Sie sind hier:

Indonesien - Neue Orang-Utan-Art entdeckt

Datum:

Kaum gefunden, schon bedroht: Auf der indonesischen Insel Sumatra haben Forscher eine neue Orang-Utan-Art entdeckt. Die kleine Gruppe von Menschenaffen ist extrem gefährdet.

Archiv: Ein Tapanuli Orang Utan, aufgenommen am 02.09.2015 in Nord Sumatra, Indonesien
Tapanuli-Orang-Utans in Nord-Sumatra Quelle: epa

Bislang gingen die Forscher davon aus, dass es mit dem Sumatra-Orang-Utan und dem Borneo-Orang-Utan lediglich zwei unterschiedliche Arten gibt. Nach jahrelanger Arbeit fand ein internationales Forscherteam jedoch heraus, dass sich eine vor 20 Jahren entdeckte, isoliert lebende Gruppe auf Sumatra deutlich von den übrigen Tieren unterscheidet, vor allem durch eine andere Schädelform. Die Erkenntnisse wurden in der Fachzeitschrift "Current Biology" veröffentlicht.

Die neue Spezies gilt mit lediglich 800 Tieren nun als die seltenste und zugleich am stärksten bedrohte Menschenaffenart der Welt, wie die Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) und Forscher der Universität Zürich jetzt mitteilten.

Vor 10.000 Jahren isoliert

Die Art wurde nach ihrer Heimatregion auf den Namen Tapanuli-Orang-Utan (Pongo tapanuliensis) getauft. Die Tiere leben im Batang-Toru-Wald im Norden Sumatras auf einer Fläche von 1.100 Quadratkilometern. "Es ist die erste Bekanntgabe einer neuen großen Affenart seit etwa 100 Jahren", sagte Ian Singleton, Direktor des Sumatra Orang-Utan-Schutzprogramms und Co-Autor der Studie.

Die Forscher untersuchten im Rahmen der Studie Erbmaterial, Schädel und Zähne von 33 Orang-Utans, die im Konflikt mit Menschen getötet wurden. Sie gehen davon aus, dass sich die drei Arten von Orang-Utans vor etwa 3,4 Millionen Jahren von ihren gemeinsamen Vorfahren weg entwickelt haben.

Die neu entdeckte Spezies sei offenbar ein direkter Nachkomme der ursprünglichen Orang-Utans zu sein, die vom Festland Asiens einwanderten, sagte Alexander Nater von der Universität Zürich. Vor 10.000 bis 20.000 Jahren sei der Tapanuli-Orang-Utan dann von anderen Sumatra-Orang-Utan-Populationen isoliert worden.

Extrem gefährdete Art

"Es ist wirklich sehr spannend und aufregend, eine neue Menschenaffenart im 21. Jahrhundert zu identifizieren", erklärte Michael Krützen von der Uni Zürich und Hauptautor der Studie. Jetzt gehe es darum, den Tapanuli-Orang-Utan zu schützen. Wenn nicht genug getan werde, "um jedes noch verbleibende Waldstück zu bewahren, stirbt eine Menschenaffenart bereits in wenigen Jahrzehnten aus".

Menschenaffe Taymur sieht zum ersten Mal den Regenwald! Sein bisheriges Leben: Geschmuggelt, unter Drogen gesetzt, kalter Entzug. Doch das Martyrium ist vorbei – das ist seine Geschichte.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

"Die Entdeckung eines neuen Menschenaffen ist eine Sensation und zeigt, dass die Urwälder der Welt noch immer viele Überraschungen parat haben", erklärte auch WWF-Expertin Susanne Gotthardt. Kaum entdeckt sei die neue Art aber schon akut bedroht. Neben Goldabbau, illegaler Entwaldung und Wilderei stelle ein geplantes Dammbauprojekt die größte Gefahr dar. In dem Gebiet, wo der Tapanuli-Orang-Utan lebt, soll demnach ein Damm für ein Wasserkraftwerk errichtet werden.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.