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Sorge in Hongkong - Neue Proteste trotz Drohungen aus Peking

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Die Wogen schlagen höher, Demonstranten und Polizei stehen sich unversöhnlich gegenüber. Die Furcht vor einer militärischen Intervention der chinesischen Zentralmacht wächst.

Trotz offener Drohungen aus Peking mit militärischer Gewalt ist es am Freitag in Hongkong zu neuen Protesten gekommen. In der ehemaligen britischen Kolonie, die als Sonderverwaltungszone zu China gehört, gingen am Abend nach Schätzungen wieder mehr als 25.000 Menschen friedlich für Freiheit und Demokratie auf die Straße. Am Wochenende ist eine Vielzahl von größeren Demonstrationen geplant. Befürchtet wird, dass es wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei kommt.

Mehr als zwei Monate nach Beginn der Protestbewegung in der 7,5-Millionen-Einwohner-Stadt verschärft die Zentralregierung zunehmend den Ton. Die staatlich kontrollierte Zeitung "Global Times" warnte vor einem gewaltsamen Vorgehen. Notfalls müsse die Zentrale "direkte Maßnahmen" ergreifen. Ähnlich äußerte sich im ZDF der chinesische Botschafter in Deutschland, Wu Ken.

Hongkonger Sonderrechte in Gefahr

Hongkong gehört seit dem Abzug der Briten 1997 zu China, wird aber autonom regiert. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik genießen die Hongkonger das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit. Dies sehen viele nun in Gefahr. Insbesondere Regierungschefin Carrie Lam steht wegen ihrer Nähe zu Peking massiv in der Kritik und sieht sich seit Wochen mit Rücktrittsforderungen der Demonstranten konfrontiert.

Polizei geht durch das Sham Shui Po-Viertel bei Kollisionen mit Antiauslieferungsrechnern in Hongkong am 15.08.2019

Hartes Durchgreifen in Hongkong? - Experte: "Peking will Einsatz vermeiden" 

Die Proteste in Hongkong sind Peking ein Dorn im Auge. Ein hartes Durchgreifen hält China-Experte Stepan aber für unwahrscheinlich. Derlei Berichte nennt er "reine Drohkulisse".

Als Drohkulisse werden seit einigen Tagen Bilder verbreitet, wie Chinas paramilitärische Polizei in der an Hongkong grenzenden Stadt Shenzhen Übungen macht. Zudem sind dort Truppentransporter unterwegs. Auch in Hongkongs Straßen waren Militärlastwagen der dort stationierten Volksbefreiungsarmee zu sehen - ein sehr ungewöhnliches Bild. Das Säbelrasseln hat international große Sorgen ausgelöst.

Mit Spannung wird nun erwartet, wie groß die Beteiligung an den neuen Protestmärschen sein wird. Inzwischen gibt es eine gewisse Ermüdung. Zudem hat die Gewalt gegen Festland-Chinesen während der zweitägigen Blockade von Hongkongs internationalem Flughafen die Protestbewegung Sympathien gekostet. Zugleich wollen viele zeigen, dass sie sich von Peking nicht einschüchtern lassen.

Druck auf Hongkonger Unternehmen

Inzwischen macht die Zentrale auch Druck auf Hongkonger Unternehmen, ihre Beschäftigten von Protesten fernzuhalten. Der Vorstandschef der Fluglinie Cathay Pacific, Rupert Hogg, erklärte daraufhin seinen Rücktritt. Zuvor gab es viel Kritik, weil die Airline vier Mitarbeiter wegen deren Beteiligung an Protesten entlassen hatte.

Unterdessen wurden fünf Demonstranten wegen angeblicher Schändung einer chinesischen Flagge verhaftet. Sie sollen Anfang August eine große Flagge der Volksrepublik abgehängt und ins Wasser geworfen haben. Ihnen drohen nun bis zu fünf Jahre Haft.

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