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Neuer Flughafen auf St. Helena - Mit dem Flieger in Napoleons Exil

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Für Napoleon war St. Helena die Insel der Verbannung. Und auch für die Einwohner der Insel dürfte sich das Leben oft ähnlich angefühlt haben. Bis zu diesem Wochenende war St. Helena nur durch ein Schiff der Royal Mail an den Rest der Welt angebunden. Jetzt bietet der neue Flughafen Alternativen.

Am Samstagnachmittag war es soweit: die erste Linienmaschine landete auf St. Helenas neues Flughafen. Künftig geht der sechsstündige Linienflug einmal wöchentlich von Johannesburg zu der gerade mal 122 Quadratkilometer großen Vulkaninsel. Das alte Postschiff, die "RMS St. Helena", brachte nur alle drei Wochen Post, Lebensmittel, Autos und Besucher. Ihr Dienst endet zudem im kommenden Jahr.

Fünf Jahre Bauzeit - heftige Kontroversen

Nach fünfjähriger Bauzeit und heftigen Kontroversen wegen der Kosten von 285 Millionen Pfund (318 Millionen Euro) nahm der umstrittene Flughafen nun endlich seinen Betrieb auf. Ihn überhaupt zu bauen, war eine technische Herausforderung: Um eine ebene Fläche für die Start- und Landepiste zu bekommen, musste ein ganzer Berggipfel abgetragen und ein Tal aufgefüllt werden.

Für weitere Schwierigkeiten sorgten die heftigen Winde auf St. Helena. Die im vergangenen Jahr geplante feierliche Einweihung des Flughafens musste wenige Wochen zuvor verschoben werden, weil die Landung mit der Boeing 737 kaum möglich war. Nun fliegen kleinere Maschinen des brasilianischen Hersteller Embraer St. Helena an. Mit ihnen seien Landung und Start sicher, versichert Flughafenchefin Janet Lawrence nach mehr als einjährigen Tests.

Mit dem neuen Flughafen will London nicht nur die Isolation der rund 4000 "Saints", wie die Einwohner der kleinen Insel genannt werden, beenden. Vor allem will es ihnen neue Einkommensquellen erschließen und damit den britischen Steuerzahler entlasten: Allein im Jahr 2015 lag deren Finanzspritze für das steinige Erbe der Kolonialzeit bei 53,5 Millionen Pfund.

Der neue Flughafen werde "den Tourismus ankurbeln", hieß es aus dem für die Entwicklung der Überseegebiete zuständigen Ministerium. Damit dürften auch die Löhne der "Saints" steigen, die derzeit im Schnitt bei 7.280 Pfund im Jahr liegen. Immerhin hat die Insel einiges zu bieten: Seltene Vögel, exotische Pflanzen, ein atemberaubendes Panorama auf karge Felsen - und Napoleons verhasste letzte Bleibe.

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