszeit entfalle auf nicht unmittelbar pädagogische Aufgaben - wie Elterngespräche oder Bildungsdokumentationen. Erzieherinnen können sich dann folglich nicht direkt mit ihren Kita-Kindern befassen. In der Realität sieht es "bereinigt" also so aus - nach der "Fachkraft-Kind-Relation (FKR)": Eine Erzieherin kommt im bundesweiten Durchschnitt auf 13,3 Jungen und Mädchen in den Kindergartengruppen (drei bis sechs Jahre). Im Westen ist eine Kraft für 12,2 Kinder, im Osten eine Kraft für 17,7 Kinder zuständig.

Unterschiede zwischen Ost und West

Wenn wir die Erzieherinnen im System behalten wollen und neue Fachkräfte gewinnen wollen, müssen die Rahmenbedingungen dringend verbessert werden.
Studienautorin Kathrin Bock-Famulla

Im Ranking steht Baden-Württemberg beim Personalschlüssel am besten da, gefolgt von Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Bayern. Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes Bundesland liegt etwa im Mittelfeld. Am schwächsten sei die Personallage im Osten. In einigen Ländern wie Bremen oder Thüringen habe sich die Ausstattung verschlechtert oder stagniere. Brandenburg, Sachsen-Anhalt oder Hamburg hätten sich klar verbessert, Mecklenburg-Vorpommern sei ein Qualitätssprung gelungen. Es bleibt aber Schlusslicht. Dort muss sich eine Kraft in den Kindergartengruppen um fast 20 Jungen und Mädchen kümmern, wenn man auf die Fachkraft-Kind-Relation schaut. Selbst für Baden-Württemberg wird noch eine Fachkraft-Kind-Relation von eins zu 10,5 Kindern bei den Drei- bis Sechsjährigen ermittelt.

"Wenn wir die Erzieherinnen im System behalten wollen und neue Fachkräfte gewinnen wollen, müssen die Rahmenbedingungen dringend verbessert werden", sagte Bock-Famulla der Deutschen Presse-Agentur. Der Markt sei leergefegt, man müsse den Beruf attraktiver machen.

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