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Jungfernfahrt - Neue Zugspitz-Seilbahn startet durch

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Drei Jahre lang geplant, drei weitere Jahre gebaut: Jetzt startet die neue Seilbahn zur Zugspitze. Sie soll noch mehr Besucher auf den Berg karren. Umweltschützer warnen.

Nach mehr als dreijähriger Bauzeit ist die neue Seilbahn auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, fertig und bricht gleich drei Weltrekorde.

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Rauf auf Deutschlands höchsten Gipfel und ein spektakuläres Panorama genießen, das wollen immer mehr Menschen. Die 2.962 Meter hohe Zugspitze gehört zum Besuchsprogramm vieler Touristen aus aller Welt, sie ist aber auch bei den Deutschen ein beliebtes Ausflugsziel.

Fast dieselbe Trasse wie alte Bahn

Wer ankommt, wird bei gutem Wetter mit einem sagenhaften Ausblick belohnt: 400 Alpengipfel sind von der Panorama-Terrasse aus zu sehen, der Blick schweift über die Gipfel von vier Ländern - neben Deutschland auch Österreich, die Schweiz und Italien. Dieses Erlebnis lassen sich die Betreiber der Zugspitzbahn gut bezahlen - 53 Euro kostet die Berg- und Talfahrt für Erwachsene im Sommer, im Winter ist es günstiger. Auf den Berg kommt der Besucher mit der Zahnradbahn und mit der Seilbahn. Die neue Seilbahn löst auf fast derselben Trasse die 1963 eröffnete Eibsee-Seilbahn mit zwei Stützen ab. Die alte Bahn wurde im Frühjahr stillgelegt.

Die neue Zugspitz-Seilbahn

Im vergangenen Jahr waren es 550.000 Besucher, die entweder mit der Zahnradbahn oder der Seilbahn auf Deutschlands höchsten Berg fuhren. Tendenz steigend. Mit der neuen Bahn erwarten die Betreiber auch mehr Gäste, 600.000 peilen sie pro Jahr an, mindestens. Die alte Bahn brachte maximal 240 Gäste pro Stunde auf die Zugspitze, die neue schafft bis zu 580 Gipfelstürmer.

Mehr Besucher, mehr Verkehr

Baustelle der neuen Seilbahn auf der Zugspitze
Neue Seilbahn: Drei Jahre wurde gebaut. (Archivbild vom Oktober 2017) Quelle: dpa

Mehr Besucher bedeuten aber auch eine höhere Verkehrsbelastung für die Bewohner im Tal, denn nicht alle Bergfans reisen mit der Bahn bis nach Garmisch an, steigen dann in die Zahnradbahn um und fahren mit ihr auf das Zugspitzplatt, steigen dann noch einmal um, um dann endlich das Gipfelplateau zu erreichen.

Der direkte Weg auf das Gipfelplateau startet am Eibsee. Und den werden voraussichtlich viele Gipfelstürmer lieber einschlagen. Schließlich lockt die neue Seilbahn bei guter Sicht mit einer spektakulären Aussicht, bodentiefe Fenster geben den Blick nach oben und nach unten frei. Einmal oben sind es nur noch wenige Schritte bis zum Gipfelkreuz.

Fluch und Segen

Mehr Besucher bringen mehr Geld in die Kassen. Die Menschen im Tal profitieren vom Tourismus, die Zugspitzbahn beschäftigt rund um das Jahr 300 Mitarbeiter. Hoteliers und Gastronomie reiben sich angesichts steigender Besucherzahlen die Hände, doch nicht alle jubeln ob der neuen, gläsernen Touristenkutsche.

Axel Doering, Vorsitzender vom Bund Naturschutz in Garmisch befürchtet eine höhere Verkehrsbelastung und den Bau weiterer Parkplätze. Die Touristenkarawane wird den direkten Weg wählen, Busse und Pkw schlängeln sich schon jetzt durch Grainau, den Ort am Fuße der Zugspitze. Im Sommer sei es am schlimmsten, stöhnt der Bürgermeister. Die Pläne für eine Umgehungsstraße liegen schon auf dem Tisch.

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