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Neue Zahlen der EU-Kommission - Fipronil-Eier: 45 Länder betroffen

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Vom Skandal um das Insektizid Fipronil in Eiern sind mittlerweile 45 Länder weltweit betroffen, darunter fast alle EU-Staaten. Erstmals diskutieren nun auch die Agrarminister der Europäischen Union darüber, was künftig besser gemacht werden soll.

Zunächst war die Rede von etwa einer Million Eiern, die mit dem Insektizid Fipronil belastet sind. Nun heißt es: 35 Millionen möglicherweise mit Fipronil belastete Eier seien allein nach Niedersachsen geliefert wurden.

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Bei den ersten europäischen Spitzengesprächen zum Eier-Skandal forderte Landwirtschaftsminister Christian Schmidt einen besseren Informationsaustausch. "Ich erwarte, dass das europäische Schnellwarnsystem dem Namen gerecht wird", sagte der CSU-Politiker in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Monatelang seien in anderen Ländern Informationen verfügbar gewesen und nicht an Deutschland weitergegeben worden.

Der Skandal um mit Fipronil belastete Eier stand am Dienstag erstmals auf der Tagesordnung eines EU-Ministertreffens. Der für Lebensmittelsicherheit zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis sollte dabei die Agrarminister über die aktuelle Lage und die jüngsten Entwicklungen informieren.

Mindestens 45 Länder betroffen

Demnach sind mittlerweile mindestens 45 Länder von dem Skandal betroffen. Bis Dienstag hatten 26 der 28 EU-Staaten gemeldet, dass bei ihnen mit dem Insektengift verunreinigte Eier oder Eierprodukte aufgetaucht sind. Hinzu kamen Meldungen von 19 Nicht-EU-Staaten.

In der Europäischen Union seien bis zuletzt lediglich Litauen und Kroatien nicht betroffen gewesen, bestätigte die zuständige EU-Kommissionssprecherin Anca Paduraru. Zu den betroffenen Nicht-EU-Ländern zählten mittlerweile auch die USA, Russland, Südafrika und die Türkei.

Nach den bisherigen Ermittlungen gelangte das Insektengift Fipronil in die Eier, weil es unerlaubterweise zur Reinigung von Ställen eingesetzt wurde. Ziel war es offensichtlich, kostengünstig und effizient die Rote Vogelmilbe, umgangssprachlich auch Blutlaus genannt, zu bekämpfen. Das weit verbreitete Spinnentier ernährt sich vom Blut verschiedener Vogelarten und gilt als einer der wirtschaftlich bedeutendsten Schädlinge in der Geflügelzucht.

Hätte Skandal früher erkannt werden können?

Bei der politischen Aufarbeitung des Skandals geht es vor allem um die Frage, ob die Kontrollen und das Krisenmanagement verbessert werden können. In den Niederlanden bekamen Behörden bereits im vergangenen Jahr einen Hinweis darauf, dass Fipronil illegal in Ställen eingesetzt werde. Und selbst nachdem belgische Behörden in Eiern Fipronil nachgewiesen hatten, dauerte es dann noch einmal mehr als zwei Wochen, bis am 20. Juli über das EU-Schnellwarnsystem RASFF auch die anderen Mitgliedsstaaten informiert wurden.

Der belgische Landwirtschaftsminister Denis Ducarme wollte bei dem Treffen mit den europäischen Amtskollegen in Tallinn allerdings keine Versäumnisse einräumen. "Es ist dem belgischen System der Selbstkontrolle zu verdanken, dass Fipronil in der Eierwirtschaft entdeckt werden konnte", sagte er.

Foodwatch: Schmidt lenkt ab

Agrarminister Schmidt erklärte, dass Sanktionen für ihn Nebensache seien. "Mir geht es nicht darum, Schuldige zu finden, mir geht es darum, das System zu verbessern", sagte er. Konkret könnten zum Beispiel Verbindungsbeamte eingesetzt werden, um den Informationsfluss innerhalb der EU zu verbessern.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch äußerte sich kritisch. "Mit seiner berechtigten, aber einseitigen Forderung nach einem besseren Informationsaustausch in Europa lenkt Herr Schmidt von der eigenen Verantwortung ab", kommentierte sie. Auch das Warnsystem in Deutschland habe versagt. Es sei ineffizient und langsam.

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