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Jugendstudie zu Europa - Ja zur EU - Naja zur Demokratie

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Eine Studie zum Thema Jugend und Europa kommt zu zweischneidigen Ergebnissen. Die Zustimmung zur EU wächst - doch zur Demokratie nicht.

Jungen Menschen in Berlin mit Europa-Flaggen
Junge Menschen demonstrieren in Berlin für Europa. Vor einem Jahr gingen im März in vielen EU-Hauptstädten vor allem junge Menschen auf die Straße. Quelle: picture alliance / NurPhoto

Junge Europäer bekennen sich wieder stärker zur Europäischen Union. Gleichzeitig zweifeln sie aber an den europäischen Institutionen und - das erregt die größte Besorgnis - an den demokratischen Grundprinzipien.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der TUI-Stiftung, die in Berlin vorgestellt wurde. Bei einem Referendum über die EU-Mitgliedschaft des eigenen Landes würden 71 Prozent der befragten Jugendlichen gegen einen Austritt stimmen. Vor einem Jahr waren es nur 61 Prozent. In Deutschland stieg der Anteil der EU-Befürworter im gleichen Zeitraum sogar von 69 auf 80 Prozent. "Vielleicht hat der Brexit alle ein wenig aufgeschreckt", überlegt die Geschäftsführerin der TUI-Stiftung, Elke Hlawatschek.

Im Auftrag der Stiftung haben Mitarbeiter des Meinungsforschungsinstituts YouGov mehr als 6.000 junge Menschen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Italien, Polen und Spanien befragt, die zwischen 16 und 26 Jahre alt waren. Ergebnis: Überall ist zwar die grundsätzliche Zustimmung zur EU gewachsen. Doch nur jeder Dritte vertraut Einrichtungen wie der EU-Kommission und dem Europaparlament.

Große europäische Unterschiede

Noch schlechter als die EU-Institutionen in Brüssel und Straßburg schneidet die nationale Politik ab: Nur jeder Sechste ist der Ansicht, dass das politische System in seinem jeweiligen Heimatland so funktioniert, wie es sollte. Dagegen sagen 28 Prozent der Befragten, das politische System im Land funktioniere so schlecht, dass "radikale Veränderungen" notwendig seien.

Hier gibt es jedoch große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern: Während in Deutschland nur acht Prozent der jungen Menschen eine radikale Veränderung wollen, sind es in Griechenland 52 Prozent. Kein Wunder, ist die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland mit deutlich über 40 Prozent doch weitaus größer - und damit die Zukunftsperspektive schlechter - als in Deutschland (sechs Prozent).

"Warnsignal" Demokratie-Skepsis

Marcus Spittler, Politikwissenschaftler am Wissenschaftszentrum Berlin, sprach von einem "Warnsignal". Bedenklich sei vor allem das starke und nicht gesunkene Misstrauen gegen politische Eliten und die recht hohe Bereitschaft, demokratische Grundprinzipien aufzugeben. Jeder Vierte hält die Verletzung demokratischer Regeln für legitim, um wichtige Veränderungen zu ermöglichen. Ähnlich viel Unterstützung gibt es für eine Einschränkung von Oppositionsrechten. Sogar 43 Prozent der Befragten würden es für besser halten, wenn wichtige Entscheidungen von unabhängigen Experten statt von gewählten Politikern getroffen werden.

Entsprechend zurückhaltend ist auch die Begeisterung für die Demokratie im Allgemeinen. Nur 58 Prozent stimmen der Aussage zu, dass die Demokratie alles in allem die beste Staatsform sei. In Frankreich und Polen sind es sogar weniger als 50 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zustimmung zur Demokratie allerdings bei den Jugendlichen aller sieben Nationalitäten gewachsen.

Wenig Vertrauen in Kirchen

Noch schwächer als in die Demokratie und die EU-Institutionen ist das Vertrauen der jungen Menschen übrigens in die Kirchen. Aus der TUI-Studie geht hervot, dass lediglich jeder fünfte junge Europäer den Kirchen "voll und ganz" beziehungsweise "eher" vertraut. Dagegen vertrauen 49 Prozent den Kirchen "eher nicht" oder "überhaupt nicht".

Weitere interessante Ergebnisse der Studie im Detail und grafisch aufbereitet

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