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Angeblich Schweigegeld gezahlt - Karen McDougal: Neue Vorwürfe gegen Trump

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Auf Stormy Daniels folgt Karen McDougal: Wieder wird Donald Trump mit einer Sex-Affäre konfrontiert. Wieder soll er Schweigegeld gezahlt haben, um Berichte darüber zu vertuschen.

Donald Trump hat wieder Ärger wegen einer Frauen-Affäre. Auch hier geht es um mögliche Schweigegeldzahlungen – diesmal an ein Ex-Playboy-Model.

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Ein Mittschnitt aus einem Gespräch mit seinem Ex-Anwalt Michael Cohen könnte US-Präsident Trump in Bedrängnis bringen. Darin soll es um eine Zahlung an das Ex-Playmate Karen McDougal gehen. Wie die "New York Times" am Freitag berichtete, hat die Bundespolizei FBI den Mitschnitt bei einer Durchsuchung des Büros von Trumps früherem Anwalt Michael Cohen sichergestellt. Noch im Wahlkampf hatte Trumps Wahlkampfteam behauptet, von keiner Zahlung an McDougal zu wissen.

In dem Fall geht es um eine angebliche Affäre Trumps mit dem Playmate des Jahres 1998 während seiner Ehe mit Melania Trump. Ein Sprecher des Weißen Hauses dementierte eine Affäre Trumps mit McDougal. Der Bericht sei "Fake News". Die Angelegenheit aus dem Jahr 2006 erinnert an mögliche Schweigegeldzahlungen wegen der angeblichen Affäre Trumps mit der US-Pornodarstellerin Stormy Daniels.

Angeblich auf Anwesen von Playboy-Gründer Hefner kennengelernt

Cohens Mitschnitt soll zwei Monate vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 entstanden sein, wie eine mit den Ermittlungen gegen Trumps Ex-Anwalt vertraute Gewährsperson mitteilte. Wochen vor der Tonaufnahme erzielte der Mutterkonzern des Boulevardblatts "National Enquirer" mit McDougal einen Deal. Dieser soll ihr 150.000 Dollar für die Geschichte über die angebliche Affäre mit Trump eingebracht haben. Die vom Trump-Unterstützer David Pecker herausgegebene Zeitschrift brachte die Story jedoch nie.

Trump und McDougal sollen sich 2006 auf dem Anwesen des "Playboy"-Gründers Hugh Hefner in Los Angeles getroffen haben, wo Trump eine Folge seiner TV-Show "The Apprentice" drehte. Donald und Melania Trump hatten im Jahr zuvor geheiratet.

Trumps Wahlkampfteam dementierte Affäre

Kurz vor der Wahl berichtete das "Wall Street Journal" über die Vereinbarung mit McDougal. Damals sagte die Sprecherin von Trumps Wahlkampfteam, Hope Hicks: "Uns ist davon nichts bekannt." In der Tonaufnahme sprechen der spätere Präsident und Cohen aber offenbar über einen möglichen Aufkauf der Rechte an McDougals Geschichte von American Media Inc, dem Mutterunternehmen von "National Enquirer."

Auch Trump selbst reagierte empört. Er erhob schwere Vorwürfe gegen seinen Ex-Anwalt und die Ermittler. "Es ist unvorstellbar, dass die Regierung am frühen Morgen in das Büro eines Anwalts eindringt - geradezu unerhört. Noch unvorstellbarer ist es, dass ein Anwalt seinen Klienten mitschneidet
- gänzlich unerhört & wahrscheinlich ungesetzlich. Die gute Nachricht ist, dass der von euch favorisierte Präsident nichts Unrechtes gemacht hat", twitterte Trump am Samstag.

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Trump selbst hat eine Affäre mit McDougal bestritten. Zum Mitschnitt seiner Unterhaltung mit Cohen sagte Trumps Anwalt Giuliani: "Die Transaktion, von der Michael (Cohen) in der Aufnahme spricht, ist nie erfolgt, aber was noch wichtiger ist: Selbst, wenn sie erfolgt ist, sagte der Präsident, dass sie korrekt und per Scheck ablaufen muss." Denn so ließe sich die Zahlung dokumentieren. "Nichts in dem Gespräch legt nahe, dass er (Trump) irgendetwas im voraus wusste", wird Giuliani zitiert. "Im großen Ganzen ist das mächtig entlastendes Beweismaterial."

Versuchte Trump, Berichte zu verhindern?

Einer von Cohens Anwälten, Lanny Davis, ergänzte, die Aufnahme könne seinem Mandanten nicht schaden. Dennoch wirft die Tonaufzeichnung die Frage auf, ob Trump im Vorfeld seines Wahlsiegs gezielt versucht haben könnte, potenziell peinliche Geschichten im Keim zu ersticken. Zudem rätseln Beobachter nun, ob es womöglich weitere Mitschnitte von Trump-Gesprächen geben könnte.

Auch von anderer Front droht Trump mögliches Ungemach: Eine unabhängige Regulierungsbehörde bat das Justizministerium und die Wahlkommission um eine Untersuchung zur Frage, ob die Zahlung von American Media Inc. an das Ex-Playmate McDougal als nicht gemeldete und illegale Wahlkampffinanzierung einzustufen sei.

Im April durchsuchten FBI-Beamte Cohens Büro, Haus und Hotelzimmer unter anderem nach Informationen zu Zahlungen an McDougal und an die Pornodarstellerin Stormy Daniels. Letztere erhielt vor der Wahl 2016 von Cohen 130.000 Dollar, damit sie über eine Affäre, die sie früher mit Trump gehabt haben will, Stillschweigen bewahrt. Die gegen Cohen gerichteten Ermittlungen werden von Staatsanwälten in New York geführt. Der Anwalt wurde bisher keines Verbrechens bezichtigt.

Trump dementiert Zahlung an Pornodarstellerin - und räumt sie später doch ein

Die Pornodarstellerin Stormy Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, hat nach eigener Aussage ebenfalls 2006 Sex mit Trump gehabt - kurz nachdem dessen Frau Melania den gemeinsamen Sohn Barron zur Welt gebracht hatte. Trump bestreitet die Affäre. Cohen hatte zugegeben, Clifford kurz vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 aus eigener Tasche 130.000 Dollar gezahlt zu haben. Er erklärte, die Trump Organisation und Trumps Wahlkampflager seien weder direkt noch indirekt an der Zahlung beteiligt gewesen und hätten ihn auch nicht dafür entschädigt. Nach Cliffords Darstellung handelte es sich um Schweigegeld.

Cohen räumte später allerdings ein, Trump habe ihn doch für die Zahlung an Clifford entschädigt. Trump selber erklärte daraufhin im Mai, bei der Rückzahlung des Geldes an Cohen habe es sich um eine monatliche Abschlagszahlung für den Anwalt gehandelt. Mit diesem Geld sei er in ein Stillhalteabkommen mit der Pornodarstellerin eingetreten. "Das Abkommen wurde dazu genutzt, falsche und erpresserischere Aussagen von ihr über eine Affäre zu stoppen, obwohl sie bereits ein detailliertes Schreiben unterzeichnet hat, in dem sie zugibt, dass es keine Affäre gab", schrieb Trump damals auf Twitter. "Geld aus dem Wahlkampf oder Wahlspenden haben dabei keine Rolle gespielt." Zuvor hatte Trump noch erklärt, er habe von der Zahlung nichts gewusst.

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